Der Kreuzlinienlaser PLL 2

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Produkttest des Bosch Kreuzlinienlasers PLL 2 2 Kommentare
Vom 19.09.14 Geändert 2014-09-19 20:25:34
Auf der Webseite des Gerätes habe ich mir zuvor schon das Produktvideo angesehen und war zunächst sehr überrascht, was man damit alles machen kann. Es wird also – auch wenn es in meinem Projekt derzeit nur um senkrechte und waagrechte Linien geht – auch nach dem Projekt noch spannend bleiben.

1.) Unboxing des Kreuzlinienlasers PLL 2
2.) Verpackung
3.) Lieferumfang
4.) Der erste Versuch
5.) Die Bedienungsanleitung
6.) Das Testprojekt
7.) Energieverbrauch
8.) Die Hotline
9.) Fazit
10.) Die Fragen der Redaktion

1.) Unboxing des Kreuzlinienlasers PLL 2
Jede Produkterfahrung beginnt mit der Verpackung. Daher habe ich ein kleines Unboxing-Video gedreht: (siehe Video 1)

2.) Verpackung
Die Verpackung ist angemessen und verzichtet fast komplett auf Kunststoff – Daumen hoch! Der Karton lässt sich leicht öffnen und mit Ausnahme der Batterien ist es auch keine große Herausforderung die Einzelteile zu entnehmen.

3.) Lieferumfang
- 1x Kreuzlinienlaser in einer Schutztasche
- 1x Stativ (leider ohne Tasche)
- 1x Laser-Zieltafel
- 3x 1,5 V-Batterien (AAA)

4.) Der erste Versuch
4.a) Aufbau des Stativs
Der Aufbau des Stativs enttäuschte mich zunächst. Ich öffnete die Klipps an den Beinen und verlängerte diese auf maximale Länge. Dabei wirkte das Stativ instabil und die Querstreben klapperten so, dass ich ganz irritiert war, ob hier noch irgendwas festzuziehen geht. Das ist nicht sehr schön gelöst.

Der zweite Schritt war das Ausfahren des senkrechten Holms. Hier wunderte ich mich darüber das die Kurbel die das offensichtlich erledigen sollte, sich nicht bewegen ließ. Habe dann aber das kleine Feststellrädchen gefunden und schon ging es nach oben. Beim Kurbeln fiel mir auf dass auch die senkrechte Zahnstange sehr locker und somit etwas wackelig war. Das Feststellrädchen mindert dies zwar, wenn man es wieder festzieht, es bleibt aber etwas wackelig.

Ebenfalls negativ aufgefallen ist, dass die Füße des Stativs aus relativ hartem Gummi bestehen. Dadurch rutschen die Füße leicht auf glatten Oberflächen (in meinem Fall Fliesenboden und Resopal-Tischplatte).

4.b) Einsetzen der Batterien
Ohne Anleitung versuche ich die ersten Schritte hin zu bekommen. Das Einsetzen der Batterien ist bei diesem Gerät leider kein Kinderspiel. Die Lasche zum öffnen des Batteriefachs ist viel zu klein für meine Finger und geht sehr schwer auf. Da ich nichts abbrechen möchte und nicht weiß wie sich der Deckel öffnet, muss ich in der Anleitung nachschlagen. Ein schneller Blick in die Anleitung löst das Problem aber auch nicht. Also doch mit mehr Kraft und Gefahr dass es nicht passt. Letztendlich klappt es aber dann doch noch.

4.c) Eine erste Laserlinie
Als Programmierer hat mich die tägliche Arbeit gelehrt, dass meine Software immer selbsterklärend sein sollte. Alles andere führt bei den Anwendern zu Frustration und Rückfragen im Support. Ich übertrage dies auf diesen Produkttest. Optimal wäre also, wenn alle Schalter so beschriftet wären, dass man den Kreuzlinienlaser ohne Anleitung benutzen kann.

