PSA 18 LI – für alle schnellen Schnitte

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der grüne Säbelzahntiger 2 Kommentare
Vom 15.06.14 Geändert 2014-06-15 22:35:10
Ich habe mich wie ein kleines Kind gefreut zu lesen, dass ich die PSA testen darf. Nun, nach einigen Startschwierigkeiten wegen Lieferengpässen, konnte es dann letztendlich losgehen. Und wie immer ist das Bosch-Team fair – denn einige Projekte haben sich nicht aufschieben lassen und somit hat man uns etwas mehr Zeit zum Testen eingeräumt – ein herzliches Dankeschön hierfür.

Herzlich Willkommen
Kaum hatte ich die Säge dem GLS-Mann „entrissen“, ging es in die Werkstatt. Wie schon zuvor im Forum gelesen, kommt die Säge ohne Koffer in einem Karton, der bereits ein wenig auf dem Postweg gelitten hatte. Eigentlich bin ich ja ein Verfechter der grünen Koffer. Da die PSA aber, ähnlich wie meine Akkuschrauber, ein Werkzeug aus der „Immer-bereit-Kategorie“ ist, kann ich den fehlenden Koffer diesmal verkraften. Sie hat mittlerweile einen festen Platz – in einem KG-Rohr an der Werkbank.

An der Verpackung muss ich trotzdem mäkeln: Was absolut schlecht gelöst ist, ist das „Geheimfach“ an dem sich das Sägeblatt versteckt. Es ist in der Verschlusslasche des Kartondeckels untergebracht. Wer hier nicht aufpasst, wirft es entweder mit dem Karton weg oder schneidet sich in die Finger, wenn er ungeachtet an die Lasche greift. Das geht wirklich besser!

Read the *** manuals
Nun, das Handbuch ist wie jedes andere Bosch-Handbuch auch – grau, vielsprachig aber gut verständlich - wenn man mal vom stetigen Hin- und Herblättern absieht. Was ich jedoch ganz spannend fand, war die Anleitung für Tauchschnitte mit der Säbelsäge. Ich muss zugeben – ich wäre nicht auf die Idee gekommen, mit der PSA Tauchschnitte, wie man sie von der Stichsäge kennt, auszuprobieren.

Liebe auf den ersten Blick
Da ich bereits einige Geräte der 18V-Familie (inkl. zweier 2Ah-Akkus) besitze, konnte ich sofort loslegen ohne auf das Laden des Akkus zu warten.  Mein erster (akustischer) Eindruck – das Ding klingt wie eine Nähmaschine im Leerlauf – klingt irgendwie nicht nach „Power Tool“. Haptisch überzeugt die Säge. Sie liegt sehr gut in der Hand und die Bedienelemente sind gut zu erreichen. Außerdem ist sie angenehm leicht, so dass auch längeres Arbeiten damit kein Problem sein sollte. Der Spannhebel für die Sägeblattaufnahme ist anders als bei der KEO oder GSA besser zu bedienen, wie ich finde. Er ist recht groß und griffig. Die runden Arretierungsknöpfe der anderen genannten Sägen finde ich im Vergleich deutlich fummeliger. Einziger Nachteil des Hebels der PSA – wenn die Hubstange weit vorne (am schwarzen Metallbügel) steht, wird’s etwas eng für die Finger.

Auf zum Praxistest
Der erste Test war keine nennenswerte Herausforderung für die Säge. Aber ich hatte noch größere Stücke alter Rigips-Platten im Keller, die ich passend für die Reste-Tonne zuschneiden wollte, um sie endlich aus dem Haus zu schaffen. Ein „Plaster“-Blatt aus dem Keo-Test lag auch noch herum, so dass ich direkt raus konnte und loslege. Erstes Fazit – kabelloses Arbeiten ist super. Wie zu erwarten, waren die Platten keine Herausforderung für die PSA – aber das Rigips-Blatt leistet gute Dienste und schnellen Sägefortschritt. 

Im Keller habe ich dann noch aus einem übrig gebliebenen HT-Rohr eine Aufbewahrungsbox für Kabelbinder gebastelt. Dabei habe ich mit einem Metallblatt geschnitten – auch das keine nennenswerte Herausforderung. Aber es macht so viel Spaß mit der PSA zu sägen. Sie frisst sich durch alles, was man ihr vorlegt. Im Sägewahn habe ich dann mal ihre Fähigkeiten als „Stichsägen-Ersatz“ getestet, denn meine Aufbewahrungsbox brauchte eine Bodenplatte. Ok, Präzisionsschnitte habe ich nicht erwartet – die gab’s auch nicht. Aber für ein Werkstatt-Möbel, welches auf die Schnelle zusammengebaut wurde, ein akzeptables Ergebnis.

Raus ins Grüne
Für die Fundamente eines Gartenzaunes habe ich ein großes KG-Rohr als Schalung nutzen wollen. Auch diese habe ich mit der PSA problemlos gekürzt. Hierbei weckte die die stufenlose Geschwindigkeitsregelung totale Begeisterung. Denn gerade, wenn man an einem bestimmten Punkt zu sägen beginnen will, ist es hilfreich „mit Gefühl“ anzusägen. Mit der PSA kein Problem. Positiver Nebeneffekt – dank Akku entfiel das lästige Kabellegen ans andere Ende des Gartens. 

Beim Aushub der Löcher für die Zaunpfähle dann der nächste Einsatz für den Duracell-Säbelzahntiger. Nein, man kann damit nicht graben ;-) Da der Zaun am Waldrand stehen sollte, gab es jede Menge Wurzeln, welche den Erdbohrer am Fortkommen hinderten. Also die Wurzeln kurzerhand mit der Gartenschaufel freigelegt (den Spaten hat’s dabei zerbrochen) und die Wurzeln direkt in der Erde zerlegt. Ich habe hierbei verschiedene Sägeblätter ausprobiert - Wood & Metall sowie ein kurzes Top for Wood. Letzteres brachte  einen deutlich besseren Sägefortschritt, wenngleich es nach dem dritten Loch auch sein Lebensende erreicht hatte.

