Zamo - der kompakte digitale Laser-/Entfernungsmesser

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Zamo. Eine gelungene Abkürzung für: Zollstock-Ergänzung, anwenderfreundlich, mobil... 2 Kommentare
Vom 26.10.15 Geändert 2015-10-27 01:21:32
Zunächst einmal herzlichen Dank an die Verantwortlichen, dass ich als relativer Neuling in diesem Forum (trotz Punktestand "Alter Hase") schon mit der ersten Bewerbung in den Kreis der 25 Tester aufgenommen wurde!
Nach sehr freundlichem und zuvorkommenden Kontakt erreichte mich ein Testexemplar des Zamo im zweiten Anlauf problemlos.
 

Erster Eindruck

Das Öffnen eines Pakets und so auch der Verpackung des Zamo hat immer etwas Besonderes: Die - kompakter als beim Vorgänger PLR 15 ausgefallene - Metallbox macht durch Material, Design und Reliefprägung einen wertigen, ansprechenden Eindruck. Das Gerät selbst wie auch die beiden benötigten AAA-Batterien liegen in einem transparenten Kunststofffolienformteil und scheinen über der darunter liegenden 12-sprachigen Bedienungsanleitung zu schweben. Gut gemacht.
 
Der Zamo selbst ist ein Leichtgewicht (gewogene 76g, inkl. Batterien). Nicht zuletzt durch die umlaufende, an der Gerätebasis vollständige Gummierung liegt er gut und sicher in der Hand und macht im Blick auf die verwendeten BOSCH-typischen Materialien, die Farbgebung (hier natürlich: BOSCH grün) und seine Verarbeitung einen wertigen und beinahe robusten Eindruck.

Das Batteriefach lässt sich problemlos öffnen, bestücken und schließen. Dass der Deckel nach dem Schließen ein wenig Spiel hat, sei angemerkt. Das spielt im praktischen Gebrauch allerdings keine Rolle.

Im Unterschied zum Vorgänger PLR 15 ist das Design bis auf den deutlicher erkennbar seitlich angebrachten Hinweis auf die Geräteunterseite als Messbasis und eine größere Displayabdeckung - bei gleicher Displaygröße - mit aufgedrucktem Marken-Logo und -Schriftzug weitgehend identisch. Das Display bleibt vierzeilig, von oben nach unten: LASER, HOLD, Messwert 1, Messwert 2. (Erläuterung s.u. Bedienung des Zamo).
Ein weiterer Unterschied zum PLR 15 ist die Riffelung des Ein-/Ausschalters beim Zamo​, die eine Bedienungserleichterung darstellen könnte, wenn nicht... (zu dem aus meiner Sicht einzigen Wermutstropfen in der Anwenderfreundlichkeit des Gerätes s. u. Bedienung des Zamo).


Handhabung / Bedienung
 
Die Bedienung des Zamo ist mit einem Wort: benutzerfreundlich,
weil selbsterklärend und ohne einen Blick in die Bedienungsanleitung möglich.

Vor der Ingebrauchnahme des Gerätes ist es allerdings gut zu wissen, dass
  1. die Gerätebasis der hintere Messpunkt bzw. Ausgangspunkt für jede Messung ist (s.o., Kennzeichnung am Gerät), und
  2. Messungen nur zwischen 0,150m und 20,00m möglich sind. Dieses ist bereits auf einem Piktogramm auf der Verpackung ersichtlich. Das Testgerät hält beide Grenzen präzise ein.
Bei Unter- oder Überschreitung dieser Grenzen erscheint "- - - -" im Display.
Wer diesen "Wert" über die "HOLD-Funktion" (s.u.) speichern möchte, wird mit einem "Err(or)" bestraft... 
Unter Berücksichtigung, dass das Gerät (mit dem Zollstock gemessen ;-)) ca. 10,1cm lang ist, sind also z.B. Höhen- oder Materialstärkemessungen rechnerisch ab netto 4,9cm möglich, reine Abstandsmessungen aufgrund der Länge des Zamo ab 15,0cm.
In der Verlängerung der Reichweite um 5,00m liegt übrigens der wesentliche Unterschied zum Vorgängermodell.
 
