Dremel Moto-Saw - das 2-in-1-Gerät für präzise Detailarbeiten

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Und wieder ein Schritt mehr möglich... Mit dem Rollstuhl an die Arbeit :) 1 Kommentar
Vom 11.11.12 Geändert 2012-11-11 12:01:33
Ich war auch einer der 25 glücklichen auserwählten Testern der Dremel-Moto-Saw (die ich im Folgenden einfach nur "die/der Dremel" nenne). Klasse das es geklappt hat... Danke nochmals an dieser Stelle dafür.

Der Testbericht wurde von mir formatiert eingestellt. Sollte der Testbericht nicht formatiert erscheinen, hat wohl leider die Software des Forums wieder mal einen Querstrich gezogen.

Meine Bewerbung zum Testen beruht auf die Tatsache, dass ich elektrische Geräte suche die mir das Werkeln / Basteln vereinfachen. Deshalb bezieht sich mein Testbericht vorwiegend für Menschen, die durch ein Handicap an elektrischen Geräten interessiert sind, welche eine einfache(re) Handhabung mitbringen.

Ich hoffe, dass es auch im Sinne von 1-2-do ist, wenn ich abweichend der üblichen Testberichte diese Seite eimal anspreche, denn ich persönlich habe schon elektr. Geräte von Bosch, die mir das Leben beim Werkeln / Basteln wesentlich vereinfachen und für mich die Freude an diesem Hobby gewinnen lassen.

Die technischen Daten der Dremel sind wie folgt:

Nennspannung:            220 - 240 V, 50/60 Hz
Leistung             70 Watt
Gewicht             1,1 kg (ohne Tisch)
Leerlaufhubzahl             1 500 - 2 250 min-1 (stufenlos elektronisch regelbar)
Hubweg             8 mm
Maximale Schnitttiefe         18 mm
Maultiefe            250 mm
Kabellänge des Netzsteckers:     2,5 mtr.



1. Welche Projekte mache ich mit der Dremel und wie werde ich dabei vorgehen?

Hauptsächlich werde ich mit der Dremel Holz bearbeiten. Kunststoff- oder Metallbearbeitung spielen dabei eine absolut untergeordnete Rolle, zumal die Dremel - wenn überhaupt - dazu meines Erachtens nur im Bereich für den Modellbau geeignet ist.
Meiner Meinung nach ist die Dremel eine gute Maschine, um Projekte für Puppenhäuser, Holzschmuck, Weihnachtsdekoration, eben kleinere Holzmotive, usw. zu erstellen.

Die Vorgehensweise in der Handhabung mit der Dremel ist denkbar einfach und die Rüstzeit, um mit ihr arbeiten zu können, ist sehr gering. Der Standfuß (Arbeitstisch der Dremel) wird schnell und komfortabel so gut wie an alle Tischplattendicken mit den beiden mitgelieferten Sicherungsklemmen sicher und stabil befestigt.
Die Moto-Saw (die elektr. Laubsäge) wird in den Standfuß eingeschoben und rastet dabei sicher ein.

Um die Arbeiten mit dem Standfuß und der verbundenen Moto-Saw zu vereinfachen, liegt dem Lieferumfang noch ein Kantenführer bei, der am Standfuß durch eine Leitschiene auch als Schiebestock verwendet werden kann.
Der Kantenführer enthält zudem noch einen Winkelvorsatz, der mit vorgebenenen Rastereinheiten zu bedienen ist. Selbstverständlich ist es auch möglich den Kantenführer in den Leitschienen - die sind links und rechts vom Standfuß vorhanden - sicher durch einen Hebel zu fixiert.

Erwähnenswert ist auch noch die Anschlussmöglichkeit eines Saugers am Standfuß. Diese Absaugvorrichtung funktioniert erstaunlich gut, so gut, dass so gut wie kein Sägestaub am Standfuß oder der Moto-Saw vorhanden ist. Konstruktiv wäre es schöner, wenn die Absaugvorrichtung seitlich am Standfuß befestigt wäre, sodaß der Saugschlauch nicht mitten nach vorne zum Arbeitsbereich rumhängt.