Ich stelle den Laser wie im Video zur Projektvorstellung (siehe weiter unten) vorgestellt auf meiner Werkbank auf. Ich schalte das Gerät ein und wähle die Stellung mit dem geschlossenen Schloss. Ich interpretiere, dass sich das Gerät dann nicht mehr verstellen, also zum Beispiel nicht mehr den Modus wechseln kann (so wie es bei MP3-Playern oft eine Art Verriegelung der Tasten gibt).

Ich versuche den Laser dort so zu positionieren, dass das Kreuz an der gegenüberliegenden Wand zu sehen ist. Zunächst stelle ich fest, dass die Linien schief verlaufen und frage mich was das nun werden soll.

Ich versuche mein Glück mit der Zieltafel und stelle fest, das diese vermutlich dafür da ist, den Laser senkrecht zur Wand auszurichten. Das bringt Schwierigkeiten mit sich, da mein Stativ leicht schräg steht und ich die Libelle von unten nicht erkennen kann. Ich stelle das Stativ ins Wasser und versuche gleichzeitig die Peilung über die Zieltafel hin zu bekommen.

Ich gebe auf. Auf diese Weise komme ich nicht an mein Ziel. Die Beschriftung des Ein-/Ausschalters ist irreführend. Ich muss die Bedienungsanleitung lesen. Ich nehme also den Laser vom Stativ und suche mir ein bequemes Plätzchen und sehe mir die Bedienungsanleitung an um mehr über das Gerät zu erfahren.

5.) Die Bedienungsanleitung
Nun, dass bei vielen elektrischen Geräten Bedienungsanleitungen in 30 verschiedenen Sprachen beigelegt werden ist heute fast normal. Da meine Englischkenntnisse für einen Test nicht wirklich ausreichen würden, und ich ansonsten keiner anderen Sprache als der Deutschen mächtig bin, werde ich nur den deutschen Teil der Bedienungsanleitung prüfen.

5.a) Sicherheitshinweise
Die Sicherheitshinweise, sind klar und verständlich formuliert. Oft findet man in Bedienungsanleitungen mehrere Seiten Sicherheitshinweise. Dies ist hier nicht der Fall – und das ist gut so. Man wird hier als mündiger und verantwortungsbewusster Heimwerker gesehen. In der Kürze liegt die Würze – sehr schön.

5.b) Produkt- und Leistungsbeschreibung
Hier habe ich nichts auszusetzen. Es wird alles gesagt, was hier hin gehört.

5.c) Montage
Hier ist beschrieben, dass man auf die Arretierung 8 des Batteriefachs drücken soll. Als ich das Gerät zum ersten Mal in der Hand hatte, wußte ich nicht in welche Richtung und an welcher Stelle ich genau drücken sollte. Auch geht aus der Skizze auf Seite 3 nicht wirklich hervor, wie das Batteriefach sich öffnen würde. Ist es ein Klapp-Mechanismus oder eine Art Schublade? Beim Druck auf die Arretierung 8 passierte bei mir rein gar nichts. Erst durch Einsatz des Fingernagels bekam ich den Deckel auf.

5.d) Betrieb
Die Wiederholung der Sicherheitshinweise ist hier eher überflüssig.

Arbeitshinweise: Hier ist ein grober Fehler in der Anleitung zur Kalibrierung. Wenn man die Taste „Cal“ gedrückt hält erscheint auch nach mehreren Sekunden noch kein Haken im Display. Ich beschließe in diesem Fall den Bosch-Support zu befragen. Mal sehen, ob die Mitarbeiter dort mein Problem lösen können (Details siehe unten) schließlich endet eine Produkterfahrung oft mit dem Support und gehört daher unbedingt mit dazu.

6.) Das Testprojekt
Mein Testprojekt findet Ihr unter:
http://www.1-2-do.com/de/projekt/Erneuerung-der-Elektroinstallation-in-der-Werkstatt/bauanleitung-zum-selber-bauen/4000401/

Ich habe die Elektroinstallation in meine Werkstatt erneuert. Die Ausrichtung der Kabelkanäle gibt einige Möglichkeiten zum Test des Kreuzlinienlasers.