An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass ich noch nicht ein einziges Mal den Akku getauscht oder nachgeladen habe. Erst beim der vorletzten Wurzel wurde ein frischer Akku nötig. Was die Laufzeit betrifft, bin ich absolut begeistert. Ich hätte nicht mit solcher Ausdauer gerechnet. Bei längeren Sägearbeiten empfiehlt sich aber ein Zweit-Akku. Denn der Ladevorgang des Akkus dauert ca. 90 Minuten.

Als praktisch hat sich beim Sägen „im Loch“ erwiesen, dass man das Sägeblatt in beide Richtungen einlegen kann – also mit den Zähnen noch unten oder oben. Somit kann man komfortabel sägen ohne Hand und Säge verdrehen zu müssen.

Und dann war da noch…
… der Spaten. Um einen neuen Stiel einzusetzen musste der alte zunächst weichen, was in Anbetracht dessen Alters gar nicht so einfach war – Stiel und Spaten waren dank „Lebenserfahrung“ und Stahlnieten Eins geworden. Aber auch hier konnte die PSA wertvolle Dienste leisten. Denn das „Wood and Metall“-Blatt fraß sich problemlos durch den Rest von dem, was einst der Spatenstiel war. Das Teil macht so einen Spaß…

Als Vorbereitung auf das nächste größere Projekt habe ich dann noch ein wenig „Grün“ geschnitten (Hollunder, Walnuss etc.) – das Zeug stand im Weg. Hierzu habe ich ein langes Top for Wood-Blatt verwendet. Anders als die KEO fällt hier (gerade bei dünneren Ästen) auf, dass das Schnittgut stark mitschwingt, was den Sägefortschritt natürlich merklich bremst. Die Keo hält den Ast, daher wird sich auch weiterhin mein Begleiter bei feinen Baumschnitten bleiben. Für’s Grobe aber ist die PSA absolut unschlagbar. Angenehm fällt hierbei auf, dass sich die Säge (zur Not) auch mal mit einer Hand bedienen lässt, z. B. wenn man die andere Hand zum festhalten braucht…

Schaffe, schaffe, Häusle baue
Mein Großprojekt bei dem mein „grünes Monster“ oft zum Einsatz kam, war der Bau eines Geräteunterstandes für meinen Anhänger. Als Ausgangslage habe ich hier einen Aktions-Carport aus dem Baumarkt verwendet, welchen ich passend zugeschnitten habe. Für alle hierbei anfallenden Arbeiten habe ich ein langes Top for Wood-Blatt verwendet.

Die große Herausforderung für die PSA war es, die 12x12 Pfosten zu kürzen. Mir war bewusst, dass dies eigentlich über den Spezifikationen der Säge lag, aber man wächst ja mit seinen Aufgaben. Und mit der richtigen Sägetechnik war auch dies kein Problem. Wichtig ist hierbei, dass man nicht mit Druck arbeitet, sondern darauf achtet, dass die schwarze Anschlagplatte stets am Werkstück aufliegt und man der Säge mit leichten Wippbewegungen das Fortkommen erleichtert. Das Schnittbild, die Geschwindigkeit und das Handling haben überzeugt. Vier 12x12-Balken aus KVH waren kein Problem mit einer Akku-Ladung – danach kam aber nicht mehr allzuviel, so dass ein frischer Energie-Würfel fällig wurde. Wer mehr zu sägen hat, sollte ausreichend Akkus vorhalten oder auf die kabelgebundene Version zurückgreifen.

Turbo-Boost
Bei den großen Kanthölzern habe ich dann auch mal den Turbo ausprobiert. Er lässt sich über einen Kippschalter auf der linken Sägenseite zuschalten und versetzt das Blatt in eine Pendelbewegung, was einen schnelleren Schnitt versprechen soll. Ob dem wirklich so ist, kann ich nicht beurteilen. Ohne die Zeit gestoppt zu haben, würde ich nicht behaupten schneller gesägt zu haben. Auch das Schnittbild war nicht merklich unsauberer. Aber… die Säge läuft deutlich unruhiger und vibriert merklich – ich verzichte in Zukunft auf den Turbo und arbeite „gemütlich“.

Fazit
Die PSA ist ein rundum gelungenes Werkzeug für den Heimwerker mit dem sich 90% aller anfallenden Sägearbeiten in Heim und Garten erledigen lassen. Für große Bauprojekte mit vielen Sägearbeiten ist eine kabelgebundene Säge vielleicht sinnvoll. Die Akku-Leistung überzeugt und das Handling der Säge sorgt für Spaß bei der Arbeit – nicht zuletzt, weil kein störendes Kabel im Weg ist.

Negativ sind mir lediglich der Karton mit dem versteckten Sägeblatt und der wenig effektive Turbo aufgefallen.

Ich bedanke mich abschließend, dass ich an diesem Test teilnehmen durfte und freue mich noch immer über meinen neuen Werkstatt-Säbelzahn, der zu meinem ständigen Begleiter bei allen anfallenden Sägearbeiten geworden ist.
NEXT
Pappe statt Plastik (mit Transportschaden)
1/11 Pappe statt Plastik (mit Transportschaden)
PREV

Kommentar schreiben

Mir gefällt dieser Bericht, flüssig zu lesen.
2014-07-18 10:08:50

Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 706517#post706517.
2014-07-21 19:12:41

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!