Die Farbsprühsysteme PFS 1000 und PFS 5000 E.
Für garantiert schönere Oberflächen als mit Pinsel und Rolle.

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PFS 1000 - Ein Erfahrungsbericht 2 Kommentare
Vom 30.05.16 Geändert 2016-05-30 22:15:39
1. Was waren deine ersten Gedanken, als du das Farbsprühsystem PFS 1000 in der Hand hattest?
Nach Bekanntgabe der Tester, wurden Die beiden Alpina Lacke in weiß und blau (jeweils seidenmatt) recht zügig geliefert. Mit etwas Verzögerung ging dann auch das Farbsprühgerät bei mir ein. Der Inhalt ist auf den ersten Blick überschaubar: Sprühpistole, Kompressor, Tragegurt, Verbindungsschlauch und Bedienungshandbuch. Beim Auspacken des PFS 1000 fiel mir als erstes die Größe der eigentlichen Sprühpistole ins Auge, denn dies wirkt anfangs doch recht groß. Dieser Fakt stellte sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Vorteil heraus, da sie durch die Größe sehr gut in der Hand liegt. Erstaunlich ist das sehr geringe Gewicht der Pistole, was vor allem an den verarbeiteten Materialien liegt (ausschließlich Kunststoffe). Hier warf sich bei mir der Gedanke auf, wie robust die Pistole wohl ist, wenn sie einem beim Arbeiten doch einmal herunterfällt. Sehr auffällig sind zudem die sehr kompakte Bauform des Kompressors und die alles in allem sehr gute Verarbeitung der Teile. Der Schlauch wirkt bei erster Betrachtung etwas starr, was sich aber beim Arbeiten an sich aber nicht störte.

2. Welches Projekt hast du mit dem PFS 1000 gemacht? Wie bist du dabei genau vorgegangen und wieviel Zeit hast du benötigt?
Nachdem ich mich kurz durch die nicht allzu umfangreiche Bedienungsanleitung gelesen hatte, wollte ich als erstes die Bedienung und Handhabung des PFS 1000 ausprobieren und üben. Dazu wurde das Gerät zusammengebaut, Wasser in den Materialbehälter gefüllt und unsere Terrasse „lackiert“. Schon bei diesem ersten Test fiel mir auf, dass schon ein wenig Übung und Erfahrung notwendig ist, um gute und gleichmäßige Ergebnisse zu produzieren. Speziell die Einstellung der Sprühmaterialmenge ist nicht immer ganz einfach (auch wenn Wasser dazu sicherlich nicht das geeignetste Sprühmaterial ist ;). Aber nach ein paar Quadratmetern bei meinem Wassertest hatte ich das Gefühl, dass ich nun das erste Projekt starten kann.
Die Bohlen unserer Holzterrasse (Bild 1 und 2) brauchten dringend einen neuen Anstrich und da ich diese Arbeit sonst jedes Jahr mit dem Pinsel auf Knien rumrutschend ausführen muss, kam mir das PFS genau richtig. Vor dem eigentlichen Sprühvorgang wurde das Holz mit Schrubber und Drahtbürste von Dreck, losen Teilen und teilweise angesetztem Moos befreit (Bild 3 und 4). Anschließend wurde die Oberfläche mit dem Exzenterschleifer leicht angeschliffen und dabei auch restliche Lasuren entfernt. Vorsichtshalber habe ich dann die Umrandung der Terrasse abgeklebt (sicher ist sicher ;) (Bild 5 und 6). Als Sprühmaterial habe ich mich für die Bondex Express Holzlasur in Nussbaum entschieden (Bild 7). Diese kann sowohl mit Pinsel/Rolle aufgetragen, als auch gesprüht werden. Die Lasur wurde dabei in zwei Schichten aufgetragen. Dabei erwies sich die Einstellmöglichkeit der Sprühdüse als sehr vorteilhaft. Mit dem Rundstrahl wurden als erstes die Zwischenräume zwischen den einzelnen Bohlen ausgesprüht. Danach konnte die Lasur mittels waagerechtem bzw. senkrechtem Flachstrahl (je nach Bewegungsrichtung) flächig aufgetragen werden. Die Sprühmenge habe ich dabei so gewählt, dass beim ersten Durchgang ein etwas dünnerer (Einstellrad etwa bei 1/4) (Bild 8 und 9), beim zweiten Durchgang ein deckender (Einstellrad etwa bei 2/3) Anstrich entstand (Bild 10 und 11). Das Ergebnis kann sich sehen lassen und anstatt 2-3 Stunden mit dem Pinsel, hat die Arbeit dieses mal nur ca. eine halbe Stunde gedauert (exklusive Trocknungszeit, versteht sich ;) Leider konnte ich das kleines Video vom Sprühvorgang nicht mit anhängen.

3. Wie leicht fällt dir die Handhabung/Nutzung des Farbsprühsystems?
Wie bereits beschrieben, ist ein wenig Übung notwendig, um gleichmäßige Lackier-/Lasierergebnisse zu erzielen. Bevor man also das eigentliche Projekt startet, sollte man seine „Künste“ und die Einstellungen an einem Testobjekt erproben. Wenn man den Dreh einmal raus hat, geht die Arbeit leicht von der Hand. Nachdem ich mich mit dem System angefreundet hatte, gab es keine Beanstandungen was die Handhabung angeht.
Besonders hervorheben muss ich die Reinigung des Geräts. Meine anfänglichen Befürchtungen, dass die eingesparte Arbeitszeit bei der Reinigung wieder verloren geht, haben sich nicht erfüllt. Die farbführenden Teile sind von der Anzahl her übersichtlich und lassen sich sehr einfach vom Gerät entfernen. Da ich eine Lasur auf Wasserbasis verwendet habe, konnte ich alle Teile einfach mit Wasser und einem Spritzer Spülmittel reinigen (Bild 12 bis 15). Dieser ganze Vorgang hat alles in allem ca. 5 Minuten gedauert, was ein sehr beachtlicher Wert ist. Wie es aussieht, wenn man lösemittelbasierte Lacke/Lasuren verwendet, kann ich leider nicht beantworten, da die Zeit nicht ausgereicht hat um dies zu testen.

