Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Produktest der Dremel Moto-Saw 1 Kommentar
Vom 23.11.12 Geändert 2012-11-23 23:38:59
Für den Produkttest habe ich ein Mobile für unser Babyzimmer gebaut, bei dem ich mehrere Meeresbewohner ausgesägt habe. Dabei hat sich die Moto-Saw mehr als bewährt. Darüber hinaus möchte ich hier noch einige andere Punkte beleuchten.

Ausstattung
Geliefert wird die Moto-Saw in einem grauen Koffer, in dem sich neben der eigentlichen Säge auch der Sägetisch, zwei Zwingen, ein Winkelanschlag sowie fünf Sägeblätter befinden. Freundlicherweise lieferte Bosch für diesen Produkttest zusätzlich noch jeweils fünf Sägeblätter der Sorten MS51 (Holzsägeblatt mit 6 Zähnen/cm), MS52 (Holzsägeblatt mit 7 Zähnen/cm) und MS53 (Metallsägeblatt mit 10 Zähnen/cm). Damit kommen wir auch gleich zum ersten Kritikpunkt. Die Sägeblätter, die sich im Standardlieferumfang befinden, sind alle in der gleichen, unbeschrifteten Tüte. Damit lässt es sich für den Laien nur schwer erkennen, welches Sägeblatt für welche Verwendung am besten geeignet ist.

Die Anleitung
Die Anleitung macht einen sehr umfangreichen Eindruck, was vor allem daran liegt, dass sie für unzählige Sprachen in einem Buch vorliegt. Den größten Teil davon benötigt man gar nicht. So beschränkt sich der deutsche Teil auf gerade einmal knapp viereinhalb Seiten zuzüglich der fünf Seiten schematische Zeichnungen am Anfang des Buches. Aus Kostengründen ist es verständlich, wenn man dies alles in ein Buch packt, jedoch sollte man zumindest die deutsche und die englische Anleitung von den anderen Sprachen trennen, da dies wahrscheinlich die meist genutzten sind. Witzig ist, dass direkt neben dem Zeichen für die deutsche Anleitung am Seitenrand “Useful hints and tips” steht und es danach auch mit der englischen Anleitung weitergeht. Da hätte ich doch zumindest für jede Sprache auf einer neuen Seite angefangen.

Den Aufbau der Anleitung finde ich wieder einmal nicht sonderlich gelungen. Am Anfang des Buches befinden sich wie bereits geschrieben auf fünf Seiten verteilt einige schematische Zeichnungen, bei denen auf einer die einzelnen Teile der Moto-Saw mit den Buchstaben A bis M bezeichnet sind. Dummerweise findet sich dort keine Legende. Als deutscher Nutzer findet man erst 15 Seiten später eine Legende. Man ist also ständig am hin- und herblättern. Besser wäre es, wenn zumindest diese eine Zeichnung mit integrierter Legende vor jeder Sprache wiederholt werden würde.

Die Montage lässt sich dank der sehr guten Zeichnungen sehr einfach bewerkstelligen. Darüber hinaus gibt es einen Abschnitt “Montage”, der aber nur mit dem Satz “Die Abbildungen 2 bis 6 enthalten Anweisungen zum Aufsetzen und Abnehmen von Zubehör.” auf die bereits erwähnten Zeichnungen verweist. Sollte man unerwarteter Weise mit den Zeichnungen nicht klar kommen, ist dieser Abschnitt überhaupt nicht hilfreich, zumal man mit den Zeichnungen 2 bis 6 nicht einmal ein Sägeblatt eingesetzt hat. Das steht erst im Abschnitt “Verwendung” unter “stationärer Modus” und verweist auch wieder nur auf die Zeichnungen. Sollte man aus welchen Gründen auch immer den stationären Modus nicht verwenden wollen, sondern nur den portablen Modus, bekommt man keinen Hinweis darauf, wie man das Sägeblatt einzusetzen hat.

