PSA 18 LI – für alle schnellen Schnitte

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

PSA 18 LI Produkttest - Eine Säge für viele Gelegenheiten 1 Kommentar
Vom 24.05.14 Geändert 2014-05-24 14:59:13

Testbericht zu Bosch Säbelsäge PSA 18 LI
Ansprechpartner: Frau Anita Brenner
 
  1. Was waren deine ersten Gedanken, als du das Gerät in der Hand hattest?
    Ohne weiter auf den Punkt 2 eingehen zu wollen, war mein erster Eindruch tatsächlich -“ Wie gut liegt dieses Produkt in der Hand?!“- Ich muss sagen, dass ich von dem Handling der Maschine ohne sie ausprobiert zu haben, direkt nach dem Auspacken begeistert war. Der Schwerpunkt ist gut austariert und durch die doch recht kurze Bauform auch ziemlich leicht. Was mir persönlich direkt auffiel, das war die Materialstärke der vorderen, verstellbaren Anschlagplatte. Für dieses Preissegment hätte ich eine geringere Materialstärke erwartet. In jedem Fall wirkt dieser Bereich der Maschine direkt von der ersten Betrachtung her sehr wertig und qualitativ hochwertig. Die Gummierung ist sehr gut aufgearbeitet. Die Spaltmaße zwischen gummierten Kunststoffteilen und den „rohen“ Kunststoffteilen sind an allen Stellen nahezu identisch und es ist keine ungewollte Spalt-bzw. Rissbildung an den Übergängen der Kunststoffteile zu erkennen. Dies ist bei Low-Budget-Anbietern oft der Fall. Der wertige Eindruck kommt bei diesen Maschinen niemals auf!
    Auffällig war ebenfalls die SDS-Verriegelung. Sie wirkt ebenfalls qualitativ hochwertig. Die rote Lackierung des Verschlussriegels ist gut überlegt, die Kraft der Schenkelfeder schon fast etwas zu stark – zumindest könnte ich mir das für den Heimwerkerinnenanteil unserer Community vorstellen. Alles in allem liegt das Gerät nach dem Auspacken gut in der Hand und vermittelt einem bereits vor der ersten Benutzung das Gefühl, das richtige gekauft zu haben. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es für die Position des Sägeblatts in der Verpackung. Dieses sollte evtl. ersichtlicher positioniert werden. Ferner bin ich persönlich ein Freund von Koffern. Ich wünsche mir einen Koffer auch bereits in der Basisversion einer Maschine. Hierfür bin ich persönlich auch bereit, ein paar Euros mehr zu bezahlen. Gerade bei Markenmaschinen sehe ich dies als erforderlich an. Vielleicht lässt sich der Koffer der netzgebundenen Säbelsäge auch für die Akkuvariante nutzen.
  2. Wie findest du die Ergonomie des Produktes?
    Der ergonomische Aspekt wurde von mir auch sehr kritisch betrachtet. Dieser ist für mich auch einer Rangliste von 1 bis 10 auch mit einer klaren 9 belegt. Neben der Qualität der Einzelteile sowie des Gesamtproduktes ist die Ergonomie einer Maschine mir das wichtigste und kaufentscheidenste Argument bei der Produktauswahl.
    Auffällig ist der ballige Führungsbereich vorne am Sägekopf. Diese Verdickung des Korpusquerschnitts sorgt ausgezeichnet dafür, dass man die Säge immer gut in der Hand behält und diese auch sehr präzise führen kann. Nicht zwingend erforderlich jedoch nice-to-have- wären Einkerbungen für die Finger in dem Bereich, in dem man mit der Hand den vorderen Maschinenkorpus umschlingt. Natürlich bräuchten diese nicht sehr tief ausgebildet werden, da man ja bereits durch die o.g. Aufbauchung eine hervorragende Maschinenfürhung hat. Schön ist auch, dass die Maschine lediglich im Zentrum des Korpus, dort wo der Motor sitzt, etwas dicker aufbaut. Dadurch das der vordere und hintere Griffbereich so schlank gehalten wurde, ist diese Säge nicht nur für unsere männlichen Werker sondern auch für unsere Werkerinnen gut geeignet. Dieses Kredo sollte Grundsätzlich bei der Planung einer neuen Entwicklung berücksichtigt werden.
