Die Farbsprühsysteme PFS 1000 und PFS 5000 E.
Für garantiert schönere Oberflächen als mit Pinsel und Rolle.

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Farbsprühsystem PFS-1000, ein Testbericht 4 Kommentare
Vom 13.06.16 Geändert 2016-06-13 08:57:32
Herzlich Willkommen zu meinem Testbericht für das Bosch Farbsprühsystem PFS-1000:
 
Lieferumfang:
- Gebläseeinheit
- Sprühpistole
- Luftschlauch mit Bajonettverschluß
- Bedienungsanleitung


Erster Eindruck:
Wie immer erreichte uns die Lieferung in einem braunen Karton mit Boschaufdruck. Soweit alles wie gehabt. Also Karton auf und darin eine Umverpackung in der üblichen Boschgestaltung. Aufdrucke und alles wie immer recht wertig. Leider sollte sich das nicht so fortsetzen. Als ich die Umverpackung öffnete war meine Begeisertung doch ein wenig dahin. Ich blickte in einen Karton in dem wiederum alles aus Pappe war. Nein nicht das Gerät ansich, aber das gesamte Inlay ist Pappe. Keine Box oder sonst etwas in der Art. Noch irritierender waren für mich aber die 3 Plastiktüten in denen die oben genannten Bestandteile des PFS-1000 verpackt waren. Also alles aus dem Karton geholt und erst einmal von den Plastiktüten befreit.

Was mir als aller erstes durch den Kopf schoß waren zwei Dinge, zum einen "Himmel ist das viel Plastik" und zum anderen "Sonderlich toll fühlt sich die Spritzpistole aber nicht an". Auch beim genaueren Betrachten wurde der erste Eindruck nicht revidiert. Wie immer ist alles in den üblichen Farben von Bosch gehalten, aber das was wir bei anderen Geräten als Softgrip kennen ist hier einfach nur schwarzes Plastik. Die Verarbeitung des Plastiks ist nicht einmal sonderlich überzeugend. Ich hatte im Griffbereich mehrere Stellen an denen noch Grate waren und auch die Übergänge zwischen den einzelnen Bauteilen wollten nicht so wirklich überzeugen. Überzeugen konnte mich das Gewicht des Gebläse und die Tatsache das der Luftschlauch mittels eines Bajonettanschlußes sowohl am Gebläse als auch an der Spritzpistole befestigt wird.

Da man nie vom ersten Eindruck ausgehen soll, bin ich mit dem PFS-1000 in den Keller gestiefelt und wollte das Nagellackregal meiner Frau mit weißer Farbe versehen. Im Keller wurde dann die Bedienungsanleitung raus geholt und überflogen ob irgendetwas wichtiges zu beachten ist. Zwei Dinge die für mich wichtig erschienen habe ich auch gefunden. Lacke müssen um 10% verdünnt werden und das verdünnte Gemisch muss einen Flammpunkt von über 55° haben. Moment mal, Flammpunkt über 55°? Wie zum Henker soll ich das einrichten? Also erst mal eine Dose Nitroverdünnung und verschiedene Dosen Lack aus dem Schrank geholt und geschaut ob da irgendwo ein Flammpunkt drauf steht über den man sich das dann nach dem verdünnen herleiten kann. Fazit: Nix is, auf keiner der Dosen war eine Information dazu. Nur allgemeine Hinweise das Nitroverdünnung entflammbar ist. Wer hätte das geahnt... So leid es mir tut das sagen zu müssen, aber ich kann mit diesem Hinweis in der Betriebsanleitung mal so garnichts anfangen. Achja, auf der rechten Seite meiner Spritzpistole ist ein dicker Aufkleber mit dem Text "Use only non-flammable Liquids". Für diejenigen denen Englisch noch weniger geläufig ist als mir und das können nicht viele sein, dass heisst "Nur mit unbrennbaren /nicht entflammbaren Flüssigkeiten verwenden". Irgendwie hatte ich da einen von diesen "Häääää?"-Momenten, ich soll dafür Sorge tragen das der Flammpunkt über 55° liegt, aber keine entflammbaren Flüssigkeiten verwenden? Merkwürdige Definition für mich, aber ok.


