Zamo - der Laser-Entfernungsmesser im neuen Design.

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Zamotest 1 Kommentar
Vom 31.08.16 Geändert 2016-09-01 00:36:24
Vielen vielen Dank, dass ich den Zamo testen durfte! 

I. Erster Eindruck
 
Abbildung 1


A. Die Box
 
Die Box sieht aus wie eine Miniaturkaffeemaschine oder eine Kaffeebox (Abbildung 1).
Die Box ist sehr edel designt, fast schon zu Edel für ein Messwerkzeug.
Nach dem Öffnen: Das Design mit der halben Box und dem Messgerät erinnert mich an eine Ausstellungshalterung für ein Schaufenster. Das Messgerät sieht in seiner Halterung aus, wie das neueste Edelhandy im Nokia3510-Format (Abbildung 2 und 3). Die Box sieht also sehr gut aus. Ich weiß jedoch nicht, ob ich das Gerät in der Box behalten werde, denn das Gerät ist sehr klein und lässt sich gut mit dem restlichen Werkzeug aufbewahren.
 
Abbildung 2                                                           Abbildung 3
 

B. Das Messgerät
 
Der Schalter ist weg! Beziehungsweise kaum zu erkennen, wäre da nicht das Dreiecksymbol, das wie ein Verkehrswarnschild ohne Ausrufezeichen aussieht.

Abbildung 4                                                           Abbildung 5

Abbildung 6


Die Vertiefung an den Seiten (Abbildung 5 und 6) macht das Greifen und Halten sehr angenehm und geben dem Zamo einen modernen Look. Die obere Rundung, das Zusammenspiel mit den Farben und die große glatte und glänzende Fläche gibt dem Zamo einen besonderen Look. Man könnte meinen, der Designer des Zamos hat sich vom Aussehen von Smartphones und Tablets inspirieren lassen. Es ist ein interessantes Konzept, denn letztendlich handelt es sich hier um ein Werkzeug. Was ich a priori von einem Werkzeug designtechnisch erwarte, ist, dass es funktional, zuverlässig und stabil aussieht. Hier haben wir ein Werkzeug, das so aussieht, wie ein Multimediagerät und sogar einen Namen trägt. Das kommt mir vor, als ob Frauen in der Zielgruppe stärker eingebunden wurden. Die Box unterstützt diese Annahme, es sind nämlich darauf mehr Frauen als Männer abgebildet, auch wenn die meisten Frauen nur rumsitzen ;) .
Ich konnte mir einen PLR 15 (Abbildung 7) ausleihen, um beide Geräte vergleichen zu können. Bei diesem Design sind die Öffnungen für das Halteband nicht mehr nebeneinander auf einer Fläche (wie beim PLR 15), sondern an der unteren linken Kante auf zwei bündige Flächen (Abbildung 5). Somit ist das Einfädeln eines Haltebandes keine fummelige Angelegenheit mehr. Nur schade, dass kein Band mitgeliefert ist. So ein Band könnte sinnvoll sein, wenn man auf einem Stuhl oder einer Leiter steht, um das Messgerät zu sichern oder freie Finger braucht, um etwas Anderes zu halten. Das Halteband könnte wiederum stören, wenn es zwischen dem Messgerätboden und der Anschlagfläche kommt. Warum nicht die Öffnungen für das Halteband an der oberen Ecke anbringen?

Abbildung 7
 
Beim Ein/Ausschalten und Messen muss man sich gewöhnen auf der oberen Hälfte der Taste zu drücken. Drückt man auf der unteren Hälfte, hört man eine Art Klicken (wie bei einer Computermaus), allerdings tut sich nichts. Anfangs hatte ich keine Messungen, bis mir bewusst wurde, dass man die obere hälft der Taste drücken muss.


II. Projekte
A. Gardinenstange

 
Ich habe eine Gardinenstange mit drei Halterungen an die Wand befestigt. Es war mir wichtig, dass die Gardinenstange parallel zur Decke hängt (parallel zur Decke und Fensterrand und gleichzeitig horizontal wäre natürlich ideal). Ich habe einen für mich geeigneten Abstand zur Decke mit dem Zamo ausgewählt und jeweils einen Punkt an die Wand gezeichnet für die Seitenbefestigungen der Stange (Abbildung 11). Ich habe mich für die horizontale Position der Stangenbefestigung an die Halterung des vorhandenen Rollos gerichtet. Um die Mitte der Strecke zu ermitteln, habe ich ein Stück PVC-Winkelprofil mit Terostat-Knete (Patafix) an einem der markierten Punkten fixiert (Abbildung 9. Dieser dient als Auftrefffläche für den Laser). So konnte ich den Abstand der beiden markierten Punkte messen. Anschließend habe ich den Zamo bewegen, bis ich den halben Wert hatte, dann die Mitte mit einem Strich markiert (Abbildung 10 und 12. Der Zamo wurde an die Wand fixiert, damit ich die Fotos aufnehmen konnte). Schließlich habe ich den richtigen Abstand zur Decke markiert und ich hatte die Position für die mittlere Halterung der Gardinenstange.

