Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

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Aufgeräumte Bastelsäge - Testbericht der Dremel Moto-Saw 1 Kommentar
Vom 11.11.12 Geändert 2012-11-11 20:46:31

Benutzer gelöscht

Danke für die Möglichkeit, die Moto-Saw zu testen. Ein interessantes, gutes und innovatives Gerät mit, wie es sich für eine Version 1.0 gehört, noch etwas Luft nach oben…

Gesägt wurde:

  • Bastelsperrholz aus dem Baumarkt
  • Bretter aus Weichholz, 18 mm
  • Siebdruckplatte, 10 mm

Was wurde gemacht bzw. versucht:

  • Ein Puzzle (Schmetterling) für die Arbeit meiner Frau
  • Ein Puzzle (Fisch) für den Papierkorb
  • Schiebestöcke bzw.  -hilfen für die PPS 7 S für die Erfahrung

Kurz zusammengefasst:

Die Moto-Saw sägt gut, ist gut bedienbar, stabil, kompakt und nach der Arbeit schnell verräumt. Die Säge kommt mit Sägeblättern für unterschiedliche Materialien. Obwohl uns beim Testen nur ein Blatt gerissen ist, sollte man beim Kauf daran denken, noch Ersatzblätter zu ordern, gerade für die Übungsphase.

Wenn man mit Gefühl an die Sache herangeht, keinen seitlichen Druck und nur wenig Vorschub ausübt, dann sind auch die angegebenen 18 mm Holzdicke machbar. Zumindest wenn es sich um Weichholz handelt und man die stabileren Sägeblätter nimmt. Allerdings braucht es schon viel Übung, dann gerade, nicht verlaufende Schnitte in 90° hinzubekommen. Enge Kurven sind in 18 mm kaum machbar. Besser gelingt es im Bereich von 4 bis 12 mm Dicke. Hier kann man mit etwas Übung viel Spaß mit der Säge haben.

Kein vernünftiger, gerader Schnitt gelang mit der Siebdruckplatte. Die geraden Schnitte für die Schiebestöcke für die PPS wurden also mit der PPS gemacht und nur kleinere Schnitte und die Innenausschnitte der Handgriffe mit der Moto-Saw. Beides wurde dann mit dem Schleifer nachbearbeitet.

Die Säge ist schnell aufgebaut und stabil. Das Handstück passt gut und spielfrei in den Tisch, die Fläche ist eben. Sie ist nicht die leiseste - eine elektrische Säge halt. Auf die Absaugung, die gut funktioniert, passt der Schlauch des Werkstattsaugers einwandfrei.

Pro

  • Absaugung von unten funktioniert erstaunlich gut
  • Tisch ist sehr stabil, das Handteil sitzt gut und spielfrei darin
  • Guter Sägefortschritt, schnelle Ergebnisse
  • Beim Einsatz im Tisch ist das Säge deutlich weniger anstrengend als mit einer Hand-Laubsäge
  • 6-stufige Geschwindigkeit für materialangepasstes Sägen
  • Haltbarkeit der Sägeblätter
  • Einschalter ist vernünftig bedienbar, auch unter dem Tisch
  • Praktischer, platzsparender Koffer

Wunschzettel für die Moto-Saw 2.0

Jetzt wird's etwas länger. Das liegt nicht daran, dass die Moto-Saw ein schlechtes Produkt wäre, im Gegenteil, es gibt aber doch noch Luft nach oben für die Moto-Saw 2.0:

  • Weniger Plastik, zum Beispiel der Schnapper für das Lösen der Säge vom Tisch und bei der Feststellung des Anschlags.
     
  • Der Bügel ist etwas zu kurz beim randnahen Sägen mit den handelsüblichen A4-Sperrholzplatten. Vielleicht wurde das für amerikanische Standardmaße ausgelegt, für den deutschen Markt ist das aber ungeschickt. Der Bügel wäre wohl stabil genug um die zusätzlichen Zentimeter auszuhalten.
     
  • Auf die Sägeblätter könnte noch die Modellnummer gestanzt werden, da sie für ein ungeübtes Auge doch schwer zu unterscheiden sind.
     
  • Knopf zum Lösen des Werkstückhalters ist bei unserer Maschine schwergängig, hakelig und kaum einhändig zu bedienen.
     
  • Für innenliegende Schnitte wird ein sehr großes Loch benötigt, mindestens 5 mm (besser aber 6 mm, dann ist das einfädeln leichter).
     
  • Sägeblatt sitzt relativ locker, dadurch höhere Verlaufgefahr.
     
  • Sägeblätter sind nicht wendig genug, um sehr filigrane Motive zu sägen. Sehr enge Radien bzw. Ecken sind schwer zu sägen.

Mit all diesen Punkten kann man sich gut arrangieren. Der größte Schwachpunkt ist aber der Winkelanschlag, aus zwei Gründen (siehe auch Bilder):

  1. Die Abweichung der (natürlich Plastik-)Einrastungen zu den tatsächlichen Winkeln ist enorm. Besser ist es, den Winkel nach den Rillen im Arbeitstisch auszurichten.
     
  2. Der Anschlag kann nur in der Tiefe verstellt werden, nicht aber in der Breite. Damit hat man nur einen verlässlichen Abstand zum Sägeblatt und muss sich für alle anderen Fälle mit Zulagen behelfen und hoffen, dass diese passen.

Immerhin hat der Anschlagwinkel eine vernünftige Metallführung und kann festgestellt werden - das allerdings auch wieder mit weichen Plastik-Drehknöpfen, die zum einen sofort überdrehen und zum anderen nicht sehr dauerhaft sein dürften. Ein hartes Fazit, aber für ernsthaftes Arbeiten halte ich diesen Anschlag für nicht brauchbar.

Und jetzt? Ein Fazit…

Der Wunschzettel ist vergleichsweise lang. Trotzdem kann man mit der Moto-Saw gut arbeiten, wenn man nicht zu hohe Anforderungen an filigranes oder robustes Sägen stellt. Zuhause ist die Moto-Saw eher weniger in der Werkstatt als viel mehr in der Bastelstube.

Mit etwas Übung und Gefühl werden ansprechende Ergebnisse gelingen. Das einzelne Werkstück wird schneller fertig als mit einer Hand-Laubsäge in vergleichbarer Qualität - allerdings sollte man das eine oder andere Ausschussstück einplanen - oder wie meine Frau sagte "etwas Frustrationstoleranz für den Start mitbringen."

Einen großen Vorteil sehe ich darin, dass man die Moto-Saw kompakt verstauen kann. Sie nimmt keinen Platz in der Werkstatt weg und ist trotzdem schnell einsatzbereit. Also eine sinnvolle Säge für feinere (aber nicht feinste), gelegentliche Sägearbeiten für all diejenigen, di e keinen Platz haben oder belegen wollen für eine ausgewachsene Dekupiersäge. Und genau so wird sie bei mir auch in Zukunft zum Einsatz kommen - also doch in der Werkstatt.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 270108#post270108.
2012-12-14 12:48:00

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