Zusammenfassung „Erster Eindruck“ in Pro / Contra:

Pro:
- Gewicht
- Bajonettverschluß an Luftschlauch

Contra:
- Keine Box oder Koffer sondern Unmengen Pappe
- Kein Softgrip sondern einfach nur schwarzes Plastik um diesen zu imitieren.
- Nicht die gewohnte Verarbeitungsqualität 
- Unstimmige Aussagen auf dem Gerät und in der Betriebsanleitung


Praxistest PFS-1000: 

Nachdem die Betriebsanleitung ausreichend Verwirrung gestiftet hat ging es dann nun endlich um Farbe. Also den Becher abgeschraubt und mit Farbe befüllt. 10% Wasser
aufgegossen, umgeührt, den Ansaugstutzen ausgerichtet und den Behälter drunter geschraubt. Apropos Ansaugstutzen, Es handelt sich hierbi um ein drehbares Rohr welches im unteren Drittel eine Biegung aufweisst. Dies soll dafür Sorge tragen das man auch den letzten Rest an Farbe aus dem Becher nuckeln kann. Nachteil dabei, wenn man wie ich ein Bauteil lackieren will wo man mal von oben und mal von unten an eine Fläche heran muss, muss man dauernd den Behälter abschrauben und das mit Farbe beschmierte Rohr drehen. Wenn man gerade dabei ist kann man sich auch direkt wieder mit dem Farbbecher rumärgern. Leider ist die Befestigung des Farbbechers unter der Spritzpistole nicht mit einer Überwurfmutter gelöst sondern mit einem starren Gewinde. Also stellt man entweder den Farbbecher auf die Werkbank und dreht die Pistole oder den Becher oder aber man hält mit einer Hand die Pistole während man mit der anderen den Farbbecher von unten einschraubt. Meiner Ansicht nach kann das auch in eine sehr dumme Situation führen. Stellt euch einmal vor ihr wollt den Becher einschrauben und müsst umgreifen um weiter zu drehen. Was meint ihr wohl was passiert wenn ihr das Gewinde beim ansetzen nicht weit genug rein gedreht habt? Gut, ich blieb verschont aber wie gesagt, ich sehe hier durchaus das Potienzial für dumme Missgeschicke.

Das Anschalten des Gebläses, welches man sich mit einem mitgelieferten Gurt umhängen kann, geschieht über einen einfachen Schiebeschalter. Sobald man diesen betätigt hat erreicht der PFS-1000 die Geräuschkulisse eines Handstaub-saugers. Ansonsten ist am Gebläse selbst keinerlei Einstellmöglichkeit, außer man verstopft den Filter vorsätzlich. Auch an der Pistole gibt es keine Möglichkeit den Luftdruck zu regulieren. Wo wir gerade dabei sind, der Luftdruck entweicht sobald das Gebläse angeschaltet ist dauerhaft aus der Düse. Beim ersten Mal anschalten hat es dann auch direkt mal meinen Notizzettel für den Test vom Tisch geblasen. Also Gebläse wieder aus, Gerät abstellen, Zettel aufheben, an einen sicheren Ort bringen und das PFS-1000 wieder umschnallen.

Hierbei habe ich dann einen Nachteil an dem recht starren Schlauch gefunden. Ich habe dummer Weise erst das Gebläse aufgehoben und habe damit dann über den Schlauch die Spritzpistole umgeworfen. Zum Glück ist durch die oben auf dem Farbbecher angebrachten Löcher keine Farbe ausgelaufen. Da die Spritzpistole mit dem Venturi-Effekt arbeitet müssen oben Löcher sein um den entstehenden Unterdruck im Farbbecher auszugleichen. Daher steht auch in der Betriebsanleitung das die Spritzpistole, sofern sie gefüllt ist, ausschliesslich aufrecht gelagert und transportiert werden sollte.

