Die Farbsprühsysteme PFS 1000 und PFS 5000 E.
Für garantiert schönere Oberflächen als mit Pinsel und Rolle.

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Das Farbsprühsystem PFS 1000 im Test 5 Kommentare
Vom 29.05.16 Geändert 2016-05-29 20:09:13
Zuerst einmal möchte ich mich bedanken, an diesem Test teilnehmen zu dürfen. Tatsächlich hatte ich schon öfter mit so einem Gerät geliebäugelt, weil wir im Garten eine Menge Holz haben und das Anstreichen für mich eine der schlimmsten Arbeiten überhaupt ist. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, am langen Himmelfahrts-Wochenende im Garten einen Unterstand zu bauen, aber leider verzögerte sich die Auslieferung des PFS bis nach dem Wochenende, so dass ich euch nicht schon das fertige Projekt präsentieren kann, sondern vorerst nur die Balken. Aber gut, dieses Gerät hätte bei dem restlichen Projekt sowieso nichts mehr viel zu tun gehabt.

Was waren Deine ersten Gedanken, als Du das Farbsprühsystem PFS 1000 E in der Hand hattest?
Mein erster Eindruck zu dem Gerät war, dass der Kompressor deutlich leichter und kleiner war als ich mir das vorgestellt hatte. So stellte ich mir die Frage, warum man das ganze überhaupt auf 2 Geräte aufteilt und nicht einfach in einem Gerät zusammenfasst. Aber vermutlich ist es gerade bei größeren Flächen doch auf Dauer unhandlich.

Welches Projekt hast Du mit dem PFS 1000 E gemacht? Wie bist du dabei genau vorgegangen und wieviel Zeit hast du benötigt?
Ich habe 2 Projekte mit dem PFS 1000 bearbeitet:
Zum einen möchte ich einen Unterstand für meine Gartengeräte bauen. Wir haben kürzlich ein neues Dach mit 2 Gauben bekommen und haben davon noch ein paar Balken über, die galt es zu lasieren. Ich habe dazu herkömmliche Lasur aus dem Baumarkt benutzt (10€/5l). Ich habe 4 Balken 14x8x4000cm auf Böcke gelegt und dann lasiert (Bild1: Vorher, Bild2: Mittendrin, Bild3: Nachher). Alle Seiten zusammen macht also in Summe ca. 6,5m². Das Ganze hat mit Befüllen des Behälters und Balken drehen 10 Minuten gedauert. Mit dem Pinsel hätte ich auf jeden Fall ein Vielfaches dieser Zeit benötigt. Das Reinigen danach hat etwa auch nochmal 10 Minuten gedauert. Es sind recht wenig Teile zu reinigen, daher ist die Reinigung einfacher als erwartet.
Zum anderen habe ich die Fensterbänke für besagte Gauben lackiert. Dafür habe ich die mitgelieferte Alpina-Farbe verwendet. Ich habe die Farbe zuerst unverdünnt verwendet und zur Probe auf einen Karton gesprüht. Dabei konnte man sehen, dass das Farbbild doch sehr sprenkelig war (Bild4). Ich habe dann die Farbe verdünnt und wieder eine Probe gesprüht. Das Lackbild war nun besser, wenn auch nicht ganz so gut wie von mir erwartet. Fertige Fensterbänke: Bild5

Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Nutzung des Farbsprühsystems?
Ich hatte mir wirklich vorgenommen, erst die komplette Bedienungsanleitung zu lesen, bevor ich mit dem Werkzeug. Aber es ist eine dieser Anleitungen, wo vorn zuerst die Bilder mit Nummern kommen und dann die Beschreibung in diversen Sprachen. Also müßte man ständig hin und herblättern, wollte man strikt nach Anleitung vorgehen. Ich verstehe ja, dass man so alles mit einer Anleitung abdienen kann, aber ich persönlich mag sie überhaupt nicht. In diesem Fall war es auch gar nicht notwendig, weil die Montage selbsterklärend ist und die Bedienung in wenigen aussagekräftigen Piktogrammen auf dem Gerät selber wirklich super erläutert wird (Bilder 4 und 5).
Der Kompressor hat einen Schultergurt zum Umhängen. Mich persönlich hat das aber bei der Arbeit gestört, so dass ich nach kurzer Zeit den Kompressor lieber in die Hand genommen habe. Die Sprühpistole ist komplett aus Hartplastik, auch wenn die schwarzen Teile auf einen Softgrip schließen lassen. Ergonomisch ist hier meiner Meinung nach generell noch Luft nach oben. Der Schalter für den Luftstrom ist sehr groß, so dass man ihn eher mit 2 Fingern bedient(Bilder 6 und 7). Er hat auch eine recht hohe Vorspannung, so richtig komfortabel ist das nicht. Die Menge der Farbe, die dem Luftstrom zugeführt wird, regelt über ein Drehrad an der Seite der Sprühpistole (Bild8). Im Grunde genommen verändert man damit den Anschlag des Schalters. Der Einstellbereich umfasst 20 Rasten. Das finde ich völlig ausreichend, allerdings kommt selbst bei der kleinsten Stufe noch relativ viel Material aus der Düse, wenn man mit dünnflüssiger Lasur arbeitet. Mit Lack ist auch der Durchsatz durch die Düse besser, sprich: Wenn man auf die kleinste Stufe stellt, dann kommt auch wirklich sehr wenig raus. Man merkt, dass die Düse eher auf etwas zähere Lacke abgestimmt ist als auf dünne Lasur.


Erfüllt das PFS 1000 E Deine Anforderungen und Erwartungen? Bist du zufrieden mit deinen Arbeitsergebnissen?
Ich bin durchaus zufrieden mit den Ergebnissen. Meine Erwartungen waren aber auch nicht besonders hoch, ich würde sie als realistisch bezeichnen. Ich bin also nicht davon ausgegangen, dass meine Sachen hinterher aussehen wie aus der Lackiererei.

Was können wir zukünftig noch an dem Farbsprühsystem PFS 1000 E verbessern oder erweitern?
Einige Punkte ergeben sich ja bereits aus den anderen Frage und tauchen evtl nun doppelt auf, aber ich möchte hier trotzdem der Ordnung halber noch mal alle Punkte nennnen.
Ergonomie:
Wie oben beschrieben ist da für mich noch Luft nach oben
Akkubetrieb:
Vor allem beim Lasieren der langen Balken war das Kabel doch manchmal zu kurz, so dass ich mir Gedanken über einen Akkubetrieb gemacht habe. Da der Kompressor ja sowieso zum Umhängen ist, würde etwas mehr Gewicht nicht stören. Es ist dann natürlich schlecht, wenn der Akku gerade dann leer ist, wenn man mitten in der Arbeit ist und keinen Zweitakku hat.
Aufhängung Srühpistole:
Wirklich gut wäre es, wenn man die Sprühpistole kopfüber abstellen könnte. Ich mußte beim lasieren mehrfach den Behälter füllen. Wenn man ihn abgeschraubt hat und die Pistole auf die Seite legt, dann läuft hier noch Lasur/Farbe heraus. Wenn man nun die Pistole kopfüber abstellen könnte würde das nicht passieren. Das könnte über einen extra Halter passieren, oder auch durch die Form des Gehäuses, oder auch z.B. zum Einhängen im Kompressor.
Einstellung Farbmenge:
Mir kommt auf der kleinsten Stufe vor allem bei dünnflüssiger Lasur zu viel Material aus der Pistole.
Eine zweite Düse für Lasuren würde für mich Sinn machen.
Der Kompressor:
Er ist relativ laut und hat eine sehr hohe Drehzahl. Vermutlich ist das der Preis für sein geringes Gewicht und seine kompakte Bauform, aber er ist wirklich unangenehm. Man hat regelrecht das Gefühl, als wollte er einen antreiben. Ich würde etwas mehr Gewicht und Bauraum gern in Kauf nehmen, wenn dadurch die Drehzahl niedriger wäre und das Gehäuse etwas gedämmt.