6.a) Kalibrierung des Lasers
Ich beginne mit der Kalibrierung des Lasers. Wie oben schon beschrieben gibt es bei der Kalibrierung nach der Betriebsanleitung etwas Schwierigkeiten. Als Programmierer weiß ich aber wie ich damit umgehen muss und habe die Handhabung selbst herausgefunden.

Richtig wäre:
- „Cal“ drücken bis im Display „Cal 1“ blinkt.
- warten bis das Blinken aufhört und der Haken f erscheint
- Gerät innerhalb 15 Sekunden um 180° drehen und
- „Cal“ erneut drücken bis „Cal 2“ blinkt.
- warten bis das Blinken aufhört und der Haken f erscheint

Den Support rufe ich dennoch an. Es soll ja hier um einen Produkttest gehen. Und so wie ein technisches Produkt immer bei der Verpackung anfängt, so endet es oft bei der zugehörigen Hotline.

6.b) Einrichtung des Kreuzlinienlasers PLL 2
Da mein Kabelkanal knapp unter der Decke entlang führen soll (siehe Bild 1), möchte ich den Laser auch ebenso knapp unter der Decke positionieren. Ich stelle das Stativ dazu auf die Werkbank – schade die Werkbank ist zu schmal. Ich fahre ein Bein ein Stück ein und positioniere den dritten Fuß des Stativs auf meinem Schraubstock, da dieser noch etwas über die Kante der Werkbank hinaus steht. So funktioniert es. Positiv dabei, dass die Querstreben zwischen den Beinen sehr weit oben angebracht sind. Dadurch sind auch sehr große Höhenunterschiede im Untergrund überhaupt kein Problem.

Auf dem Boden konnte ich das Stativ mit Hilfe der eingebauten Libelle beim Ausprobieren noch sehr leicht ins Lot bringen. Auf der Werkbank ist dies jetzt was ganz anderes. Das Stativ steht wesentlich höher und ich kann die Libelle von unten aus nicht mehr sehen. Gleiches gilt für die kleine Wasserwaage an der Aufnahmeplatte des Stativs. Es muss also ohne und nur nach Augenmaß gehen – schließlich übernimmt den Rest ja die Selbstnivellierung.

Für die Ausrichtung der horizontalen Linie verwende ich die Kurbel am Stativ. Die Einstellung der senkrechten Linie nehme ich mit dem großen Griff am Stativ vor. Beide werden mit den zugehörigen Stellschrauben arretiert.

Die Überprüfung der Laserlinie mit der Wasserwaage war eindeutig: Genauer geht es auch mit der längsten Wasserwaage die ich habe nicht.

Der Laser steht nun ca. 2m gegenüber und 1,5m von der linken und 2,5m von der rechten Wand entfernt. Da ich nicht im Dunklen arbeiten kann, richte ich den 500W Baustrahler in die entgegengesetzte Richtung. Dabei ist die Laserlinie immer noch gut erkennbar.

6.c) Die Arbeit
Ich nutze die Laserlinie als Maß für die Bohrlöcher des Kabelkanals (siehe Bild 2). Ich lege also den Kabelkanal an und zeichne sofort die Bohrlöcher an. Ich brauche keine drei Hände mehr um die Wasserwaage, den Kanal und den Bleistift festzuhalten. Lediglich der eigene Schatten ist immer mal wieder im Bild. Insgesamt geht das aber um einiges schneller als bei den anderen Räumen zuvor ohne Kreuzlinienlaser.

Die erste Hälfte der Installation ist in dieser Stellung kein Problem. Die Energiespar-Einrichtung des Lasers nervt jedoch, weil sie immer wieder genau dann ausschaltet, wenn man gerade wieder auf die Leiter gestiegen ist.

