Zamo - der Laser-Entfernungsmesser im neuen Design.

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Zamo oder Zollstock? – Zamo! 1 Kommentar
Vom 25.08.16 Geändert 2016-08-25 21:56:06
Der erste Eindruck
Nach dem Öffnen des Pakets war ich etwas überrascht, denn so eine edle Verpackung hätte ich bei einem Lasermessgerät nicht erwartet. Der positive Eindruck setze sich auch nach dem Öffnen der Metallverpackung fort. Alles hat seinen geordneten Platz: Das Messgerät, die Batterien und sogar die Bedienungsanleitung.
Die Aufmachung und Verarbeitung des Zamo ist sehr hochwertig. Gummierte Seitenteile für einen sicheren Halt, eine Front in Klavierlackoptik und ein LC-Display mit schwarzem Hintergrund. Das Display ist sehr gut ablesbar. Insgesamt macht das Gerät einen sehr hochwertig Eindruck. Anzumerken ist, dass das Gerät nur eine Taste hat. Mehr ist für den Funktionsumfang aber auch nicht notwendig.

Das Handbuch
Im Handbuch sind die Eigenschaften und die Bedienung des Gerätes ausreichend genau beschrieben. Nach dem ersten Lesen braucht man das Handbuch aber nicht mehr wirklich, da die Bedienung sehr intuitiv ist. Fehler im Handbuch habe ich nur einen sehr kleinen gefunden. Das Handbuch beinhaltet 3 Abbildung A, B und C. Abbildung A und B sind im Text beschrieben, Abbildung C nicht.
Verwundert war ich anfangs über die Angabe der Messgenauigkeit: +/-3 mm. Mein erster Gedanke war: „Wer kann ein Gerät gebrauchen, das in Summe bis zu 6 mm danebenliegen kann? Liest man dann das Handbuch ganz genau dann erfährt man, dass unter günstigen Bedingungen die Genauigkeit wesentlich höher ist. Ich finde, diese Info könnte man etwas offensiver bewerben.

Die Bedienung
Das Gerät hat nur einen Knopf, was kann man da wohl falsch machen? Eigentlich ist die Bedienung ganz einfach: Knopf drücken = Messung starten, Knopf erneut drücken = Messung anhalten, Knopf lange drücken = Gerät ausschalten. Prinzipiell funktioniert das einwandfrei, wäre da nicht der schlechte Druckpunkt des Tasters. Mir ist es während der Verwendung sehr häufig passiert, dass trotz Drücken und „Knacken“ des Tasters kein Befehl umgesetzt wurde. Erst wenn man den Taster fest genug drückt, wird der Befehl akzeptiert. Das ist sehr ungünstig wenn man in schneller Folge 2 Messwerte erfassen will. In dem angehängten Video habe ich den Fehler gefilmt (https://www.youtube.com/watch?v=PQ_28ezY5mE&feature=youtu.be). Ein zweiter Nachteil bei dem Bedienkonzept ist, dass der Laserstrahl vor dem Ausschalten des Geräts nochmals eingeschaltet wird, falls er zuvor aus war. Das lässt sich vermeiden, wenn nicht das Drücken des Tasters sondern das Loslassen des Tasters ausgewertet wird. Wenn beim Ausschalten der Laser angeht könnte man versehentlich jemanden blenden.

Das Gerät im Praxiseinsatz
Im Praxiseinsatz musste sich das Gerät in meinem Altbau beweisen. Hier ist häufiges Messen an der Tagesordnung, da kein Zimmer an allen Stellen gleichbreit oder gleichhoch ist. Bei der Erfassung vieler Werte ist es hilfreich, dass zwei Werte gespeichert werden können. Nachteilig ist jedoch, dass man für jede Messung zweimal drücken muss. Dies ließe sich vermeiden, wenn ein kurzer Tastendruck auch eine kurze Messung auslösen würde, die automatisch nach einer Zeit (z.B. 1s) endet.
Nutzt man das Gerät für eine Flächen- oder Volumenermittlung dann ist Kopfrechnen angesagt oder man muss einen Taschenrechner verwenden, denn das Gerät kann weder multiplizieren, noch subtrahieren. Die Messgenauigkeit ist unter normalen „Indoorumgebungen“ deutlich besser als die auf der Verpackung angegebene Genauigkeit von +/- 3 mm. Die Genauigkeit liegt quasi im Bereich der Auflösung, also bei einem Millimeter.
Obwohl das Gerät eigentlich für den Inneneinsatz konzipiert ist, macht es auch im Außenbereich eine gute Figur. Wichtig ist natürlich, dass die Umgebungshelligkeit durch die Sonneneinstrahlung nicht zu hoch sein darf.

Verbesserungsvorschläge
Sehr wichtig
  • Der Druckpunkt der Taste muss verbessert werden. Wenn die Taste „knackt“ dann muss auch ein Befehl umgesetzt werden, nicht erst wenn die Taste stark gedrückt wird
  • Beim Ausschalten des Geräts über einen langen Tastendruck sollte der Laser nicht nochmal angehen, sonst besteht die Gefahr dass man versehentlich jemanden blendet
  • Statt einer edlen Metallverpackung kann der Hobbyheimwerker eher ein Lederetui mit Gürtelschnalle gebrauchen, damit das Gerät im Arbeitsalltag stets griffbereit ist. Die Metallverpackung ist nicht alltagstauglich, da sie relativ schwergängig ist. In einem Etui wäre auch die Linse sehr gut vor Verschmutzungen geschützt
Nice-to-have:
  • Obwohl die Klavierlackoptik einen sehr hochwertigen Eindruck macht, wäre eine matte Oberfläche robuster im Praxiseinsatz. Ich bin mal gespannt wann der erste Kratzer im Gehäuse ist.
  • Ich halte eine andere Tastenbelegung für sinnvoll: Kurzes Drücken = kurze Messung, Längeres Drücken = Dauermessung die durch erneutes Drücken abgebrochen werden kann, sehr langes Drücken = Ausschalten des Geräts
  • Da das Gerät schon eine Öse besitzt, in den man eine „Trageschlaufe“ einfädeln kann, wäre es schön wenn diese auch im Lieferumfang enthalten ist
  • Vielleicht kann das Gerät noch eine Nachkommastelle für Zehntelmilliter gebrauchen?
  • Textuelle Beschreibung der Abbildung C im Handbuch
Fazit
Wer häufig Strecken und keine Flächen und Volumen misst, hat mit dem Zamo einen sehr guten Begleiter gefunden! Trotzdem besteht hier für Bosch noch Verbesserungsbedarf (siehe Verbesserungsvorschläge). Reicht einem die einfache Streckenermittlung jedoch nicht, so muss man zu einem höherpreisigen Gerät greifen. Für mich ist der Zamo auf jeden Fall auch beim nächsten Projekt am Start!
 
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Hallo zusammen,

die Diskussion zum Testbericht Zamo findet ihr hier: http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-neuen-laser-entfernungsmesser-zamo- thema-23191.html

Liebe Grüße
Kathrin
2016-09-22 16:38:18

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