Apropos Sägeblatt, in der Anleitung ist auch eine Seite, die die Verwendungszwecke der verschiedenen Sägeblätter MS51, MS52 und MS53 erklären soll. Ich schreibe bewußt “soll”, da sich die verwendeten Symbole nur sehr schwer irgend etwas zuordnen lassen. Das ganze ist tabellarisch dargestellt. In der linken Spalte befinden sich die drei Sägeblätter mit deren Bemaßungen. Wie ich bereits oben geschrieben habe, lassen sich diese aber nur schwer auseinander halten – vor allem, wenn einem gerade die anderen zum Vergleich nicht vorliegen. Die anderen Spalten sind mit verschiedenen Materialsymbolen übertitelt, die sich ebenfalls nur schwer auseinander halten lassen. So sehen die ersten drei Symbole, die vermutlich Bretter zeigen, bis auf die dunklere Färbung des zweiten auf den ersten Blick identisch aus. Erst wenn man sehr (und ich meine irgendwas im Bereich eines Adlerauges) hinschaut, erkennt man im ersten Brett einige Punkte und im zweiten eine Maserung. Symbol vier und fünf kann ich nicht zuordnen. Auf Symbol sechs ist ein Eimer zu sehen, bei dem zusätzlich der Begriff “Plastic” steht. Dies aber in einer Schriftgröße gegen die selbst das Kleingedruckte in Versicherungsverträgen wie Überschriften wirkt. Danach kommt noch ein Symbol, mit verschiedenstem Krempel drauf. Aus dem Kontext lässt sich zumindest erkennen, dass letzteres für Metall stehen soll.

Einen großen Teil der Anleitung nehmen die Sicherheitshinweise ein, was ich sehr positiv bewerte. Diese sind unterteilt in allgemeine und maschinenspezifische Hinweise. Letztere beginnen mit den Worten “Warnhinweise für Stichsägen”. Nun, unter einer Stichsäge verstehe ich etwas anderes. Da könnte der eine oder andere auf die Idee kommen, diesen Abschnitt auszulassen. Dabei sind auch zwei Hinweise, die in Bezug auf die Moto-Saw eigentlich überflüssig wären. Zum einen soll man das Sägeblatt nach dem Ausschalten nicht durch seitlichen Druck abbremsen, zum anderen soll man den vollständigen Stillstand der Maschine abwarten, ehe man sie absetzt. Glücklicherweise steht das Sägeblatt der Moto-Saw quasi sofort, nachdem man sie ausgeschaltet hat, was ich mal positiv hervorheben möchte. Alles in allem bietet die Anleitung viel Optimierungspotential. Glücklicherweise wird sie von halbwegs begabten Heimwerkern nicht benötigt.

Der Aufbau
Der Aufbau der Moto-Saw für den stationären Betrieb ist relativ einfach. Wie das geht, habe ich in diesem Video vorgeführt.


Nutzung in der Praxis
  1. Freihand
    Im Freihandmodus wird die Moto-Saw genauso benutzt wie eine normale Laubsäge. Das Werkstück sollte dabei am Werktisch befestigt sein. Wie auch bei der normalen Laubsäge geht die Arbeit damit leider nicht ganz so flott von der Hand wie bei der Benutzung mit dem Sägetisch, weshalb ich mein Hauptaugenmerk auf diese stationäre Nutzung gelegt habe.
  2. stationäre Nutzung
    Um die Moto-Saw in der Praxis zu testen, habe ich für meinen nun schon fast 4 Monate alten Sohn ein Mobile gebastelt und dafür ein paar Meerestiere ausgesägt. Wenn man das Werkstück gut festhält und führt, kann man es sehr gut kontrollieren und kann die Schnitte genau dort ausführen, wo sie ausgeführt werden sollen. Dabei hat man stets einen sehr guten Blick auf die Stelle, an der sich das Sägeblatt durch das Holz arbeitet. So macht die Arbeit Spaß und ist auch schnell erledigt.

Einen kleinen Test, wie sich die Moto-Saw in verschiedenen Materialien mit verschiedenen Stärken verhält, könnt Ihr in diesem Video sehen.