Als ich auf der Fensterwand den Kanal bis zur letzten Steckdose legen möchte ist die Linie etwas zu kurz. Ich drehe also das Kreuz so, dass ich den senkrechten Stich für die Steckdose an der Bohrmaschine gleich mit anzeichnen kann (siehe Bild 3). Dabei taucht ein weiteres Problem auf:

Da der Laser nun diagonal zur steht kann ich bei dem senkrechten Stich nicht mehr die Löcher als Maß verwenden, da der Laserstrahl durch die Wand des Kabelkanals unterbrochen wird (siehe Bild 4). Ich entscheide mich kurzerhand die Laserlinie so einzurichten, dass ich den Kabelkanal mit der rechten Kante an der Laserlinie ausrichten kann.

Die Ausrichtung der Senkrechten Linien gestaltet sich immer wieder recht schwierig, da die Drehung des Stativkopfes nicht ruckelfrei möglich ist. Es gehört also ein Bisschen Geduld dazu bis der Laser genau die Bleistiftmarkierung kreuzt, die ich zuvor mit dem Zollstock eingemessen habe (siehe Bild 5).

Über der Werkbank wird das Lasern dann zum ernsten Problem. Ich drehe den auf der Werkbank stehenden Laser einfach in Richtung der Stelle, wo der Stich für die Steckdosen herunter führen soll. Dabei muss ich feststellen, dass der Laserstrahl fast einen Zentimeter breit wird. Bei genauerer Betrachtung ist die Linie absolut schief. Man sieht das auch gut im Bild 6. Ursache dafür ist die unebene Wand und der spitze Winkel in dem die Laserprojektion eingerichtet wurde. So funktioniert es nicht.

Ich baue den Laser um und: Bums – Laser ist aus. Gut dabei: er blinkt um zu signalisieren dass die Batterien leer sind. Ich wechsle die Batterien und vollende die senkrechten Stiche in dem der Laser gegenüber der Werkbank positioniert wird (siehe Bild 7). Das klappt sehr gut und ist dann auch schnell erledigt, auch wenn der Baustrahler nun in die gleiche Richtung scheint.

6.d) Die letzte Hürde
Die Lampe über dem kleinen Schreibtisch muss noch angebracht werden. Dazu möchte ich einen Kabelkanal im 90° Winkel von der Wand weg in den Raum herein montieren. Da der Laser auf der Werkbank stehend an der Decke eine diagonale Linie projekziert, muss ich mir etwas einfallen lassen. Ich möchte die Sache mit dem Laser lösen und mit einem Stahlwinkel kontrollieren.

Der Laser muss nun genau gegenüber dem bereits gebohrten Loch im Kabelkanal stehen und eine gerade und rechtwinklig ausgerichtete Linie bis dort hin an die Decke werfen. Daher muss der Laser umpositioniert werden. Die Werkbank ist dafür zu klein. Ich bin froh darum dass das Stativ sehr große Höhenunterschiede ausgleichen kann uns stelle den Laser nur mit zwei Beinen auf die Werkbank. Das dritte Bein steht in einer Kiste neben der Werkbank (siehe Bild 8).

Um den senkrechten Winkel herzustellen verwende ich die Laser-Zieltafel. Ich verkeile die Zieltafel an der gewünschten Stelle an der Decke unter Zuhilfenahme eines Schrauben-Glases mit Bleistift und einer kleinen Schraubenschachtel (siehe Bild 9). Nun ja, professionell sieht vermutlich anders aus, aber ich habe eben nur zwei Hände und die müssen den Laser ja genau auf die Zieltafel ausrichten. Ich kann die Zieltafel also nicht selbst festhalten.

Die eigenwillige Konstruktion hält die Zieltafel an ihrer Position, bis ich den Laser korrekt eingerichtet habe. Ich stelle fest, dass die Abdrücke der Schalbretter, die vom Betonieren der Decke noch zu sehen waren nicht in der gleichen Flucht mit dem Laser waren. Also entferne ich die Konstruktion mit der Zieltafel wieder und messe mit dem Stahlwinkel nach. Kurz: Es war ein perfektes Ergebnis. Die Abdrücke der Schalbretter waren wirklich so schief wie ich es zuvor schon erkannt hatte. Der 90° Winkel stimmte mit meinem 40cm langen Stahlwinkel genau überein. Da meine Linie nicht viel länger werden würde war dieses Ergebnis auf alle Fälle vollkommen in Ordnung.