Abbildung 8                                                                           Abbildung 9

Abbildung 10                                                                         Abbildung 11

Abbildung 12                                                                         Abbildung 13


Ich konnte so alleine Arbeiten und hatte nicht das Problem mit einem durchhängenden Meterstab.

Abbildung 14

Die Maße des Fensters konnte ich mit dem Zamo problemlos und gemütlich ermitteln: 1908 x 1288 mm. Entsprechend konnte ich die richtige Gardinenbreite aussuchen. Bei einem bestimmten Winkel konnte ich die Anzeige nicht mehr lesen (siehe Abbildung 16). Für den Zuschnitt der Gardinen hat sich einen Meterstab besser geeignet als der Zamo.
 
Abbildung 15                                                         Abbildung 16

Abbildung 17



B. Wandregalplatte
 
Abbildung 18

Im Gegensatz zur Gardinenstange sollte bei der Wandregalplatte die Fläche horizontal sein und nicht unbedingt parallel zur Decke oder zum Boden, da sie nicht immer hundertprozentig horizontal sein müssen. Somit habe ich zur Ergänzung den PLL 1 P von Bosch zugezogen (die aktuelle neue Version ist der PLL 5). So konnte ich ausgehend von einem Punkt weitere Punkte mithilfe der Lasergerade zeichnen (Abbildung 20). Ich habe zuerst die Höhe der Platte ausgewählt (Abbildung 19). Leider ist das verkehrte Ablesen etwas unangenehm. Gerade, wenn man die Platte nur probeweise anhält, um eine Vorstellung von der Höhe zu bekommen, muss man den Zamo mit der anderen Hand an der Platte halten, um Messen zu können (im Bild 19 habe ich den Zamo an die Wand befestigt um Fotografieren zu können).

Abbildung 19                                                         Abbildung 20
 

C. Deckenlampe
 
Das Arbeiten mit dem Zamo ist nicht nur Luxus, es ist manchmal alternativlos. Ich habe bei einem Bekannten eine Deckenlampe angebracht. Diese Lampe hatte eine längliche quaderförmige Basis, die an der Decke über den Tisch fixiert werden musste. Es war unmöglich auf der Leiter beim Probehalten die Parallelität der Basis mit den Seitenwänden zu garantieren. Mit dem Zamo konnte ich an beiden Enden der Lampenbasis den Abstand zur Seitenwand messen und die Lampe entsprechend parallel ausrichten und fixieren.


III. Zufriedenheit
 
Ich habe die Dauer der Durchführung der Projekte nicht gemessen. Es dauert oft länger als gefühlt, weil man sich noch entscheiden muss, ob es der richtige Anbringungsort ist. Und wenn es so weit ist, sucht man ewig, weil man die passenden Schrauben oder den Bohrer verlegt hat. Das Messen ging jedoch viel schneller und einfacher als mit dem Meterstab.
Ich konnte mit dem Zamo Aufgaben zuverlässig erledigen, die ich früher nach Gefühl erledigt habe (Deckenlampe). Wer das so auch gemacht hat, weiß, dass es nicht immer perfekt wird und ein Schönheitsfehler jedes Mal im Auge springt, weil man weiß, dass er da ist. Mit dem Zamo kann man sicher sein, dass es perfekt wird.
Ich messe mit dem Meterstab immer mehrmals, weil ich – je nach Kaffee-Entzug – nicht sicher bin, ob ich richtig abgelesen habe. Je nachdem, ob ich gedanklich in cm oder mm abgelesen habe (waren es 1008 oder 1080 mm?). Mit dem Zamo ist es, wie eine digitale Uhr abzulesen.
Der Zamo hat meine Erwartungen und Anforderungen (Batterien im Lieferumfang; Genauigkeit; große Messweite; praktischer Nutzen; Wertigkeitsempfinden) für die oben genannten Zwecke erfüllt.
Das Design ist für mich eher zweitrangig sofern das Gerät aussieht, als ob es das machen kann, wofür es gebraucht wird. Hier war ich trotzdem positiv überrascht vom Zamo und der Box.
Ich werde den Zamo immer in Griffnähe haben. Der Zamo motiviert zum Arbeiten und messen. Es macht Spaß mit ihm zu messen, weil alles aufwandfrei und schnell geht. Früher hatte ich immer die vage Überlegung zu Kunstrasen auf meinem Balkon. Jetzt ist es nur noch eine Entscheidung, ob Ja oder Nein und die Bestellung kann ggf. losgeschickt werden. Vorher hatte ich nicht richtig Lust die Sachen wegzuräumen, um den Boden und die Wand frei für den Messstab zu machen.