  3. Wie findest du das Gewicht?
    Das Gesamtgewicht der Maschine ist nach meinem Empfinden OK. Ich muss allerdings zu bedenken geben, dass unsere Heimwerkerinnen dies evtl. anders sehen. Nach ca. 1 Stunde Äste im Baum stutzen, waren nur leichte Erschöpfungserscheinungen im Bereich der Schultern sowie des Bizeps spürbar. Was allerdings sehr stört, ist das Ablegen der Maschine. Ein Karabiner oder sonstige Einhängelaschen könnten hier Abhilfe schaffen. Ein kleines Gadjet zum Einhängen der Maschine an einen Werkzeuggurt oder Maschinengurt wäre sicherlich von Vorteil.
  4. Wie bedienungsfreundlich war Entriegelungsknopf und Einschalter?
    Die Ausführung des Entriegelungsknopfes ist durch die beidseitige Bedienung hervorragend für Rechts-wie auch Linkshänder geeignet. Die Positionierung am Gerät selbst ist gut; hier sehe ich keinen Optimierungsbedarf. Das Spiel in den Kunststoffteilen sollte meiner Ansicht nach noch etwas minimiert werden. Die Geräuschentwicklung beim Betätigen des Auslöseschalters ist etwas laut. Dies hat natürlich keinerlei Einfluss auf das Arbeitsergebnis, jedoch fände ich es schön, wenn man noch etwas nachlegt. Eine leichtgängigere, spielfreiere und leisere Betätigung der Schaltelemente würde ich begrüßen, allerdings ist mir klar, dass dies Klagen auf sehr hohem Niveau ist und vielleicht auch einen Unterschied zu der blauen Serie ausmachen kann. Daher der Leitsatz: „Alles kann – nichts muss!“
    Optimierungsbedarf sehe ich allerdings bei dem Auswahlschalter der Standard-und Turbofunktion. Eine Kippschalter finde ich grundsätzlich bei Elektrowerkzeugen nicht gut gelungen. Schön wäre hier ein Schiebeschalter auf der Oberseite des Maschinenkorpuses. Es ist mir fast nicht möglich, mit nur einem Finger diesen Hebel zu betätigen. Ich muss hierzu die gesamte Hand benutzen. Gerade durch die gefederte Kugel, welche den Hebel in den Funktionsstellungen halten soll, kann ich die hier benötigte Kraft kaum überbrücken. Dies stört mich persönlich am meisten an dem Gerät.
  5. Welche Sägearbeiten hast du durchgeführt?
    Vor längerer Zeit habe ich einen 120mm dicken Balken mit der Kettensäge abgekürzt um ihn transportfähig zu machen. Dieser Schnitt sieht natürlich auch demnach aus, gerade wenn man nur mal eben schnell abschneiden will. Um das Sägeergebnis im Hinblick auf Winkeligkeit zu beurteilen, wurden diese Stücke für einen Test herangezogen und die Enden plan beschnitten.
    Ferner wurde Geäst aus einem Baum herausgeschnitten. Hierzu der Verweiß auf die fehlende Lasche aus Punkt 3 dieses Berichtes.
    Ausserdem wurde getestet, ob die Säge besonders im Hinblick auf die Turbofunktion geeignet ist, um innerhalb kürzester Zeit Anmachholz und kleinformatiges Brennholz zu bearbeiten. Schwerpunkt dieses Tests waren Akkulaufzeit und Schnittgeschwindigkeit.
