Mit dem Kreuzlinienlaser Quigo Plus richten Heimwerker Objekte besonders präzise aus.

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

da geht noch was 4 Kommentare
Vom 03.08.16 Geändert 2016-08-03 23:33:39
Hallo zusammen,

nach meiner schon fast vergessenen Bewerbung für den Test trudelte vor einigen Wochen völlig überraschend der Kreuzlinienlaser Quigo Plus bei uns ein - zwei Tage vor dem Sommerurlaub. Das Begleitschreiben dazu und die Mail fanden wir erst bei unserer Rückkehr vor. Daher erfolgt mein Bericht hier etwas spät.

Wir haben letztes Jahr ein Haus aus den 50ern übernommen, das wir zum Jahreswechsel teilrenoviert bezogen haben. Dementsprechend gibt es überall noch viele Möglichkeiten, eine "glorifizierte Wasserwaage" wie den Quigo+ sinnvoll zum Einsatz zu bringen. Ich kaufe auch sonst sehr gerne Bosch - allerdings ist mein recht umfangreiches Sortiment nahezu durchgehend blau. Ich schätze an den Geräten die für den Preis gute Verarbeitung und Haltbarkeit und die oft zu findenden, kleinen Details, die davon zeugen, dass schon am Design der Geräte offenbar intensiv Menschen beteiligt wurden, die diese auch täglich benutzen.

Besonders schätzen gelernt haben wir den Quigo beim Anbringen von Tapetenbordüren, Hakenreihen im Bad, Steckdosenbohrungen sowie beim gleichmäßigen Anbringen einer Nachtbeleuchtung außen am Haus. Also im Wesentlichen immer dann, wenn an einer längeren Wand über größere Strecken Dinge auf der gleichen Höhe landen sollen. Da ich früher schon mal einen älteren Bosch Kreuzlinienlaser von Bekannten geliehen hatte, bestand zudem die Möglichkeit eines Vergleiches. Darüber hinaus habe ich noch recherchiert, welche Varianten des Produkts Bosch zu welchen Preisen und mit welchem Zubehör anbietet.

In der mir vorliegenden Verpackung des Quigo+ befindet sich neben dem sehr handlichen Laserwürfel selbst noch ein mäßig stabil wirkendes "Fotostativ" mit eher eingeschränkten Möglichkeiten zur Höhenverstellung und einer Schnellbefestigung, eine gedruckte Anleitung, ein Stück Plastik, welches bei der Ausrichtung des Quigo zur Wand helfen soll sowie zwei AAA Batterien, die zum Betrieb erforderlich sind.

Die Bedienung erfordert keine Anleitung. Ein kleiner Schieber am Gehäuse schützt die Laseroptik. Öffnet man ihn, ist das Gerät auch gleich eingeschaltet.

Die gute Nachricht zuerst: An der Grundfunktion des Quigo - "gerade Linie" - gibt es nichts auszusetzen. Eine Abweichung zur Horizontalen konnte ich auch mit einer über einen Meter langen Markenwasserwage nicht mit bloßem Auge feststellen. Allein die Dicke der Linie hat mich etwas gestört, denn das eingangs erwähnte, ältere Modell hat einen dünneren Laserstrich hinbekommen! Dafür fehlen dort die Unterteilungen, die ich aber bisher auch nicht so recht sinnvoll nutzen konnte, da sie ja keiner Skala folgen, sondern mit der Entfernung des Würfels zur Wand variieren.

Im Detail war ich dann aber doch etwas enttäuscht, denn die oben erwähnte Liebe zu den Details der handwerklichen Praxis habe ich bei diesem Produkt vermisst. Vielleicht bin ich hier von der blauen Serie verdorben - trotzdem hier die etwas längere Liste meiner Kritikpunkte:

Ein empfindliches Präzisionsgerät, das man nicht gerade an jedem Tag benutzt, verdient eine angemessene Aufbewahrung. Hier hätte ich zum Straßenpreis von ca 75 Euro mindestens mal einen Schutzbeutel im Lieferumfang erwartet!