Die ebenfalls als Piktogramm auf der Verpackung abgebildete Messtoleranz des Zamo beträgt +/- 3mm. Das ist allerdings nicht so zu verstehen, dass der Zamo bei der ersten Messung einer Strecke mal 3mm zu viel anzeigt und bei einer weiteren Messung derselben Strecke 3mm zu wenig, sich also schlimmstenfalls 6mm Differenz ergeben könnten. Von mir jeweils zehnmal wiederholte Messungen kurzer und mittlerer Strecken (über den Aussagegehalt solcher Messungen mag man streiten) haben jedenfalls keine unterschiedlichen Messwerte ergeben.
Die für Lasermessgeräte angegebene Messtoleranz gibt nach meiner Auffassung die mögliche Abweichung des Messergebnisses des jeweiligen Geräte(typ)s an, bezogen auf den absoluten, tatsächlichen Wert einer zu messenden Strecke.
Diese Abweichung kann Fall des Zamo +/- 3mm betragen.
Für ein nicht geeichtes Gerät ist das akzeptabel, wie ja auch ein Zollstock oder ein Bandmaß in der Regel nicht geeicht sind. Sie werden stets eine Abweichung zum 'Urmeter' aufweisen, das unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren auch nicht exakt einem Meter entspricht.
Hier wissen die Experten unter uns aber allemal besser Bescheid als ich. Es geht ja in diesem Test zuvorderst um eigene Erfahrungen mit einem konkreten Gerät und deren möglichst nachvollziehbare Weitergabe. Nun also zur...
 

...Bedienung des Zamo
 
Das Gerät wird über das Ziehen des Ein-/Ausschalters nach unten eingeschaltet und ist sofort betriebsbereit. Mit dem Einschalten wird zugleich die markante rote, mit einem weißen Pfeil versehene HOLD-Taste sichtbar, die das Speichern des ersten und eines weiteren Messwertes ermöglicht.
Mit dem Einschalten blinkt oben rechts im Display das Wort "LASER" und weist auf den Beginn des Messvorgangs hin. Das Messergebnis lässt sich durch Drücken der gummierten HOLD-Taste speichern. Diese wichtige Taste hat bei meinem Testgerät eine mehr oder weniger deutliche Rückmeldung. Die Balance zwischen erforderlichem Druck und klar erkennbarem Druckpunkt ist für mich jedoch in Ordnung. 
Das Speichern des Messwertes in der untersten Zeile des Displays wird bestätigt durch den Schriftzug "HOLD", dabei erlischt das Wort "LASER". Durch nochmaliges Drücken der HOLD-Taste können weitere Messungen durchgeführt und nach einer erneuten Betätigung der Taste ein zweiter Messwert gespeichert werden. Dabei rückt der zuvor gespeicherte Messwert in die obere von zwei Zeilen. Dies lässt sich beliebig oft wiederholen.
Das Speichern zweier Messwerte untereinander ist einfach praktisch für den direkten Vergleich zweier Maße. Natürlich wäre es schön, eine Multiplikationsfunktion zur raschen Ermittlung von Flächen (qm) zu haben - aber diese und Vieles mehr sind bekannte Ausstattungsmerkmale der nächstgrößeren Geräte.
 
Ein Wermutstropfen

Möglicherweise trifft die nun folgende Beobachtung nicht auf alle Geräte zu und ist daher nicht zu verallgemeinern:
Der Ein-/Ausschalter meines Testgerätes hat im eingeschalteten Zustand, d.h. am unteren Ende ein Spiel von mehreren Millimetern. Dies führt schlimmstenfalls dazu, dass bei unabsichtlicher Betätigung dieses Schiebeschalters während des Messvorgangs das Gerät abgeschaltet und somit Messungen abgebrochen werden. Hier gibt es in meinen Augen eine (zu) große Fertigungstoleranz des betreffenden Schalters. Im direkten Vergleich mit dem PLR 15 eines Bekannten habe ich feststellen können, dass sich der dort verbaute Schalter über die gesamte Schaltstrecke ohne Spiel gleichmäßig betätigen lässt.
 