  6. Hast du das Gerät nur im Aussenbereich eingesetzt oder auch indoor?
    Ich habe die Säge vorwiegend im Aussenbereich eingesetzt. Für die Zukunft ist bei Dacharbeiten sowie Holzverkleidungen der Indoor-Einsatz geplant. Ebenso wird die Säge aller Wahrscheinlichkeit nach für ein Sarnierungsprojekt im Bereich Sanitär herangezogen. Hier liegt der Schwerpunkt auf dem Abkürzen von alten Bleileitungen (Anschlussleistungen bündig zu Wand kappen). Zum Einkürzen von Profilen jedlicher Art wird bei mir aktuell eine Kappsäge eingesetzt, dar die Winkeligkeit hier durch die Maschine gegeben wird und nicht durch das menschliche Auge, so wie es bei Verwendung der Säbelsäge wäre.
  7. Hast du verschiedene Materialien gesägt? Welche?
    Ja, ich habe zwar zu 95% nur Holz bearbeitet, allerdings wurde auch eine Regenrinne eingekürzt. Ein langes Bimetallblatt für die Stichsäge stand nicht zur Verfügung und so war natürlich der Weg für die Säbelsäge geebnet. Getestet wurde die Säbelsäge somit bei Holz wie auch bei Aluminium in einer Materialstärke von 2mm und einer Schnittlänge von 85mm.
  8. Wie lange hast du mit der Säbelsäge gearbeitet?
    Die Säbelsäge wurde einer Bearbeitungsdauer von ca. 2 Stunden unterzogen. Allerdings war die Säge natürlich nicht im Dauereinsatz. Wie lange die Säge nun genau gearbeitet hat kann ich nicht sagen. Aber in jedem Fall ist die Akkukapazität vollkommen ausreichend und die Spannungsversorgung über 18Volt mehr als ausreichend. Wenn man sich dann als ambitionierter Heimwerker eine kurze Kaffee-oder bei den Rauchern unter uns eine Zigarettenpause mit anschließendem Kaffee gönnt, spricht nichts dagegen, den Akku auch mal zwischenzuladen. Ich weiß, den Akku leer fahren und dann von Grund auf neu Aufladen ist der richtige Weg, aber man möchte ja nicht immer zwingend eine Pause von ca. 1 ¼ bis 1 ½ Stunden machen. Demnach bin ich der Meinung, dass Akkulaufzeit und Ladedauer völlig zufriedenstellend sind.
  9. Hast du die Turbofunktion ausprobiert?
    In der Tat habe ich diese Funktion ausprobiert. Auf Grund der höheren Schnittgeschwindigkeit ist diese Funktion bei mir für das Kleinsägen von kleinformatigem Brennholz zum Tragen gekommen. Ich bin auf jeden Fall begeistert von dieser Anwendung. Für die Zukunft werde ich im kleinformatigen Bereich wohl auch unmittelbar von der Kettensäge auf die Säbelsäge übergehen. Leider kann ich keine Angaben über die Schnittqualität bei der Turbofunktion machen, da diese bei meiner Anwendung nicht relevant waren. Auch für das Entästen von Bäumen eine überzeugende Schnittgeschwindigkeit. Für feinere Anwendungen, wie z.B. das Bearbeiten von metallischen Dachrinnen oder ähnlichem wäre eine Drehzahlbegrenzung des Motors und somit eine einstellbare Hubgeschwindigkeit wünschenswert. Die Regulation der Geschwindigkeit ausschließlich über den Funktionsschalter halte ich nicht für praktikabel.
  10. Hast du verschiedene Sägeblätter genutzt?
    Nein, das beiliegende Sägeblatt hat für alle angefallenen Arbeiten ausgereicht!
  11. Wie hättest du deine Sägearbeiten sonst erledigt?
    Für die Bearbeitung der Regenrinne hätte ich auf meine Stichsäge mit langem Bimetallblatt oder auf die konventionelle Bügelsäge zurückgegriffen. Über die dadurch entstehende Bearbeitungsdauer brauchen wir uns hier wohl nicht zu unterhalten.
    Für die Bearbeitung des Brennholzes, hätte ich wohl auf meine Benzinkettensäge zurückgegriffen. Ein für kleinformatiges Brenngut übertriebenes Instrument.
    Was den Balken angeht, hätte ich es sicherlich auch bei gleichem Aufwand mit einem langen Stichsägeblatt lösen können, aber mit der Säbelsäge kommt natürlich auch ein deutlich höherer Spassfaktor auf.
