Die Handkreissäge PKS 40. Kompakter und leichter für noch präzisere Schnitte.

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Produkttest Handkreissäge PKS 40 4 Kommentare
Vom 27.03.16 Geändert 2016-03-27 18:15:51
Der erste Eindruck
Endlich, das Paket ist da und ich darf es auspacken! Das Gerät macht einen sehr soliden Eindruck. Die Griffe sind angenehm gummiert und das Gerät liegt gut in der Hand. Das Gewicht des Geräts ist optimal und sollte im Arbeitsalltag nicht negativ auffallen. Gegenüber dem Vorgängermodell fällt jedoch auf, dass die Schutzabdeckung des Sägeblattes aus Kunststoff und nicht mehr aus Metall ist. Ob das eine Sparmaßnahme ist?
Bei meinem Gerät geht der Parallelanschlag etwas schwer in die Führung rein, vermutlich ist eines der beiden Teile etwas verzogen (siehe Abbildung).
Im Karton kann man das Gerät sehr gut aufbewahren, einen Koffer gibt es für die Kreissäge nicht. Griffmulden in den Seitenteilen der Kiste wären zum Tragen hilfreich.
Eine sehr gute Idee finde ich das Cut-Control Sichtfenster. Damit kann man sehen, wo genau der spätere Schnitt landen wird. Leider ist das Sichtfensters im Bereich des Parallelanschlags für die 45° Markierung falsch konstruiert. Die Einstelllinien fluchten nicht mit der realen Position des Sägeblatts (siehe Abbildung). Hier sollte Bosch nacharbeiten.
Der Sicherheitsknopf an der Seite, der gedrückt werden muss bevor man die Säge starten kann, ist vergleichsweise schwergängig. Wenn man die Säge häufig an und ausschaltet würde man sich einen leichtgängigeren Knopf wünschen. Vielleicht könnte man den Knopf auf die Oberseite des Griffes verlegen, so dass man diesen bequem mit dem Daumen drücken kann.
Alle Einstellmöglichkeiten für Schnitttiefe, Gehrungswinkel und das manuelle Zurückziehen des Blattschutzes sind sehr gut erreichbar und ausreichend robust ausgeführt.

Das Handbuch
Im Handbuch ist die Handhabung und Einstellung der Maschine gut beschrieben. Es liegt ein Handbuch für Westeuropa und ein Handbuch für Osteuropa bei, was sich in den Sprachen unterscheidet… ;-)
Bei Abbildung E „Sägen mit Hilfsanschlag“ mit der Schraubzwinge (27) muss man in der Praxis aufpassen. Eine handelsübliche Schraubzwinge ist zu hoch, um bei größter Eintauchtiefe zu sägen, da das Motorgehäuse relativ tief sitzt (siehe Abbildung). Wenn man die Führungsschiene an der anderen Seite der Säge anlegt, dann hat man mit dem Motor keine Probleme mehr. Diese Anordnung ist aber nicht bei jeder Arbeitssituation möglich. Wenn man die volle Schnitttiefe nicht ausnutzt, dann kann man den Motor natürlich etwas „höherlegen“.
 
Die ersten Gehversuche
Die ersten Gehversuche habe ich mit einem Stück Buchenholz gemacht. Meine Schnittführung war nicht besonders gut, so dass das schlechte Schnittbild eher auf mich, als auf die Säge zurückzuführen ist. Ich war jedoch positiv überrascht, dass das Holz wenig ausgefranst ist.

Test 1 – Sägen mit Parallelanschlag
Wenn man mit dem Parallelanschlag arbeiteten will, dann muss dann darauf achten, dass man das Werkstück etwas über seine Unterlage herausschiebt, da der Parallelanschlag recht hoch ist (ca. 3 cm). Ansonsten klappt die Arbeit mit dem Parallelanschlag vergleichsweise gut und einfach, wenn es mal schnell gehen muss.

Test 2 – Sägen mit Hilfsanschlag (Aluschiene)
Deutlich besser geht das Sägen von statten, wenn man eine Aluschiene mit Schraubzwingen am Werkstück befestigt. So hat man eine solide Führung und auch lange Schnitte gelingen.
Man muss jedoch aufpassen, dass die Säge stets entlang der Führungsschiene geführt wird, sonst leidet das Sägeergebnis darunter:
 

Test 3 – Gehrungsschnitte
Nun wollte ich testen, wie genau die Winkeleinstellung für Gehrungsschnitte ist. Begonnen habe ich damit, die Einstellung genau auf die 45° Markierung der Maschine zu stellen. Das Resultat war nicht ganz zufriedenstellend, da sich in Summe kein 90° Winkel ergeben hat (siehe Abbildung).  
Zum Glück lässt die Säge eine Einstellung leicht größer als 45° zu, so dass nahezu perfekte Gehrungsschnitte möglich sind (siehe Abbildung).