Dennoch möchte ich meine Erfahrung so zusammenfassen: Der BOSCH Zamo bewältigt seine Aufgaben schnell, zuverlässig und im besten Sinn kinderleicht. Welche Aufgaben waren das?
 
 
Das (geplante) Projekt 
 
Ursprünglich hatte ich geplant, den Zamo bei der Umgestaltung bzw. Erweiterung unserer örtlichen Boule-Anlage einzusetzen. Allerdings wurde das ausschließlich in Freiwilligenarbeit durchgeführte Projekt früher als gedacht, noch vor dem Eintreffen des Testgerätes Mitte Oktober abgeschlossen. Somit habe ich mich damit begnügen müssen, die Einhaltung der geplanten bzw. vorgegebenen Maße mit dem Zamo zu überprüfen und dessen "Outdoor"-Eignung zu testen. Zu diesem Zweck habe ich mir eine Unterlage aus Granulat zum Schutz der Rückseite zugeschnitten, die sich noch dazu, wenn auch unbeabsichtigt, dem Untergrund des neuen Platzes gut anpasst (s. Bild).
Eine "Nebenfrucht" der Platzvermessung war bereichernd:
Als mobiles, weil leichtes und sehr handliches, noch dazu gut ablesbares Gerät, das den unmittelbaren Vergleich zweier Abstandsmessungen festhält ("Hold"), erlaubt der Zamo präzise Kugel-Abstandsmessungen auf dem Boule-Platz und eignet sich damit - freilich nur bei Abständen über 0,150m und mit ruhiger Hand - vorzüglich als Alternative zu Bandmaß oder Tirette (s. Bilder).
Außerdem konnte ich bei einem zum Zeitpunkt der Bewerbung zwar bestehenden, aber im Zusammenhang mit dem Test nicht eingeplanten Projekt Maße an der Eingangsfront, im Fensterbereich und an der Laborzeile (Innenausstattung) eines Gebäudes nehmen, die dem Zuschnitt von Beschilderung, Folien und Material dienten.
Die beigefügten Bilder geben ein wenig Auskunft über die unterschiedlichen Einsatzgebiete des Zamo.
 
 
Fazit         
   
Meine Erwartungen an den Zamo beschränkten sich auf narrensichere Bedienbarkeit, das zuverlässige, ja, schnelle und präzise Messen von Abständen und die leichte Mitführbarkeit, sprich: Mobilität des Gerätes (s. den Größenvergleich mit Zollstock, Feuerzeug, Taschenmesser und Streichholzschachtel). Das alles bei gleichzeitig qualitativ hochwertiger Anmutung, die angesichts der UPE vorausgesetzt werden darf.
Diese Erwartungen haben sich ausnahmslos erfüllt.

Dass ein Zamo den Zollstock nicht in jeder Hinsicht ersetzen (keine Messungen unterhalb von 0,150m möglich, kein Übertragen von Strecken, kein Anzeichnen), ihm teils unterlegen ist (ein laserbasiertes Messgerät braucht immer eine reflektierende Begrenzung, um einen Wert zu ermitteln), ihn in mancher Hinsicht (Reichweite) auch überbieten kann, war von vornherein klar. Ein Zamo ist, je nach Verwendung, eher eine Ergänzung als ein Ersatz.

Mir hat der Test Spaß gemacht. Meinen Dank verbinde ich mit einer Empfehlung:
Der Kleine ist eine Bereicherung! 
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Spitzenmäßiger Testbericht! Viel mehr kann man wohl über den Zamo nicht schreiben. Ganz klar 5D.
2015-11-24 18:59:49

Sehr guter Testbericht. Man merkt das sich der Tester mit dem Gerät auch befasst hat.
2015-11-26 20:29:39

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