PSB 18 LI-2 Ergonomic - der handliche Akku-Schlagbohrschrauber

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Testbericht PSB 18 Li-2 von Stellmacher 5 Kommentare
Vom 08.12.15 Geändert 2015-12-08 23:21:33
Testbericht PSB 18 Li-2 von Stellmacher

Vorab, vielen Dank für die Möglichkeit den PSB 18 LI-2 zu testen. Ich bin erst dieses Jahr auf das Forum gestoßen und freue mich daher riesig als Tester ausgewählt worden zu sein.
Ich werde zu erst die Fragen des Produktmanagers beantworten und versuchen mich dabei etwas kürzer zufassen. Danach werde ich noch etwas ausführlicher auf meinen Test und meine Beobachtungen eingehen. Ich mache diese Unterteilung, damit man nicht alles lesen muss, wenn man  nur einen groben Überblick bekommen möchte.
 
1. Was waren deine ersten Gedanken, als Du den neuen Akku-Schlagbohrschrauber PSB 18 Li-2 Ergonomic in der Hand hattest?
Oh, der ist aber klein und leicht! Dies war mein erster Gedanke, als ich ihn in der Hand hatte und stellte mir die Frage: So klein und dennoch soviel Kraft, ist das möglich? Da muss ich zugeben, ich war etwas skeptisch. Diese Skepsis sollte keine Rechtfertigung erfahren. Die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck. Der Koffer ist gut strukturiert, sodass der Schrauber gut festgehalten wird. Jedoch stellte mich die Befestigung der Anleitung vor eine kleine Herausforderung, denn ohne lange Fingernägel war es mir nur unter der zur Hilfenahme eines Messers möglich, diese aus ihrer Halterung zu befreien. Nach etwas ausprobieren habe ich auch den Platz für einen zweiten Akku in dem Koffer gefunden.
 
2. Welches Projekt hast Du mit dem PSB 18 LI-2 Ergonomic gemacht?
Ein richtig großes Projekt hatte ich nicht. Ich habe jedoch  mehrere kleine Dinge mit dem Akkuschrauber erledigt.
Als erstes habe ich mit ihm die Flachten meines neuen Anhängers fertig gebaut. Dazu musste ich in das Holz die Löcher für die Schrauben vorbohren und schließlich die Schrauben eindrehen. Dabei hat mir besonders gut das feine Ansprechverhalten der Drehmomenteinstellung gefallen, denn als Unterlegscheiben habe ich abdichtende Rosetten benutzt. Bei diesen muss man sehr aufpassen, denn bei zu starkem Anziehen der Schrauben kann die Rosette sich verformen und sieht nicht mehr schön aus. Daher habe ich bis jetzt diese immer per Hand eingeschraubt. Des Weiteren habe ich einem Freund bei seinem Badausbau geholfen. Hierfür mussten mehrere Löcher in die Lehmputzwand gebohrt werden. Dahinter befanden sich manchmal Ziegelsteine. Gebohrt habe ich mit einem 10. Steinbohrer. Die Löcher konnten gut gebohrt werden. Jedoch auf Dauer oder bei sehr vielen Löchern, kommt nichts an eine richtige Schlagbohrmaschine mit Kabel von Bosch oder Hilti ran. Jedoch hat der Schrauber alle Aufgaben für seine Größe gut gemeistert.
 
3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung mit dem Akku-Schlagbohrschrauber PSB?
Er hat die Form einer Bohrmaschine, die einen Akku hat, das heißt, der senkrechte Griff schließt mit dem waagerechten Körper, in dem der Motor sitzt, ab. Zum Vergleich, ein normaler Akkuschrauber hat die Aufteilung 2/3 zu 1/3 . Also damit meine ich, der waagerechte Motorblock, steht über den Griff nachhinten heraus. Dies sorgt dafür, dass die Maschine auf der Hand aufliegt und nicht durchrutschen kann. Die Konstruktion des PSB ist mehr wie bei einer Bohrmaschine gehalten. Der zweite Griff und der nicht rechtwinklige Griff, der Winkel ist etwas mehr als 90°, sorgen für eine gute Lage der Hand zur Schraube oder zum Bohrloch.(Hier gibt es auch einen Einwand, daher siehe unten) Diese Haltungsänderung bedarf etwas Übung. Bei den ersten Löchern ertappte ich mich dabei, wie ich den Griff aus Gewohnheit im Rechtenwinkel zum Bohrloch hielt und dieses zwangsläufig schief werden würde. Nach einigen Korrekturen hat man sich jedoch schnell daran gewöhnt.
Eine weitere Neuerung/Unterschied zu alten Bohrmaschinen oder Akkuschraubern liegt in der Umstellung der Umdrehungsrichtung. Bisher war dies einheitlich. Man hat entweder einen Hebel gehabt, den man nach rechts oder Links gedrückt hat, oder einen Stift, welchen man mit dem Daumen nach rechts oder links durch die Maschine gedrückt hat. Beide Systeme waren nach dem gleichem Muster aufgebaut. Stand der Schalter links, hat sich die Maschine linksherum gedreht und die Schraube rausgedreht. Jetzt schiebt man einen Schalter nach hinten oder vorne, je nachdem ob man reinschrauben/bohren oder rausschrauben möchte. Dies mag evtl. für einen Leien oder jemanden, der so ein Gerät zum ersten Mal benutzt eine Erleichterung sein, da er/sie sich keine Gedanken über die Drehrichtung machen muss. Ich persönlich finde das alte System (noch?) besser, da diese Bewegungen schon intuitiv sind. Zum Glück ist der Schalter fest verbaut, so dass eine falsche Betätigung von der Seite ihn nicht gleich kaputt gehen lässt. Was ist der Beweggrund für diese Änderung? Ist es wegen der Erstanwenderfreundlichkeit?
 