4. Erfüllt das PFS 1000 deine Anforderungen und Erwartungen? Bist du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen?
Diese beiden Fragen kann ich kurz und knapp bejahen. Die anfängliche Skepsis wurde bei mir durch die sehr gute Performance des Geräts eindeutig in Überzeugung umgewandelt. Die Arbeit ging zügig voran und das Ergebnis ist genau, wie ich es mir vorgestellt habe.

5. Was können wir zukünftig noch an dem Farbsprühsystem PFS 1000 verbessern oder erweitern?
Trotz der vielen positiven Aspekte, gibt es ein paar Kleinigkeiten, die man an dem Gerät aus meiner Sicht verbessern könnte.
  • Unsere Terrasse ist mit 5 x 3,5 Metern zwar schon recht groß, aber nicht riesig. Leider ging ohne eine Verlängerungsschnur nix. Die 2 Meter Kabel am Gerät sind für solche Arbeiten einfach nicht ausreichend. Ich glaube auch nicht, dass ein längeres Kabel so viel mehr kosten würde.
  • Der Zuleitungsschlauch ist, wie bereits weiter oben erwähnt, etwas starr. Das stört beim eigentlichen Handling der Maschine nicht. Möchte man die Sprühpistole während einer Arbeitspause allerdings abstellen, führt es dazu, dass sie umfällt, wenn der Sprühmittelbehälter nicht zu mindestens 50% gefüllt ist. Da hilft es bloß, den Schlauch zu deinstallieren. Das ist nicht weiter tragisch, nervt aber ein wenig beim Arbeiten.
  • Das Steigrohr/die Behälterdichtung: um Gewicht zu sparen, sind so ziemlich alle Teile des PFS 1000 aus Kunststoff, was nicht weiter schlimm ist, da alle Teile sehr gut verarbeitet sind und verschraubt werden, so dass nix wackelt oder klappert. Die einzige Ausnahme bildet das Steigrohr. Dieses ist verbunden mit der Behälterdichtung und wird nicht verschraubt, sondern nur über eine Buchse gesteckt. Ich habe die Verbindung mehrfach gelöst und wieder zusammengesetzt, wobei auffiel, dass diese von Mal zu Mal etwas weniger fest wirkte. Ich glaube, dass hier eine Schwachstelle liegt, für die man vermehrt Ersatzteile besorgen muss. Befände sich hier ebenfalls eine Schraubverbindung, wäre das aus meiner Sicht wesentlich besser.
  • Ich hatte die Verteilung des Sprühnebels doch etwas unterschätzt. Trotz Abkleben hatte ich nach dem Lasieren viele braune Ränder an den Übergängen. Dies ist kein direkter Nachteil des Systems, aber man sollte es bedenken, wenn man die Lackier-/Lasierarbeit vorbereitet, denn hier geht erheblich viel Zeit drauf.

6. Würdest du das PFS 1000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Eindeutig „JA“. Die Zeitersparnis gegenüber dem Pinseln ist enorm und gefühlt ist auch der Verbrauch an Material geringer. Zudem hat man keine Strukturen im Lack/in der Lasur, die von der Beschaffenheit der Rolle/des Pinsels kommen.

7. Welches ist dein Lieblingslackton?
Diese Frage kann ich nur bedingt beantworten, da ich mit dem PFS 1000 bisher nur Lasur verarbeitet habe. Zum Lackieren von Werkstücken bin ich leider zeitlich nicht mehr gekommen, aber prinzipiell finde ich einen weißen Lack in seidenglänzend immer sehr dezent und edel.

8. Welche Objekte würdest du als nächstes Sprühlackieren?
Ich habe für die Verwendung des Systems schon zwei neue Projekte vorbereitet. Zum einen haben wir einen alten Balkontisch, den ich gerne mit verschiedenen Lacktönen im „Vintage-Style“ lackieren möchte (die Vorbereitungen dazu sind bereits getroffen, nur leider spielt das Wetter momentan nicht mit) und zum anderen soll eine alte Laterne einen schönen neuen weißen Lack erhalten. Beide Projekte werde ich schon bald durchführen und dann ggf. noch einmal separat auf meiner Seite beschreiben.

9. Würdest du eher einen Speziallack für die Anwendung in Farbsprühsystemen kaufen oder einen herkömmlichen Lack, der auch für die Anwendung in Farbsprühsystemen geeignet ist?
Die Lasur, die ich verwendet habe, kann universell eingesetzt werden, also sowohl gepinselt, als auch gesprüht werden. Ich kann nichts Negatives über die Verarbeitung sagen. Die Arbeit war sauber und tropffrei. Wie sich das ganze bei Lacken verhält, kann ich leider noch nicht beantworten. Schaut man sich allerdings die Auswahl der handelsüblichen Baumärkte an (wo wohl auch die meisten „Hobbyheimwerker“ einkaufen), dann ist die Auswahl an Speziallacken für Farbsprühsysteme eher begrenzt. Deshalb würde ich (und sicher auch viele andere)
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-farbspruehsystem-pfs-1000-und-pfs-5000-e- thema-22209.html

Liebe Grüße
Kathrin
2016-06-27 16:09:33

Gefällt mir. Ausführlicher Bericht und tolle Fotos.
2016-06-27 21:03:49

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