Test 4 – Schnitttiefenverstellung
In Punkto Schnitttiefenverstellung gibt es bei dieser Handkreissäge nichts zu meckern. Die Ausführung der Verstelleinrichtung ist hochwertig, die Skala ausreichend gut ablesbar und die Genauigkeit ist ebenfalls sehr gut. Das Ergebnis lässt sich sehen (siehe Abbildung).

Test 5 – Herstellung und Verwendung einer Schnittvorrichtung mit Winkelverstellung
Mit der Kreissäge habe ich mir eine Schnittvorrichtung gebaut, um zukünftig bessere und genauere Sägeergebnisse zu erzielen. Die Vorrichtung besteht aus einer Grundplatte mit Anschlag für das Werkstück und einem Schlitten mit Aluprofilen, der drehbar gelagert ist. Der Abstand der Aluleisten ist genau auf die Breite der Kreissäge abgestimmt, so dass die Säge darin vor- und zurückgleiten kann.
Mit der Vorrichtung sind schnelle und gründliche Säge-Ergebnisse zu erreichen. Das Schnittbild weißt bei schnellem Arbeiten zwar Riefen auf, aber zumindest ist der Schnitt sehr gerade (siehe Abbildung). Wenn man entsprechend gründlich arbeitet werden die Ergebnisse noch besser.
 
Der Sägeblattwechsel
Der Sägeblattwechsel war mit etwas zu umständlich. Das Lösen der Schraube ist durch den Spindelarretierknopf zwar sehr einfach, aber die Schutzabdeckung des Sägeblattes verhindert es, dass man das Blatt bequem entnehmen kann. Obwohl ich die Schutzabdeckung komplett zurückgeschwenkt habe, musste ich die Schutzabdeckung „verbiegen“, um das Sägeblatt über die Motornabe zu führen. Das sollte nicht sein. Zum Glück muss man das Sägeblatt nicht so häufig wechseln.
Was mir gut gefällt ist die Tatsache, dass der Inbus-Schlüssel für den Sägeblattwechsel im Gehäuse aufbewahrt werden kann. Eine pfiffige Idee!

Verbesserungsvorschläge
Sehr wichtig
  • Cut-Control Sichtfenster im Bereich des Parallelanschlags korrigieren, damit Schnitteinstellung korrekt erfolgen kann für 45° Gehrungsschnitte
  • Hochwertigere und spielfreiere Motorlagerung verwenden für präzisere Arbeitsergebnisse
Nice-to-have:
  • Schutzabdeckung für Sägeblatt aus Metall, nicht aus Kunststoff
  • Schutzabdeckung so konstruieren, dass Sägeblatt einfach von der Nabe genommen werden kann
  • Vielleicht könnte man die Winkelskala für Gehrungsschnitte mit einer Schraubverbindung „kalibrierbar“ machen
Fazit
In Summe bin ich sehr zufrieden mit dem Gerät. Gerade Schnitte können deutlich präziser ausgeführt werden, als mit meiner Stichsäge. Die Verarbeitung des Geräts ist optimal für den Handwerker. Ergänzt man die Kreissäge mit einer selbstgebauten oder gekauften Führungsschiene, dann hat man einen sehr guten Alltagshelfer für die Werkstatt. Ich werde die Säge zukünftig für alle meine Sägearbeiten verwenden, da sie meine Erwartungen voll und ganz erfüllt.
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zur-handkreissaege-pks-40-thema-21585.html.

Liebe Grüße
Kathrin
2016-04-21 17:07:14

Wow! Was für eine Auswahl an qualitativ hochwertigen Bildern! Der Bericht ist gut strukturiert, aber ein oder mehrere konkrete Projekte erkenne ich so nicht. Buche, Dreischichtholz und MPX konnte ich erraten.

Insgesamt gut in Ordnung, hervorragende Bilder, Verbesserungsvorschläge und endlich mal jemand, der die Winkeltreue anspricht. Wenn kein Anwenderfehler vorliegt, ist das schon eine nicht nutzbare Funktion!
2016-04-21 17:52:40

Sehr guter und vielseitiger Testbericht, der durch tolle Fotos noch abgerundet wird.
2016-04-22 15:24:17

Alles Bestens gelaufen, gerne wieder...
5 D
2016-04-22 20:06:19

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