Würdest Du das PFS 1000 auch in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Auf jeden Fall. Für größere Flächen ist das Gerät eine unglaubliche Erleichterung.
Welches ist Dein Lieblingslackfarbton?
Weiß. Das liegt daran, dass bei uns eigentlich alles im Moment weiß lackiert wird. Aber warum interessiert sich Bosch bloß für meine Lieblingsfarbe?
Welche Objekte würdest Du als nächstes Sprühlackieren?
Als nächstes werde ich es einmal mit Öl probieren, meine Gartenmöbel müssen mal wieder neu geölt werden
Würdest Du eher einen Speziallack für die Anwendung in Farbsprühsystemen kaufen oder einen herkömmlichen Lack der auch für die Anwendung in Farbsprühsystemen geeignet ist?
Wenn beides möglich ist, dann wäre das eine reine Preisfrage. Ich würde aber wohl nicht mehr für einen Speziallack ausgeben

Zu guter Letzt noch einmal mein persönliches Fazit:

Ich sehe die Anwendung vor allem im Lasieren und Ölen von Holz im Garten. Für diesen Zweck ist es ein wirklich gutes Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Das System wird in Zukunft bei mir im Garten also noch eine Menge zu tun haben.
Beim Lackieren bin ich mir nicht so sicher: Das Sprühbild ist recht sprenkelig, wer also wirklich schöne Oberflächen lackieren möchte, ist hier an der falschen Adresse. Mag sein, dass mir hier vielleicht auch ein wenig die Übung fehlt, aber ich benötige so ein Gerät auch nur ein paar mal im Jahr, so dass sich da bei mir (und vermutlich den meisten anderen Heimwerkern) kaum eine Routine einstellen kann. Denn man versprüht ja nicht jedes mal erst mal ein paar Liter Farbe, bevor man sein eigentliches Werkstück lackiert. Die zweite Sache ist der Farbnebel: Ich habe das System nun einmal in meiner Werkstatt ausprobiert und konnte nicht sehen, dass sich irgendwo großartig Farbe abgesetzt hat. Trotzdem würde ich es hier eher nicht mehr verwenden, der Luftstrom ist schon ziemlich stark und auf Dauer wäre die Farbe vermutlich doch überall. Zudem nervt das Reinigen des Gerätes, wenn man mit Farbe gearbeitet hat. Dafür kann natürich das Gerät nichts, das liegt in der Natur der Sache. Als Schluß dieser Punkte würde ich das Gerät also nur wieder zum Lackieren verwenden, wenn ich irgendetwas sehr großes im Außenbereich lackieren müßte … Auf Anhieb wüßte ich aber nicht, was das sein könnte.
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-farbspruehsystem-pfs-1000-und-pfs-5000-e- thema-22209.html

Liebe Grüße
Kathrin
2016-06-14 17:36:47

@ Earnd

Zu deiner Frage zum Thema Lieblingslackton: Das interessiert natürlich Alpina, die die Farbe für diesen Test bereitgestellt haben. Eben was zur Zeit besonders beliebt ist.
2016-06-14 17:40:23

ein sehr Guter und Sachlicher Bericht, hier wurde auf Vor- und Nachteile eingegangen. Die Verbesserungsvorschläge fand ich sehr Gut. Fazit ein Top Bericht
2016-06-14 17:56:17

Guter Bericht. Auch hier wurden die Stärken und Schwächen benannt. Die Fotos sind aussagekräftig.
2016-06-15 07:39:05

Toller Bericht und übersichtliche Gliederung.
2016-06-17 08:03:48

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