7.) Energieverbrauch
Nun über den Energieverbrauch musste ich mich ärgern. Ich war davon ausgegangen, dass ein Satz Batterien mindestens 2-3 Tage halten würde. Nach dem ich das dritte oder vierte Mal von der Leiter gestiegen war, dachte ich so bei mir: Eigentlich könnte man auf die Energiesparfunktion die einem nach 30 Minuten das Licht abdreht verzichten, wenn man davon ausgeht, dass der eine Satz Batterien sowieso bis zum nächsten Projekt leer sein würde.

Als ich dann nach ¾ der Arbeit bereits die Batterien wechseln musste, war mir klar, warum man dem Laser die Energiesparfunktion spendiert hatte. Ich muss sagen, dass mich das ganz schön enttäuscht hat. Hätte es nicht gereicht, den Display nach 5 Minuten abzuschalten, wenn man im Laser-Modus arbeitet? - den braucht man nun wirklich nicht die ganze Zeit.

8.) Die Hotline
8.a) Erster Versuch: Freitag Abend 20:10 Uhr
Die Ansage des Telefonsystems ist klar und deutlich, die Hintergrundmusik angenehm. Mir wird vorgeschlagen mit der 3 zu den Elektrogeräten der Heimwerker-Serie zu wechseln. Ich drücke also die 3.

Eine weitere Ansage gibt mir zu verstehen dass ich zu spät dran bin, ich könne aber aber gerne auch samstags oder sonntags anrufen. Das werde ich nicht tun – auch wenn das Angebot verlockend klingt. Ich arbeite selbst im Support und bin absolut gegen überlange Arbeitszeiten und schon gar Wochenendarbeit. Mitarbeiter die Familie haben gehören am Wochenende heim zu Ihren Kindern!

8.b) Zweiter Versuch: Montag Abend 18:10-18:16 Uhr
Die gleiche Ansage und wieder die Taste 3. Ein zuvorkommender Mitarbeiter nimmt mein Telefonat entgegen und gibt mir zu verstehen, dass ich bei ihm falsch bin und er mich an die Anwendungsberatung weiter verbinden würde.

Nach ca. 4 Minuten habe ich Herrn Billy Rogers erneut in der Leitung. Er teilte mir mit, dass es wohl gerade jede Menge Anrufe in der Anwendungsberatung gibt und die dortigen Mitarbeiter nicht mehr hinterher kommen. Er schlägt mit vor es in einer Stunde noch einmal zu probieren und verabschiedet mich freundlich.

8.c) Dritter Versuch: Montag Abend 19:20-19:35 Uhr
Wieder die Hotline für Heimwerker-Elektrogeräte mit der Taste 3. Ich warte 3 Minuten auf den ersten Gesprächspartner. Es ist wieder Herr Rogers, der mich sofort weiter verbindet. Weitere 3 Minuten später habe ich einen älteren Herrn am Apparat, dem ich mein Problem zu schildern beginne.

Ich habe dem freundlichen Mitarbeiter mitgeteilt, dass ich einen Kreuzlinienlaser PLL 2 vor mir stehen habe und es Probleme bei der Kalibrierung gibt. Seine erste Antwort: Kreuzlinienlaser muss man nicht kalibrieren. Ich bleibe dabei, dass mein Gerät eine Anleitung beinhaltet, die die Kalibrierung nach jedem Transport, bei Erstinbetriebnahme und bei großen Temperaturschwankungen vorsieht. Er fragt mehrfach danach um welches Gerät es sich denn dabei handeln möge. Dem freundlichen Herrn ist es hörbar unangenehm, dass er in seinen Unterlagen kein Gerät mit der Bezeichnung PLL 2 gibt. Er beginnt im Internet auf der Bosch Webseite zu suchen und wird nach mehreren Minuten endlich fündig. Schade solche Wartezeiten müßten nicht sein.