Das Sägeblatt für die Dremel ist etwas 110 mm lang und an beiden Seiten mit Querstiften versehen. Es können auch nur Sägeblätter mit Querstift und einer Länge von 110 mm verwendet werden. Diese werden in der Moto-Saw unten erst eingehängt und dann mittels eines Spannhebels am oberen Ende gespannt. Eine Feineinstellung für die Spannkraft ist leider nicht möglich.

Durch eine Rückhaltevorrichtung, die durch einen Knopf am oberen Ende der Moto-Saw eingestellt werden kann, wird das zu sägende Holz entsprechend seiner Dicke sicher am Sägeblatt und der Arbeitsplatte des Standfußes geführt. Eine Beeinträchtigung der Sicht auf die Schnittführung ist dadurch nicht vorhanden und der Sägestaub wird durch die Absaugvorrichtung, vorausgesetzt es ist ein Sauger angeschlossen, permanent abgeführt.

Selbstverständlich kann die Moto-Saw auch ohne an dem Standfuß befestigt zu sein verwendet werden. Die Handhabung gleicht dann ähnlich einer herkömmlichen Laubsäge, nur das die Moto-Saw eben elektrich läuft und daher extrem komfortabel die Laubsägearbeiten ohne große Kraftanstrengung bewältigen lässt.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist es aber in den Sägeübungen die Motosaw zu führen. Es ist keine Auf- und Abbewegung mit dem Arm wie mit einer herkömmlichen Laubsäge nötig, doch hat man dies scheinbat am Anfang irgendwie noch im Kopf. Jedenfalls ging es mir so.

Die Führung der Dremel als mobile Laubsäge empfand ich sehr angenehm. Sie liegt ausgewogen in der Hand und dadurch, das die Armbewegung nach oben und unten entfällt, sind auch die 1,1 kg gar nicht so schwer zu halten.
Mit leichten Druck setzt man dann das Sägeblat am Werkstück an und fährt mit der Dremel entsprechend seinem gewünschten Schnitt nach.

In der mobilen Version ist es aber leider nicht möglich einen Saugschlauch zu befestigen und der Sägestaub wird daher nicht abgeführt. Der nicht vorhandene Anschluss für einen Absaugschlauch ist aber nachvollziehbar, wer möchte schon gerne mit der Dremel zusammen noch einen rumbaummelnden Saugschlauch mitführen.



2. Wie beurteile ich die Leistung der Dremel und bin ich mit ihr gut zurecht gekommen?

Ich persönlich bin mit der Dremel sehr gut zurecht gekommen, egal ob ich sie stationär oder mobil eingesetzt habe. Je nach Anwendung und dem Ziel meiner Aufgabe kann ich sie schnelle für beide Einsatzzwecke umbauen.

Die Leistung der Maschine ist ausreichend, jedoch nicht mit den üblichen stationären Dekupiersägen zu vergleichen. Für Bastelarbeiten ist sie jedoch den herkömmlichen Dekupiersägen vorzuziehen, was ich aber auch aus dem Aspekt bzw. der Sicht (m)einer Schwerbehinderung beurteile.



3. Fällt mir die Handhabung mit der Dremel leicht?

Mir persönlich fällt die Handhabung mit der Dremel extrem leicht. Warum?

Einer der größten Vorteile der Dremel für mich als schwerbehinderter Hobbybastler - ich erwähnte ja schon, dass ich dieses mal die Schwerbehinderung in den Vordergrund stellen möchte - ist der an einem Arbeitstisch erhöhte und vorgesetzte Aufbau des Standfußes.

Zum einen erleichtert dies eine wesentlich krampffreiere Sitzhaltung, zum anderen ist das Unterfahren mit einem Rollstuhl in diesem Fall absolut genial. Eine Ermüdung der Muskulatur wird dadurch wesentlich verzögert.

