PSA 18 LI – für alle schnellen Schnitte

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Säbel oder Schwert (-Säge) gefällig? Produkttest der Akku-Säbelsäge PSA 18 LI 2 Kommentare
Vom 29.05.14 Geändert 2014-05-30 00:24:03
Nach langer Wartezeit war die sehnsüchtig erwartete PSA 18 LI nun endlich angekommen.
Ich konnte es kaum erwarten, und habe mich sofort ans auspacken gemacht.
Der Erste Eindruck:
Schon wurde ich enttäuscht! Leider kommt die Maschinen nur in einem Pappkarton. Schade, ein Kunstoff-Koffer hätte mir besser gefallen! Das mitgelieferte Sägeblatt habe ich erst nach längerer Suche gefunden. Ein Aufkleber auf der entsprechenden Stelle der Verpackung wäre hilfreich gewesen!
Egal, die Hauptsache ist schließlich die Säge.
Diese fällt durch ein angenehmes Gewicht (2,3 kg mit Akku) auf. Sie liegt auch gut in der Hand.
Das Geräusch bei maximaler Drehzahl (im Leerlauf) würde ich als „kernig“ bezeichnen - schon ausgeprägt, aber nicht unangenehm laut. Vibrationen sind deutlich spürbar aber vertretbar.
Eine Hubzahlbegrenzungsrad gibt es übrigens nicht (hat mir auch nicht gefehlt).
Insgesamt wirken die verwendeten Materialien nicht so hochwertig wie bei meinem letzten Testgerät, dem Bandschleifer PBS 75 AE (kam im Koffer). Ich habe dazu ein Bild beigefügt. Die Narbung und Farbe des Kunstoffs wirken irgendwie billiger.
Jetzt lese ich auch noch die Betriebsanleitung. Diese fällt angenehm kompakt aus, es wird das Wesentliche verständlich erklärt.
 
Und… am Anschlusskabel gibt es dank Akku diesmal nichts zu mäkeln :)
 
Der Sägeblattwechsel:
Geht problemlos wenn man zuvor, mit der sehr feinfühlig reagierenden stufenlosen Hubzahlsteuerung, das Sägeblatt ganz eingefahren hat.
Man kann das Sägeblatt in zwei Richtungen einsetzen.
Die Sägeblattführung hat schon deutliches Spiel. Ich hoffe das wird über die Lebensdauer nicht viel größer!
Akku laden und einsetzen:
Das einsetzen des Akkus in das Ladegerät und in die Maschine ist sehr umständlich.
Der kleine rote Entriegelungsknopf ist schwergängig, und schlecht zu erreichen.
Man braucht immer zwei Hände dazu.
Irgendwie hab ich es sogar fertig gebracht, mir einen Finger leicht einzuklemmen!
 
Das Akkuladegerät AL 2215 CV verströmt beim Laden einen unangenehmen Geruch. Wird aber (zum Glück) nicht heiß.
Die Ladezeit betrug beim ersten Ladevorgang (teilentladen) 50 min. Danach, bei vollständiger Entladung 85 min. (laut Betriebsanleitung, habe ich nicht gestoppt).
 
So habe ich getestet:

Test 1: Abstandshalter für Blumentopf

Verwendetes Sägeblatt: S 3456 XF Progressor for Wood and Metal (im Lieferumfang, 200 mm, 6-12 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: Kunstoff (KG-Rohr)
Ergebnis:
Die Rohre ließen sich problemlos sägen. Ich habe das Rohr tangential, schrittweise (nach jedem Teilschnitt gedreht) gesägt.
Mit der Oberfläche war ich zufrieden. Hinweis: Bisher habe ich das mit einer kleinen Flex (mit Diamantscheibe) gemacht. Das geht schnell und auch nur mit einer Hand. Man kann das Rohr auch noch gleich anfasen, kann dabei aber auch leicht unerwünschte Kerben erzeugen!

Test 2: Eisenrohre und Profil wandbündig absägen

Verwendetes Sägeblatt: S1122 BF BIM flexible for Metal (225 mm, 14 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: alte Wasserrohre und ein Profil aus Eisen
Ergebnis:
Für mein Projekt Weinlagerraum (coming soon) mussten einige alte, nicht mehr benutzte, Rohre unter der Decke weichen. Für mich die absolute „Killeranwendung“ dafür hatte ich bisher noch kein geeignetes Werkzeug! Das Sägeblatt wird an die Wand angelegt und gebogen. Das funktioniert prima.
Ich war von der Schnittleistung in Metall begeistert!
Die Freiheit ohne lästiges Kabel sägen zu können, hat sich hier in schwierigen Platzverhältnissen besonders bewährt!
Negativ aufgefallen ist mir, dass die Einschaltsperre in dieser Haltung schwer zu drücken ist. Zum Glück muss sie nur zum Einschalten gedrückt werden, und nicht dauernd.
Leider hat durch die Reibung an der Wand die Gummierung vorne an der Maschine stark gelitten!

Test 3: Kupferrohre trennen

Verwendetes Sägeblatt: S 922 AF BIM flexible for Metal (150mm, 24 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: Wasserleitungsrohre aus Kupfer D 15 und D 19.
Ergebnis:
Für mein Projekt Weinlagerraum (coming soon) musste ein Kupferrohr in einen anderen Raum verlegt werden.
Mit dem feineren und kürzeren Sägeblatt ging auch das gut.
Wichtig ist, die Fußplatte immer gut anzulegen, sonst schlägt die Säge und kann sich auch verklemmen!
An einer Stelle war die Säbelsäge doch zu groß – hier musste eine Handsäge eingesetzt werden!