Er öffnet die zugehörige Bedienungsanleitung und ich sage ihm, dass die zweifelhafte Passage auf Seite 17 meiner Bedienungsanleitung zu finden ist. Er sucht kurz und wir einigen uns darauf, dass der gleiche Text in seiner Bedienungsanleitung auf Seite 16 zu finden ist. In meiner anschließenden Recherche muss ich feststellen, dass er Recht hat.

Er geht mit mir die Punkte kurz noch einmal durch und kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass es sich hierbei um einen Fehler handeln muss, der mir das Recht zur Beanstandung beim Service gibt. Ich möge den Service morgen früh unter der Nummer 0711-40040460 anrufen und das Problem dort erneut schildern. Diese Hotline würde dann eine Abholung des Gerätes veranlassen um den Umstand zu prüfen.

8.d) Hotline die Vierte...
Nun, da ich die richtige Handhabung für die Kalibrierung ja bereits heraus gefunden hatte, verzichte ich auf die Rückholung des Gerätes. Dafür sollte ja auch der Produkttest da sein. Ich möchte die Hotline ja auch nicht missbrauchen.

8.e) Internet
Nach dem letzten Versuch an der Hotline stand ja nun mal fest, dass es sich bei meiner um eine andere Bedienungsanleitung handeln muss, als die, die im Internet zu finden ist. Ich forsche nach – und tatsächlich: Die Anleitungen differieren in einigen Kleinigkeiten.

Auf der Anleitung im Internet finde ich über dem Barcode das Datum 2014.02. Auf meiner Anleitung steht das Datum 2013.11.

Nun für den Support ist das sehr ärgerlich. Für den Anwender spielen die minimalen Änderungen jedoch keine Rolle. Da es ja auch immer eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, bis Veränderungen am Produkt im Verkaufsregal ankommen, ist die Dauer von 10 Monaten nicht ungewöhnlich und daher absolut im Limit.

9.) Fazit
Das Spiel zwischen den einzelnen Bestandteilen des Stativs könnte erheblich geringer sein. Das würde eine erhebliche Verbesserung der Wertigkeit mit sich bringen und dem Anwender ein Gefühl der Standsicherheit des Gerätes geben – auch wenn dies auf die Genauigkeit des Messergebnisses keine Auswirkung haben wird.

Eine weichere Gummimischung an den Stativ-Füßen könnte die Wertigkeit und Standfestigkeit ebenfalls noch erhöhen, da die Füße auf dem glatten Boden dann nicht so schnell weg rutschen.

Eine andere Lösung für den Batteriefachdeckel wäre schön, ist aber nicht kriegsentscheidend. Die Skizze in der Bedienungsanleitung könnte in Bezug auf die Richtung noch etwas deutlicher gestaltet werden.

Das Laser-Ergebnis ist gut. Die automatische Nivellierung macht das eher nicht so standfeste Stativ locker und leicht wieder wett. Die Winkel-Funktionen werden bei mir wohl eher seltener zum Einsatz kommen, aber schön das das alles geht.

In kleinen Räumen wie meiner Werkstatt muss man gut darauf achten, dass das Stativ nicht verrutscht. Man stößt vor allem beim Hantieren mit den langen Kabelkanälen in dem engen Raum leicht einmal dran. Die Selbstnivellierung bringt das aber in aller Regel wieder in Ordnung. Ich habe aber auch noch Aufgaben in wesentlich größeren Räumen, wo das Stativ sicher nicht so häufig im Weg stehen wird.

Trotz 500W Baustrahler konnte man die Laserlinie an der Wand an der die Werkbank steht gut erkennen. Die Leuchtkraft reicht also absolut aus.

Die Hotline kann durch sehr freundliche Mitarbeiter punkten. Die Support-Unterlagen und die Bedienungsanleitung bedürfen hingegen der Überarbeitung.