Sicherheit
Auch das Thema Sicherheit wurde bedacht. Dazu trägt natürlich die sehr gute Kontrolle des Werkstücks bei – und das schon, wenn man die Rückhaltevorrichtung (das Ding, was so aussieht wie ein Füßchen von einer Nähmaschine) aus Faulheit nicht nutzt. Das sollte man aber trotzdem tun. Zum einen bietet die Rückhaltevorrichtung einen Schutz vor den Teilen des Werkstücks, die man gerade abgesägt hat. Zum anderen sorgt es durch die Halterung für den Fuß der Rückhaltevorrichtung auch dafür, dass man sich schon anstrengen muss, um mit den Fingern in das Sägeblatt zu geraten.

Energieverbrauch
Der Energieverbrauch hat mich positiv überrascht. Je nachdem, welche der sechs Geschwindigkeitsstufen man gewählt hat, benötigt die Säge zwischen 20 Watt (Stufe 1) und 33 Watt (Stufe 6) im Leerlauf. Dieser Wert erhöht sich leicht um wenige Watt in Abhängigkeit vom Material und der Dicke des Werkstücks. Eigentlich habe ich mit viel höheren Werten gerechnet. Ausgezeichnet.

Wirksamkeit der Absaugung
Die Absaugung ist sehr wirkungsvoll. Ohne Absaugung verirren sich schon ein paar Holstaubteilchen auf den Sägetisch. Mit angeschlossenem Werkstattsauger sieht die Sache deutlich besser aus. Da verirrt sich so gut wie kein Krümelchen, nahezu alles landet im Sauger. Sehr gut.  

Von der Wirksamkeit der Absaugung könnt Ihr Euch in diesem Video überzeugen.

Verfügbarkeit von Verbrauchsmaterial
Leider handelt es sich bei den Sägeblättern nicht um Standard-Laubsägeblätter, was natürlich wie üblich die Sache etwas verteuert. Dem steht aber der sehr einfach Wechsel des Sägeblatts entgegen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, in diversen Baumärkten im Raum Hannover nach den Sägeblättern zu suchen und die Preise zu vergleichen (Stand: KW 46/2012).

Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis. Bauhaus, Hellweg, Hornbach, Max Bahr, Obi, Praktiker und Toom habe ich jeweils besucht und alle drei Sägeblätter waren nicht verfügbar, auch wenn es jeweils eigene Regale mit Dremel-Zubehör gab. Das muss sich auf jeden Fall ändern.

Online sieht die Sache schon etwas besser aus. Zu berücksichtigen ist hierbei noch, dass dort noch Versandkosten hinzu kommen. Bei Amazon gibt es immerhin das MS51 für unverschämte 16,20 EUR, während ELV das MS51, das MS52 und das MS52 jeweils für 6,96 EUR anbietet.  GW-Werkzeuge ist jeweils mit 6,90 EUR dabei. 

Schön wäre es übrigens, wenn es auch ein beidseitiges Sägeblatt geben würde. Dann müsste man das Sägeblatt nicht immer in der gerade gesägten Linie zurück führen, wenn man beispielsweise spitz zulaufende Zwischenräume aussägt, sondern kann gleich weiterarbeiten.

Fazit
Der Preis von rund 120 EUR hätte mich zunächst abgeschreckt. Schließlich ist eine normale Laubsäge um ein Vielfaches günstiger zu bekommen. Aber die einfache Handhabung sowie die im Vergleich zu einer normalen Laubsäge sehr sauberen Arbeitsergebnisse relativieren dies wieder. Nachdem ich nun viele Jahre lang keinerlei Laubsägearbeiten mehr verrichtet habe, habe ich durch die Moto-Saw auch wieder Spaß daran gefunden und es werden sich sicherlich noch zig Gelegenheiten ergeben, wo ich sie anwenden kann. Ich kann sie auf jeden Fall sehr empfehlen.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 272379&posted=1#post272379.
2012-12-17 18:58:28

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