Nun aber wollen wir endlich das Regal meiner Angebeteten weiß machen. Spritzpistole ausrichten, abdrücken und schon haben wir das Regal herrlich vollgespritzt. Ich meine nicht im Sinne von wir haben die Farbe so verteilt wie wir wollen, sondern eher das es aussieht als habe die PFS-1000 einen ganz bösen Niesanfall. Ich kann leider nicht einmal die Schuld dafür gänzlich auf die PFS schieben, immerhin habe ich entgegen dem Hinweis in der Betriebsanleitung keine Probelackierung gemacht sondern mich einfach nur an die 10% Vorgabe für das Verdünnen von Lacken gehalten. Eindeutig
ein Fehler den ich zu tragen habe. Also alles wieder auseinander geschraubt und die Farbe auf eine Verdünnung von ca 20% gebracht. Dadurch war eine ausreichend feine Zerstäubung zu erreichen.

Aber was passiert wenn man Farbe verdünnt? Richtig, das Verhältnis von Pigmenten zu Masse sinkt und damit auch die Deckkraft. In Verbindung mit den Gegeben-heiten meines Werkstückes (Lackieren aus  verschiedenen Richtungen), der geringeren Deckkraft und auch der erhöhten Fliesneigung der Farbe habe ich wirklich schöne Nasen lackiert. Da die Farbe sehr flüssig war habe ich die Farbnasen dann mit einem Lappen abgenommen und nach einer kurzen Trocknungsphase erneut gesprüht. Hier hat sich dann erneut heraus gestellt das die Form meines Werkstückes nicht wirklich für den PFS-1000 geeignet ist, Stichwort drehen des Ansaugrohres.

Im Endeffekt habe ich die Hälfte meines Werkstückes mit der PFS-1000 bearbeitet, um im Anschluß genervt zum guten alten Pinsel zu greifen.

Ich sehe den Sinn der PFS-1000 eher bei Flächen mit Profil welche in eine Richtung lackiert werden können zum Beispiel Wände mit einer Nut-Feder Paneele oder Flächen wie ein Sichtschutzzaun für den Garten. Bei völlig ebenen Flächen und bei verwinkelten Flächen ist man mit Pinsel und Rolle schneller und genauer.

Ist das Werkstück recht schmal geht auch eine gewisse Menge Farbe dran vorbei. Das etwas vorbei geht war klar und auch das sich ein gewisser Farbfilm um das Werkstück herum bildet. Es war mir bis zu dem Moment wo ich wieder in die Wohnung kam und meine Frau anfing fürchterlich zu lachen nicht bewusst wieviel. Kleiner Tip am Rande, eine Staubmaske oder Atemschutzmaske solltet ihr tragen. Zumindest würde euch das vor einen durch lachen fast unverständlichem "Du hast weiße Nasenhaare" bewahren.

Ganz am Anfang hatte ich geschrieben das der Griffbereich nur schwarzes Plastik ist und kein wirklicher Softgrip. Nun weiss ich war, die PFS-1000 ist eine Wutz! Eingesaut hat es sich, aber vom feinsten. Der gesamte vordere Bereich ist überzogen mit einem feinen weißen Sprühnebel. Kommen wir zu der leidigsten Arbeit beim lackieren, dem reinigen. Der Einfachheit halber habe ich die PFS einfach mit in die Dusche genommen, wir hatten es beide nötig. Das Reinigen ging einfach und schnell. Hier kann ich keinen negativen Punkt finden. 


Zusammenfassung „Nutzung“ in Pro / Contra:

Pro:
- Leicht zu reinigen
- Geräuschkulisse durchaus erträglich

Contra:
- Mangelnde Möglichkeit ohne drehen des Ansaugrohres in verschiedene Richtungen zu lackieren
- Starker Sprühnebel
- Bei nicht vollem Farbbecher kann der starre Schlauch die Pistole umwerfen
- Verdünnungsangaben in der Betriebsanleitung nicht wirklich passend
- Schwierige Montage des Farbbechers bzw ein gewisses Potenzial für eine Sauerei
- Andauernder Luftstrom sobald Gebläse eingeschaltet ist
- Keine Möglichkeit den Luftstrom zu regulieren
 