So, trotz viel Kritik (die Ihr ja haben wolltet), kann ich eine Gesamtbewertung mit 4 von 5 Daumen hoch abgeben und sage vielen Dank für das tolle Gerät - es wird mir sicher gute Dienste leisten!

10.) Die Fragen der Redaktion

1. Was waren Deine ersten Gedanken, als Du den PLL 2 incl. Stativ in der Hand hattest?
Beim Stativ dachte ich: „Sieht stabil aus, aber was klappert denn da?“. Es waren die Querstreben. Beim PLL 2 muss ich Bosch wieder mal ein Kompliment machen. Die Verarbeitung sieht sehr hochwertig aus.

2. Welches Projekt hast Du mit dem PLL 2 gemacht? Wie bist du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
Die genaue Projektbeschreibung findet Ihr unter:

Hier oben in Kapitel 7 habe ich bereits beschrieben, wie ich genau vorgegangen bin. Ich habe insgesamt ca. 16 Stunden gebraucht.

3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung/Bedienung des Kreuzlinienlasers?
Die Bedienung ist wenn man einmal gelesen hat, was was ist nicht mehr schwierig. Bedingt durch das nicht ganz so standfeste Stativ und den etwas hakelig wirkenden Drehmechanismus am Stativkopf wird die Einrichtung jedoch manchmal zum Geduldsspiel.

4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen? Wie präzise war das Messergebnis?
Die Genauigkeit war für mein Projekt, mit Ausnahme des Messfehlers den ich begangen habe, vollkommen ausreichend. Für Abreiten die eine scharfe und sehr genaue gerade Kante erfordern könnte es sein, dass die Laserlinie im Einzelfall zu breit ist. Ich denke dabei an Malerarbeiten. Ich würde es aber dennoch versuchen solche Aufgaben mit dem PLL 2 zu erledigen, denn eine Wasserwaage wird nicht genauer sein.

5. Erfüllt der Kreuzlinienlaser Deine Anforderungen und Erwartungen?
Ja. Auch das Stativ ist absolut ausreichend. Auch wenn ich weiter oben einige Kritik am Stativ los geworden bin, hat es seine Aufgabe gut erfüllt. Solange man nicht daran stößt bleibt es ja da stehen wo es aufgestellt wurde und klappert auch nicht herum. Bei glatten Untergründen empfehle ich jedoch eine Rutsch hemmende Unterlage.

6. Was können wir zukünftig am PLL 2 noch verbessern?
Das Stativ:
- Rutschhemmendere Gummifüße.
- Ein leichtgängigerer Drehteller am Stativkopf.
- Die Befestigung der Querstreben.
- Die Libelle in die Mitte der Querstreben setzen, damit man sie besser ablesen kann, wenn das Stativ erhöht steht.
- Das Spiel zwischen den Segmenten der Beine und in der Befestigung der Zahnstange.

Der PLL 2:
- Der Batteriefachdeckel.
- Die Beschriftung des ON/OFF-Schalters

Die Bedienungsanleitung:
- Die Zeichnung mit dem Batteriefachdeckel deutlicher gestalten.
- Den Fehler mit der Kalibrierung beseitigen.
- Dem Support sollten alle Bedienungsanleitungen vorliegen.

Die Verpackung:
- Die Batterien könnten oben auf den Karton geklebt werden.

7. Würdest Du den PLL 2 in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Auf jeden Fall. Ich habe auch schon ein weiteres Projekt im Kopf, bei welchem ich vielleicht sogar die Neigungsfunktion mit Winkelanzeige nutzen kann. Mal sehen, was meine Frau dazu sagt, wenn unsere Lampen zukünftig schräg hängen... ;-)

 
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 787316#post787316.
2014-11-24 12:52:27

Hallo Roland ,
na zum Glück wurde dank deiner Beharrlichkeit doch alles gut . Klasse Bericht und gute Bilder und Testprojekte . Vielen Dank dafür 5 D
2014-11-27 21:09:05

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