Das mitgelieferte Stativ ist als reines Stativ garnicht mal soooo übel, aber beileibe auch kein Überflieger. (ähnliches Gerät kann man ab 25 Euro kaufen). Dem Alltag einer staubigen Baustelle werden die billigen Plastikscharniere und -getriebe auf Dauer vermutlich nicht standhalten; eine Schutzhülle fehlt ebenfalls.
Als universeller Halter für den Quigo+ ist das Stativ in der Praxis leider eine ziemliche Fehlleistung. Der Quigo+ kann damit seine Linien nur in einem sehr beschränkten Höhenbereich zwischen ca 30 und 140cm an die Wand werfen. In den meisten Fällen (Bilder, Regale, Lampen) möchte man aber Linien viel höher an der Wand haben - und dann ist man mit dem Lieferumfang des Quigo+ gekniffen!
Es gibt den Quigo noch in einer Variante mit einer universellen Klemmhalterung, welche man z.B. an einer Leiter oder einem Baustempel in beliebigen Höhen montieren kann. Die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten ist da wesentlich größer, der Preis aber deutlich niedriger! Diese Klemme hätte in dem teuren Plus-Paket neben dem Stativ unbedingt beigelegt werden müssen! So war ich gezwungen, mir für knapp 20 Euro noch ein Klemmstativ zusätzlich zu besorgen, um die Linien für unsere Bordüren, Haken, Regale und Wandlampen auch in der gewünschten Höhe an die Wände werfen zu können!

Das (gute) Auto-Levelling des Quigo+ funktioniert nur in einem sehr schmalen Winkelbereich von weniger als 5° um die horizontale. Steht das Würfelchen schräger, dann schaltet der Laser in einen langsamen "Blinkmodus", der signalisieren soll, daß die Linie eben nicht mehr in Waage ist. Hier wurde meines Erachtens viel funktionales Potenzial verschenkt. Insbesondere hätte ich bei mehreren Gelegenheiten gern eine Linie mit definiertem Winkel an die Wand geworfen, aber eine Anzeige des Neigungswinkels oder auch nur eine aufgedruckte Winkelskala ist am Quigo+ leider nicht vorhanden.

Die Leuchtkraft des Lasers hat noch viel Spielraum nach oben. Unsere Aussenlampen mußten wir in der Abenddämmerung montieren, weil die Linie des Quigo draußen bei Tageslicht auch mit viel Fantasie nicht auszumachen war. Ich vermute mal, daß in der Preislage einfach nicht mehr geht; ich kenne jedenfalls keinen ähnlich teuren Laser der Konkurrenz, der wesentlich heller ist.

Hier noch einmal Plus- und Minuspunkte im Überblick:

+ kompakt und leicht
+ einfache Bedienung
+ sehr gutes Leveling
+ funktioniert mit 2x standard-AAA (auch mit Akkus!)
+ Rasterung eröffnet interessante Anwendungen (Farbverläufe, Fliesenmuster etc)
+ Stativ auch für Fotografie mit Kompaktkameras nutzbar

- keinerlei Aufbewahrungsbehälter im Lieferumfang
- stark eingeschränkte Höhenverstellung mit dem Stativ
- Linien etwas dicker als bei anderen Modellen und nicht sehr hell
- Autoleveling mit sehr geringem Winkelbereich
- genaues Einstellen von Linien im schrägen Winkel nicht unterstützt

Mein Fazit:

Hätte ich mir den Quigo selbst kaufen sollen, hätte ich auf jeden Fall zum kleineren, flexibleren und viel günstigeren Set mit Klemmhalter gegriffen! Das Fehlen einer Aufbewahrungshülle empfinde ich als ärgerlichen Nachteil. Für die nächste Generation wünsche ich mir eine mechanische Arretierung der Laserschaukel und eine kleine LCD-Anzeige, die dann den Neigungswinkel der Laserlinie auf zehntelgrad genau darstellen kann. Ein taugliches Stativ würde ich mir bei Bedarf im Fotohandel lieber selbst aussuchen.
 
 

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Hallo zusammen,
die Diskussion zu diesem Testbericht findet ihr unter http://www.1-2-do.com/de/produkt-test/testber icht/der-neue-kreuzlinienlaser-quigo-plus/400 0041/4001385/
Liebe Grüße
Kathrin
2016-08-25 18:13:39

also bei mir funktioniert dieser link nicht. (404 not found)
2016-08-25 19:43:27

Du hast Recht!
http://www.1-2-do.com/de/produkt-test/ testberichte/der-neue-kreuzlinienlaser-quigo- plus/4000041/

2016-08-26 16:18:31

Schade keine Bilder Deiner Testprojekte
2016-08-30 07:47:57

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