IV. Verbesserungsvorschläge und Erweiterungen
 
Kann man beim Hantieren nicht direkt auf den Zamo schauen, wo man drückt, ist es durch die Art der Taste gewöhnungsbedürftig zu fühlen, ob man auch richtig auf der oberen Hälfte der Taste drückt. Auf das Klickgeräusch kann man sich nicht verlassen. Mir ist es am Anfang ab und zu passiert, dass die Messung nicht gespeichert wurde, obwohl ich meinte, die Taste gedrückt zu haben. Hier wäre eine bessere Sensibilität oder Position des Mikroschalters unter der Taste, um die volle Fläche der Taste zu nutzen, sinnvoll.
Die vordere Seite wird durch Fingerfett schnell schmierig und es lässt sich nicht so leicht wegwischen. Ich mache mir etwas sorgen, was Staub in der Rille um die Taste angeht.Es ist noch zu früh um darüber im klaren zu sein.  
Sieht man von oben mit einem Winkel von etwa 30° zum Lot der vorderen Fläche auf die Anzeige, wird der angezeigte Wert dunkler und je nach Helligkeit schwierig zu lesen (Abbildung 16). Es ist die einzige Richtung, bei der das Problem auftaucht. Das Problem besteht auch beim PLR 15. Ich finde es etwas ungünstig, das es bei einem Messgerät, bei dem man aus allen Winkeln die Anzeige ablesen muss, keine vollständige Blickwinkelunabhängigkeit gibt.
Beim Anhängen eines Bildes zum Beispiel möchte man eine angemessene Höhe vom Boden aus ermitteln. Der Laser zeigt also nach unten. Die Anzeige ist somit verkehrt herum. Es wäre wirklich angenehm, wenn der angezeigte Wert jedes Mal horizontal ablesbar wäre, ähnlich wie die Anzeige eines Tablets. Billigere Variante und Kompromiss wäre es die obere Zifferlinie (diejenige, die den letzten oder vorletzten Messwert anzeigt) zu nutzen, um den aktuellen Messwert noch einmal kopfüber anzuzeigen. Mit einem Klick wäre nur die letzte Anzeige gespeichert (normal und kopfüber). Ich persönlich brauche nicht den vorletzten Messwert angezeigt zu bekommen. Dafür gibt es Gedächtnis oder Stift und Papier.
Die Box ist super, nur frage ich mich, ob sie sinnvoll ist, sie spiegelt sich wahrscheinlich in dem Verkaufspreis wider. Sie verbraucht im Vergleich zum Zamo alleine mehr Platz. Auf der anderen Seite könnte man, wenn sie einen Einfluss auf die Verkaufszahlen hat, ihr eine weitere Aufgabe geben, indem man sie für einen weiteren Zweck designt. Beispiel: Möchte man sie nicht als Aufbewahrungsbox für den Zamo nutzen, sind Vertiefungen in der inneren Plastikform so angelegt, dass die Box ihren ersten Zweck erfüllt (den Zamo aufbewahren), aber auch als Stifte-Halter dienen kann. Eine weitere Idee könnte folgende sein (Abbildungen 21 bis 23): Beim Bohren in der Wand könnte das obere Teil der Box (mit Vertiefung einer Seite und 7 – 8 mm Bohrung gegenüber) als Staubauffangbehälter und Wandschutz gegen das Bohrfutter dienen (im Falle eines zu schnellen Nachgebens der Wand wegen eines Hohlraumes oder weicheren Materials).

Abbildung 21

Abbildung 22                                                         Abbildung 23

 
Ein einfaches Stück Winkelprofil aus PVC und Patafix bzw. Terostat erweitert (Abbildung 24), wie oben in den Anwendungen beschrieben, die Möglichkeiten des Zamos (siehe Gardinenstangen-Projekt). Dies könnte im Lieferumfang beigefügt werden.

Abbildung 24
 
Der Zamo misst keine Längen unterhalb 15 cm. Eigentlich schade! Eine Lösung hierfür wäre eine Skala auf der Seite des Zamos und einen mit dem Daumen schiebbaren skalierten Stab, der sich bis zu 5 cm nach oben ausschieben lässt (siehe Fotomontage in Abbildung 25). Somit wären zwar keine Messungen unterhalb von 15 cm mit dem Laser möglich aber immerhin, sie wären möglich!

Abbildung 25

Noch besser und hoffen wir, dass es eines Tages möglich sein wird, wäre eine Kombination aus Zamo und PLL 5, dann hätte ich mit nur einem Gerät alles, was ich brauche, um im Haushalt schnell und zuverlässig messen zu können ohne zu suchen, was ich im Arbeitsbereich verlegt habe.

Ein Halteband im Lieferumfang und die Öffnungen für das Halteband an der oberen Ecke des Zamos wären schön.

 
NEXT
1/25
PREV

Kommentar schreiben

Hallo zusammen,

die Diskussion zum Testbericht Zamo findet ihr hier: http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-neuen-laser-entfernungsmesser-zamo- thema-23191.html

Liebe Grüße
Kathrin
2016-09-30 07:20:38

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!