Der mobile Einstz mit dem Gewicht von 1,1 kg ist erstaunlich einfach. Hier hatte ich eigentlich meine größten Bedenken, war dann aber positiv überrascht.



4. Meine Zufriedenheit mit den Arbeitsergebnissen

Ich habe auch Kunststoff mit der Dremel gesägt. Leider ist das bei sämtlichen Drehzahlen verschmolzen. Vor lauter probieren und ärgern habe ich vergessen ein Bild zu machen. Aber Kunststoff und Metall interessieren mich nur eh weit am Rande.

Anders ist es mit Holz. Ich habe Pappelsperholz mit 1mm und 10mm als auch Buchenholz mit 18mm versucht zu sägen.

Mit dem Pappelsperholz gab es überhaupt keine Probleme. Kreise, gerade Schnitte und das Umspannen für Innenschnitte war sauber zu lösen.

Anders bei Buchenholz mit 18mm. Hier verlief das Sägeblatt immer wieder nach links und eine Korrektur war kaum möglich. Insofern würde ich die Dremel für solche dicken Holzmaterialien nicht empfehlen wollen. Anders natürlich bei Sperrholz. Da liefert sie gute Ergebnisse.



5. Stellt sich nun die Frage, ob die Dremel MEINE Anforderungen / Erwartungen entspricht?

Klar tut sie das. Ohne Frage... Wer wie ich auf Grund einer Schwerbehiunderung ohnehin schon kraftgemindert und nicht mehr so "flexibel" ist, für den ist solch ein elektr. Gerät eine Innovation, ein Geschenk des Himmels.
Ich will dabei auch gar nicht übertreiben, denn wer nicht nachvollziehen kann, wie schwierig die eine oder andere Arbeit ohne solche erleichternden Erfindungen ist, der kann auch die Empfindung und Freude an solchen Errungenschaften nicht nachvollziehen.



6. Gibt es denn noch Verbesserungsvorschläge für die Dremel?

Gibt es... wenn auch nur wenige.

Die Spannvorrichtung für das Sägeblatt ist nicht besonders gut. Leider ist das Sägeblatt für mein Empfinden nicht straff genug. Besser wäre es noch, wenn man das Sägeblatt individuell, den eigenen Bedürfnissen, spannen könnte.

Und dann die Sägeblätter... leider sind die in der Länge ein Sondermaß?! Und dann gibt sie es auch nur mit Querstift, obwohl das Einspannen eines Sägeblattes mir Querstift und einer Motorik mit Defiziten wesentlich einfacher ist. Dennoch wäre ein Sägeblatt ohne Querstift hin und wieder vorteilhafter.

Und zuletzt noch die Vorrichtung der Absaugung. Würde dies Seitlich angebracht sein, wäre der Schlauch des Sauger im Arbeitsbereich nicht störend.



7. Mag ich mit der Dremel auch weiterhin arbeiten wollen?

Nicht nur das, ich würde sie auch gerne weiterempfehlen. Alleine der Koffer, in der die ganzen Zubehörteile aufbewahrt sind ist schon klasse. Zudem beschränke ich mich persönlich i.d.R. mit kleineren und einfacheren Sägearbeiten mit der ich die Dremel mit Sicherheit bevorzugt einsetzen werde.


Fazit:
Für Menschen die auf Grund einer Behinderung durch Kraftlosigkeit leiden, kann die Dremel durchaus Vorteile bringen. Leichte Handhabung, einfacher Zusammenbau und vorallem leichtes Gewicht der Dremel sind einige Aspekte, die anderen Dekupiersägen vorrangig sind. Gerade bei einfachen Sägearbeiten macht das Arbeiten als (schwer)behinderter Mensch mit der Dremel nicht nur viel Spaß... sondern es ist mit ihr auch möglich!

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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 268920#post268920.
2012-12-13 11:09:27

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