Fazit:
Bei meinem Projekt leider keine wirkliche Hilfe sondern eher eine Last. Wie oben bereits geschrieben sehe ich den Anwendungsbereich eher bei Flächen mit leichtem Profil.
Allerdings ist bei großen Flächen die m²-Leistung wahrscheinlich zu gering. Fensterläden kann man damit bestimmt in einer guten Zeit lackieren. Die persönliche 
Schutzausrüstung ist auch hier wichtig, zumindest wenn man sich nicht 5 Minuten lang auslachen lassen möchte.

Praxistest Alpina Weißlack Seidenmatt:

Das ist schnell gesagt, bei der nötigen Verdünnung für das PFS-1000 war mir die Deckkraft zu gering. Unverdünnt hingegen ist die Deckkraft super und die Farbe füllt sogar kleine
Löcher / Unregelmäßigkeiten. Guter Verlauf beim auftragen mit dem Pinsel. Ich war angenehm überrascht und würde die Farbe eindeutig kaufen.


Fragen des Produktmanagments:
 
1: Was waren Deine ersten Gedanken, als Du das Farbsprühsystem PFS-1000 in der Hand hattest?
- Viel Plastik, nicht so wertig wie gewohnt, aber dafür sehr leicht.

2: Welches Projekt hast Du mit dem PFS-1000 gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wieviel Zeit hast Du benötigt?
- Siehe oben.

3: Wie leicht fällt Dir die Handhabung / Nutzung des Farbsprühsystems?
- Die Nutzung ist einfach und verständlich aber die Handhabung ist ein wenig umständlich. Siehe auch Pro/Contra "Nutzung".

4: Erfüllt das PFS-1000 deine Anforderungen und Erwartungen? Wie zufrieden bist Du mit deinen Ergenissen?
- Nein. Zufrieden mit dem Ergebnis bin ich nur durch die Nutzung des Pinsels.

5: Was können wir in Zukunft am Farbsprühsystem PFS-1000 verbessern oder erweitern?
- Überwurfmutter zur Befestigung des Farbbechers oder den Farbbecher wie bei den Profigeräten oben anbringen. Luftstrom regulierbar machen.

6: Würdest Du das PFS-1000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
- Kommt auf das Projekt an. Da ich nun die Grenzen kenne besteht durchaus die Möglichkeit.

7: Welches ist dein Lieblingslackfarbton?
- Schwarz, seidenmatt

8: Würdest Du eher einen Speziallack für die Anwendung in Farbsprühsystemen kaufen oder einen herkömmlichen Lack der auch für die Anwendung in Farbsprühsystemen geeignet ist?
- Eindeutig den herkömmlichen Lack. Diesen kann ich dann auch noch mit dem Pinsel aufbringen ohne das er zu dünn ist.
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-farbspruehsystem-pfs-1000-und-pfs-5000-e- thema-22209.html

Liebe Grüße
Kathrin
2016-06-28 15:23:34

Ohje, so sah meine nicht aus. Dein Bericht liest sich klasse. Ich habe an manchen Stellen Tränen gelacht. Allein dafür schon 5D
2016-06-28 15:36:54

Endlich mal ein Bericht der Tacheles Aussagt, dafür 5D
2016-07-04 18:07:00

Hallo Nekesama!

Vielen Dank für die vielen Hinweise und Verbesserungsvorschläge!
Bezüglich deines Hinweises zum Flammpunkt: Danke dafür. Wir werden eine Umformulierung in der Bedienungsanleitung prüfen. Der Hintergrund für den Hinweis in der Bedienungsanleitung ist die gültige Gerätenorm. Den Aufkleber "Use only non-flammable Liquids" wird es in der zukünftigen Produktion der Geräte nicht mehr geben.

Schau doch auch mal in unser Trainingsvideo zum Thema PFS: https://www.youtube.com/watch?v=04HWT3PDtFQ
2016-07-14 08:52:58

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