Test 4: Einige Äste zu Brennholz verarbeiten

Verwendetes Sägeblatt: S 3456 XF Progressor for Wood and Metal (im Lieferumfang, 200 mm, 6-12 TPI)
Turbo (Pendelung) eingeschaltet.
Material Werkstück: Holz (Nadel-und Koniferen-)
Ergebnis:
Mit dem teilweise noch grünen Holz wurde die Säge stark beansprucht. Der Rest der ersten Akkuladung war hier schnell aufgebraucht. Die jetzt eingeschaltete Pendelung bringt keinen merklichen Vorteil. Man muss mit deutlichem Kraftaufwand zu Werke gehen.
Eine elektrische Kettensäge hätte diese Arbeit viel schneller und einfacher erledigt – wenn man eine hat! Der Vorteil dieser Säge liegt im geringen Gewicht und der Handlichkeit.
Ich kann mir gut vorstellen, sie auch zu Baumschnittarbeiten einzusetzen.
 
Test 5: Ein altes Mostfass zerteilen

Verwendetes Sägeblatt: S 3456 XF Progressor for Wood and Metal (im Lieferumfang, 200 mm, 6-12 TPI)
und: S 644 D HSC top for wood (150 mm, 6 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: Eichenholz
Ergebnis:
Für mein Projekt Weinflaschenhalter/Weinregal (coming soon) musste ein altes Mostfass in drei Teile zerteilt werden. Für den dafür erforderlichen Tauchschnitt habe ich zunächst mit dem langen Sägeblatt eine Führungsrille gesägt. Mit dem kurzen Sägeblatt habe ich dann mit geringer Hubzahl langsam eingetaucht. Dabei muss man auch noch die Säge leicht in Schnittrichtung ziehen. Mit etwas Übung geht das ganz gut.

Test 6: Alte Skier und ein Deckenfluter zerteilen

Verwendetes Sägeblatt: S 3456 XF Progressor for Wood and Metal (im Lieferumfang, 200 mm, 6-12 TPI)
und: S 922 AF BIM flexible for Metal (150mm, 24 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: Holz/Kunstoff und Eisenrohr
Ergebnis:
Zur Entsorgung habe ich noch zwei paar Ski und einen Deckenfluter zerteilt.
Was soll ich sagen – Das ging ratz-fatz. Die Stahlkanten der Ski wurden übrigens durchgebrochen, das wäre für das Sägeblatt doch zu hart gewesen!

Test 7: Kantholz kürzen

Verwendetes Sägeblatt: S 3456 XF Progressor for Wood and Metal (im Lieferumfang, 200 mm, 6-12 TPI)
Turbo (Pendelung) ausgeschaltet.
Material Werkstück: Nadelholz ca.9 x 11 cm  
Ergebnis:
Zu guter Letzt habe ich noch einen Vergleich mit meiner Schwertsäge PFZ 1300 AE angestellt.
Mit beiden Sägen muss man, um einen rechtwinkligen Schnitt zu erzeugen, rundum anreißen und an zwei gegenüberliegende Seiten einsägen. Der eigentliche Schnitt ist dann einigermaßen geführt.
In Punkto Geschwindigkeit liegt die Schwertsäge klar vorne, sie erzeugt dafür einen gröberen Schnitt – unentschieden!
 
Mein Fazit:
Die Akku-Säbelsäge PSA 18 LI ist eine vielseitig einsetzbares Werkzeug.
Die Benutzung (unplugged) hat mir Spaß gemacht, und ich werden sie auch weiterempfehlen!
Sägeleistung und Akkulaufzeit sind für Heimwerkeranwendungen mehr als ausreichend.
Die Ladezeit ist O.K. Es bietet sich an, mehrere unterschiedliche Geräte mit dem gleichen Akku-Typ anzuschaffen, dann kann man schnell wechseln.

 
Anregungen zu Verbesserungen:
Die Fußplatte der Säge sollte längs verstellbar sein, z.B. um bei beengten Platzverhältnissen zu vermeiden, dass das Sägeblatt gegen ein Hindernis stößt.
Farbe und Oberfläche des Kunstoffgehäuses können wertiger gestalten werden. Die Gummierung sollte widerstandsfähiger sein. Das Akkuladegerät AL 2215 CV verströmt beim Laden einen unangenehmen Geruch.
Beim nächsten Generationswechsel der Akkus sollte ein besserer Wechselmechanismus konstruiert werden.
Die Einschaltsperre lässt sich bei wandnahem Arbeiten schlecht drücken. Das sollte anders gelöst werden.
Einen Koffer mitliefern!
Am Ende der Bedienungsanleitung sind nur 4 Sägeblätter aufgeführt. Typ, Bestellnummer, Länge und Einsatzzweck sollten angegeben werden. Eine Tabelle aller verwendbaren (es gibt sehr viele) Sägeblätter wäre hilfreich.
Im Internet http://www.bosch-do-it.de/de/de/bosch-elektrowerkzeuge/zubehoer/zubehoer-fuer-saebelsaegen-200584.jsp muss man umständlich (bei jedem Artikel einzeln) die Artikelvarianten einblenden - sonst ist kein Typ sichtbar (keine Bestell-Nr., Bilder nicht leserlich)!
 
Abschließend möchte ich mich bei Fa. Bosch und dem Team von 1-2-do bedanken, dass ich das Gerät testen durfte, und es von nun an meine Werkstatt bereichert.
Ich hoffe meine Anregungen bringen den erwarteten Nutzen.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 701248#post701248.
2014-07-10 12:48:44

ein sehr guter Testbericht
2014-07-20 15:49:15

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