4. Bist du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen?
Das Bohren und Schrauben lässt sich präzise erledigen. Das Ansprechverhalten des An- und Ausschalters ist sehr gut. Eigentlich ist es ja keine An- und Ausschalter mehr, sondern eine feinfühliges Gaspedal. Man kann die Drehzahl gut per Hand variieren. Zudem lassen sich zwei Geschwindigkeitsstufen einstellen. Ich habe sogar mit dem Akkuschraube Löcher in Metall gebohrt, wo es gerade auf die richtige Drehzahl ankommt. Dies hat er Problemlos gemeistert. Die Drehmomenteinstellung spricht gut an, sodass man die Schrauben passgenau einschrauben kann.
 
5. Erfüllt der PSB Dine Erwartungen?
Er erfüllt meine Erwartungen, die ich an einen kleinen Akku-Schlagbohr -Schrauber habe. Klar lässt er sich nicht mit einer Schlagbohrmaschine vergleichen, dies ist, als wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht. Jedoch habe ich dies getan um zu sehen wie gut er an eine herankommt. Zum Schrauben und Bohren in Holz ist er sehr gut geeignet und es macht Spaß mit ihm zu arbeiten. Zum bohren in Stein mit der Schlagfunktion kann man ihn mal nehmen. Wenn man mal ab und zu ein Bild aufhängen muss oder einen kleinen Hängeschrank will ist diese Funktion genau richtig. Ansonsten greift man eher zur Schlagbohrmaschine. Dieser Unterschied liegt schon alleine in der Masse, denn ohne richtige Schwungmasse, ist der Impuls des Hammerschlages zu klein und man muss mehr drücken. Schön fand ich die gute Schwerpunktlage und die Antirutschfüße am Akku, dadurch stand er immer fest auf dem Tisch oder einem Werkstück.
 
6. Was können wir zukünftig noch an dem PSB verbessern?
Die Ablesbarkeit der Akkustatusanzeige könnte besser gestaltet werden. Es ist ein sehr praktisches Accessoire, jedoch ist die Anbringung unter dem Hauptkorpus etwas schlecht gewählt, so kann man nur von der Seite draufschauen. Dabei kommt es manchmal zur ungenauen Darstellungen, denn manchmal sieht es so aus, als würden alle drei Lampen leuchten und manchmal nur eine (die richtige Darstellung). Ein Anbringen an der Seite wäre da etwas besser. Ich habe um diesen Punkt etwas zu verdeutlichen ein paar Bilder aus unterschiedlichen Perspektiven gemacht, diese entstanden alle nacheinander, also bei gleicher Akkukapazität. Das Bild in dem man nur eine Lampe leuchten sieht, entstand in dem ich die Handykamera direkt im loht über der Anzeige positioniert habe.
So ein weiter kleiner Kritikpunkt ist die Lautstärke. Meine Subjektive Wahrnehmung sagt mir, dass er lauter ist, als ein vergleichbarer Akkuschrauber. Zum Vergleich hatte ich einen Bosch PSR12 und PSR 9,6.
Mit Sorge verfolge ich die Berichte über schädliche Weichmacher, die in weichem Plastik auftreten können oder verwendet werden. Daher stehe ich dem Trend immer mehr weiche Applikationen an den Akkuschraubern oder Werkzeugen einzusetzen skeptisch gegenüber. Bei dem guten, alten und harten Plastik, weiß man was man hat, denn dort sind wenige bis gar keine Weichmacher zu finden. Auch wenn ich den Sinn verstehe warum die Produktdesigner so etwas einsetzten. Zum einen ist es rutschhemmend, was keine schlechte Eigenschaft ist. Außerdem haben die Designer damit ein neues Gestaltungselement bekommen, mit der das Werkzeug evtl. aggressiver oder sportlicher gestaltet werden kann. Ich traue Bosch schon zu, dass sie sorgfältig mit solchen Chemikalien umgehen oder diese erst gar nicht einsetzten. Dies ist jedoch nur eine Annahme, die man einem Markenhersteller attestiert. Wenn dies so ist, würde ich mir auf jeder Verpackung eine klare Distanzierung von solchen Mitteln wünschen. Wie z.B. „Frei von Phthalaten“. Da ich oft ohne Handschuhe arbeite und auch die Geräte im Garten benutze, kaufe ich kein billig Werkzeug aus Fernost, denn dort ist es umso wahrscheinlicher, dass schädliche Weichmacher verwendet werden. Klar setzen sich diese nicht ohne weiteres frei, jedoch haben Tests gezeigt, dass Hitze oder Schweiß solche Weichmacher aus dem Polymer lösen können. Es wäre bestimmt auch eine Gute Werbung für Bosch, wenn dies überall zu lesen wäre.
 