    Das Entästen der Bäume wäre sicherlich zu einem Problem geworden. Eine motorische Astkettensäge (wenn man das so sagen kann) besitze ich nicht. Die schwere Motorsäge war mir für diese Arbeiten schon immer ein Dorn im Auge. Hier hätte ich wahrscheinlich abgewartet oder mir in der Tat eine Säbelsäge oder eben eine Astkettensäge zugelegt.
  12. Warst du zufrieden mit der Akkulaufzeit, Anzahl Schnitte pro Akkuladung?
    Bei einer Hubzahl von 2800 Hüben pro Minute kann man schon das ein oder andere Sägeprojekt in Planung nehmen. Die Hubzahl ist meiner Meinung nach vollkommen ausreichend. Eine Akkuladung hat bei meinen Einsätzen ca. 2,5 Stunden gehalten. Dies ist natürlich abhängig von der Dauer des Einsatzes. Einen tatsächlichen Dauerbetrieb habe ich natürlich nicht getestet. Ein solcher Test ist natürlich vollkommen überflüssig, da niemand mit einer Dauer von beispielsweise 2 Stunden ein Stück Holz oder sonstiges bearbeitet. Ich denke, die Akkulaufzeit ist ebenfalls gut für den ambitionierten Heimwerker ausgelegt. Für die jenigen unter uns, die permaneten Einsatz mit einem solchen Gerät planen ist eine netzgebundene Säge aus dem Professionalbereich nahezulegen. Für alle anderen ist die PSA 18 Li die richtige Wahl.
  13. Wie zufrieden warst du mit der Ladezeit?
    Die Ladedauer war, wie bei allen anderen von mir getesteten und verwendeten Bosch-Produkten mit Schnellladegerät einwandfrei. Die Vollladung des beigelegten Akkus betrug bei mir nach kompletter Entleerung des Akkus ca. 1 Stunde und 20Minuten. Dies ist meiner Meinung nach mehr als akzeptabel bei o.g. Einsatzdauer sowie der Anzahl der Schnitte pro Minute in der Turbofunktion. Hier gibt es keine Defizite, welche es aufzuarbeiten gelten würde.
  14. Wie zufrieden warst mit der Sägeleistung, dem Sägefortschritt?
    Die Sägeleistung ist gut, der Sägefortschritt für ein solches Gerät sehr rasch. Die Sägeleistung und den Sägefortschritt kann man allerdings nur bedingt von der Säbelsäge abhängig machen. Natürlich spielt hier die Hubzahl von 2800 Hüben pro Minute eine entscheidende Rolle. Allerdings ist für einen guten Sägefortschritt auch die Qualität des Sägeblatts relevant. Das beigelegte Blatt ist gut, es gibt allerdings sicherlich auch noch bessere. Da es sich um ein Kombinationsblatt handelt, wäre ein schnellerer Sägefortschritt mit einem speziell für das zu bearbeitende Material ausgelegte Sägeblatt sicherlich sinnvoll. Allerdings sollte soviel Zeit für ein Projekt da sein. Ist ja schließlich ein Hobby und kein Gewerbe. Von daher ist die Sägeleistung für mich sehr zufriedenstellend.
  15. Würdest du das Produkt weiterempfehlen?
    Ja! Ich würde die Säge in jedem Fall weiterempfehlen. Die Säbelsäge ist für schwer zugängliche Stellen ein echte Hilfe und ich kann dieses Gerät nur weiterempfehlen.
    Fazit: 95%
    + Hohe Schnittgeschwindigkeit
    + Gute Akkuleistung/Ladedauer
    + Ergonomisch gut durchdacht
    + Qualitativ hochwertig verarbeitet
    + Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis
    - keine Koffer im erweiterten Lieferumfang
    - schlecht positionierter Drehschalter für die Turbofunktion
Ich bitte bei diesem Fazit zu beachten, dass es sich hier lediglich um eine persönliche Einschätzung handelt!
 
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den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 700373#post700373.
2014-07-09 12:33:49

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