Weiter oben hatte ich auf einen kleinen Einwand zu dem Winkel zwischen dem Griff und der Motorachse verwiesen. Nun hier ist er: Für senkrechtes bohren nach oben ist dieser neue Winkel sehr praktisch. Auch wenn man waagerechte Löcher in eine Wand unterhalb seines Kopfes (bei mir ca. 180) bohren möchte ist es sehr angenehm. Für Bohrungen mit ausgestreckten Armen über dem Kopf ist dieser Winkel eher von Nachteil. Um den Winkel zu zeigen, habe ich auch ein Bild hiervon hochgeladen und die beiden Achsen eingezeichnet.
 
Am Anfang hatte ich angekündigt mich etwas kürzer zufassen, dies ist mir manchmal mehr und manchmal weniger gelungen. Ich hoffe dennoch, dieser Produkttestbericht erfüllt eure Erwartungen, denn er wurde besten Gewissens und Wissens erstellt.
 
Nun zu den Tests. Die Löcher für die Schrauben der Flachten habe ich mit einem  drei mm Holzbohrer vorgebohrt. Danach habe ich 4,5X20mm Edelstahlschrauben eingeschraubt. Mit der Drehzahlregelung konnte man die Schrauben perfekt einschrauben, sodass die Rosetten nicht verformt worden sind. Unten kann man ein paar Bilder sehen.
Die konkrete Aufgabe bei der Renovierung des Bades meines Freundes war eine Lautsprecherhalterung in die Wandverkleidung einzubauen. Hierfür mussten Löcher in die Wand gebohrt werden und Schraublöcher in Holz vorgebohrt und verschraubt werden. Diese Aufgaben erledigte er problemlos. Nach dieser Aufgabe habe ich noch weitere Löcher in die Lehmputzwand gebohrt um weiteres Konstruktionsholz zu befestigen, damit die Wand gerade wird und alle Leitungen dahinter versteckt werden können. Bei dem Bad handelt es sich um ein Bad in einem alten Fachwerkhaus, welches von Grund auf saniert wird. Wir haben vor die Wand eine zweite Wand abgesetzt, sodass dahinter alle Kabel und Wasserleitungen verschwinden können.
 
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Bad-Ausbau Bild 1
9/15 Bad-Ausbau Bild 1
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/die-testberichte- zum-psb-18-li-2-ergonomic-unserem-handlichen- akku-schlagbohrschrauber-thema-20521.html

LG Kathrin
2016-01-18 07:57:19

Stellmacher arbeitet die Fragen in der Reihenfolge ab und schreibt dabei auch sehr ausführlich seine Eindrücke und Erfahrungen. Die Bilder sind gut und anschaulich geworden. Weiter so... :)
2016-01-18 15:22:53

Top Test und für mich fand wichtig, die Fragen schön abgearbeitet und dann noch eine Testbeschreibung
2016-01-18 19:12:47

Sehr gute Beschreibung und Fotos. Alle Fragen wurden beantwortet und er hat die Stärken und Schwächen aufgezeigt.
2016-01-20 22:33:01

Sehr schöner ausführlicher Testbericht. Auch die Gliederung - zuerst die Fragen des PM beantwortet und danach nochmal auf den Test und die Beobachtungen eingegangen - gefällt mir sehr gut. Ich habe jedenfalls alles mit Interesse gelesen.
Auf die andere Bauart im Vergleich zu herkömmlichen Akkuschraubern bist Du sehr gut eingegangen und hast auch die 'Haltungsänderung' verständlich erläutert und bebildert.
Auch Deinen Exkurs über Weichmacher fand ich bemerkenswert.
Und auf Bild 9 und 13 ist auch endlich mal der neue Richtungsumschalter zu sehen.
Sehr guter Testbericht mit aussagekräftigen Fotos, von mir 5D.

P.S. Im Titel des Berichts hat sich ein Fehler eingeschlichen: "Stekkmacher".
2016-01-21 11:05:21

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