Der Kreuzlinienlaser PLL 2

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Klein und praktisch - der Kreuzlinienlaser PLL 2 3 Kommentare
Vom 12.09.14 Geändert 2014-09-12 23:40:56
Kennenlernen:
Als das Paket geliefert wurde, war ich etwas über dessen Größe erstaunt. Schnell war aber klar, dass es daran lag, dass auch ein Stativ mit dabei war. Damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet, war doch in der Ausschreibung zu lesen: „Der PLL 2 ist nicht nur kinderleicht zu bedienen, sondern passt auch auf alle handelsüblichen Bau- und Fotostative.“ Aus diesem Grunde hatte ich schon mein altes Fotostativ hervorgekramt und bereitgelegt. Das wurde nun aber gar nicht gebraucht.
Ich machte mich ans Auspacken. Alles fein säuberlich verstaut, das Gerät selbst in einer Hülle, in der es gut vor Staub geschützt ist (in meiner Werkstatt durchaus eine sinnvolle Sache ;-) ).
Auspacken, Batterien einsetzen, Stativ aufstellen, Gerät darauf fixieren und anschalten. Alles ohne einen Blick in die Anleitung zu werfen. Da kann man auch nicht wirklich viel falsch machen.
Nachdem das erste Laserkreus auf der Wand erschien doch ein Blick ins dünne, aber ausreichende Handbuch. Einfach, um die diversen Möglichkeiten kennenzulernen und durchzuprobieren. Soweit alles klar, mein Projekt konnte beginnen.

Vorbemerkung zum Projekt:
Anfangs wollte ich mich für den Test gar nicht bewerben, da ich kein passendes Projekt dazu hatte. Als ich mir ein neues Kletterseil zulegte und das alte 70 m-Seil ausgemustert wurde,  kam mir aber eine Idee für ein Projekt, bei dem das Gerät zum Einsatz kommen kann, das alte Seil eine sinnvolle Verwendung findet  und mein Platzproblem in der Bastelstube etwas gelindert werden kann.

Das Problem:
Der sowieso schon sehr beschränkte Platz in meiner Bastelstube wurde durch herumstehende Platten, Bretter und Leisten noch mehr eingeengt. Da ist das arbeiten manchmal schon recht schwierig (Bilder 1+2).

Die Lösung:
Um mehr Platz zu schaffen brauchte ich folgende Dinge:
  •  ausgemustertes Kletterseil (Bild 3)
  •  Ösenschrauben (Gerüstschrauben), 100mm lang  und geeignete  Dübel (Bild 4) und natürlich
  •  das Testgerät samt Stativ (Bilder 5+6)
  • Zusätzlich meine Hilti samt Staubfänger und es konnte losgehen.
Kreuzlinienlaser aufbauen:
Die Stativbeine wurden auf die gesamte Länge ausgefahren. Dank der Schnellverschlüsse eine einfache Sache. Das  Gerät wurde auf die Stativplatte geschraubt und auf dem Stativ eingerastet. Dabei fielen mir gleich zwei Dinge auf:
  1. das Stativ wirkt (im unmittelbaren Vergleich zum Fotostativ) eher sehr filigran
  2. der Hilfsbügel zum Festziehen der Halteschraube könnte ruhig etwas größer dimensioniert sein. Für meine Handwerkerpratzen ist er ziemlich fummelig.
Da das Stativ nicht viel Gewicht tragen muss ist es aber durchaus für den gedachten Einsatz geeignet. Da man das Gerät nicht ständig braucht – und daher wohl die Batterie entfernen wird (so wird es auch empfohlen) muss die Stativplatte dazu entfernt und beim nächsten Gebrauch wieder angeschraubt werden, da ist der kleine Bügel dann durchaus nervig.
Der Laser wurde im Selbstnivelliermodus gestartet. Nach wenigen Sekunden erschien eine Kreuzmarkierung an der Wand. Ich schalte auf die waagrechte Linie um. Diese wurde etwa in halber Wandhöhe deutlich sichtbar abgebildet. Mittels Kurbel wurde der Stativkopf weitest möglich in die Höhe gefahren, da ich die Linie weiter oben benötigte. Immer noch zu tief. Also mittels Handhebel den Kopf lockern und den Laser nach hinten kippen. Die Linie wandert nach oben und ist plötzlich verschwunden, ein Warndreieck erscheint im Display. Ach ja, das Ganze funktioniert ja nur bis zu einem Winkel von +/- 4°. Das heißt, ich muss das Stativ höher stellen um die Linie an die gewünschte Stelle zu bekommen. Ab damit auf den kleinen Werktisch (Bild 7). Jetzt passt‘s (Bild 8).

Ich überprüfte die angezeigte Linie indem ich an mehreren Stellen den Abstand von der Decke zur Linie nachgemessen habe. An allen Messstellen kam ich auf exakt das gleiche Maß – das kann sich sehen lassen (Bild 9).

Bohrmarkierungen:
Nachdem die Grundeinstellungen gemacht und überprüft waren konnte ich die Bohrstellen festlegen. Ich wollte bis etwa zur Mitte des Raumes gehen. Dazu wurden an beiden Seiten je fünf Ösenschrauben befestigen. Schnell waren die dafür benötigten Abstände berechnet und fast ebenso schnell an der Wand markiert. Ich maß von der Stirnseite weg 20 cm und zeichnete die erste Markierung. Von dieser ausgehend wurden in je 50 cm Abstand die weiteren Markierungen angezeichnet (Bild 10). Aufgrund der sehr gut sichtbaren Laserlinie (die auch auf dem Maßband sehr gut zu erkennen war)ging das echt schnell und einfach.

Da die Laserlinie zugleich auf drei Seiten des Raumes projiziert wurde musste nichts um- und neu eingestellt werden. Schnell waren die Markierungen an beiden Seiten gemacht. Zusätzlich kamen zwei Markierungen an die Stirnseite.

Ösenschrauben setzen:
Die Hilti wurde einsatzbereit gemacht. Ich bohrte die 12 benötigten Löcher (Bild 11). Dabei wurde mit einem 6er-Betonbohrer vorgebohrt ehe der 10 mm Bohrer zum Einsatz kam. Dübel rein, diese etwas einklopfen und die Ösenschrauben eindrehen. Ein dicker Schraubendreher erleichterte diesen Arbeitsschritt (Bild 12).

"Zwischendecke" anbringen:
Nachdem alle Schrauben an ihrem Platz und senkrecht ausgerichtet waren (Bild 13) konnte ich mit dem Einfädeln des Seiles beginnen. Bei 70 m Länge dauerte das etwas, ehe ich die Grundform gefädelt hatte (Bilder 14+15).

Da sich ein Kletterseil dehnen muss (um einen Sturz abzufedern) muss es natürlich entsprechend gespannt werden um möglichst straff zu sein. Dazu waren zusätzliche helfende Hände nötig. Aber wozu hat man einen Schwiegersohn?

Das Seil wurde möglichst stramm gespannt und auf Spannung verknotet. Danach wurden mit dem Rest des Seiles zusätzliche Längsstränge eingeflochten bis die vollen 70 m aufgebraucht waren. Somit war mein neues Holzlager unter der Decke bereit bestückt zu werden (Bild 16). Und schon hatte ich deutlich mehr Platz zum Arbeiten (Bild 17). Noch dazu komme ich nun auch an die Inhalte der Regale ohne ständig Platten verschieben zu müssen.
 
Weitere Tests:
Nachdem das eher ungewöhnliche, aber für mich sehr hilfreiche, Projekt beendet war, wurde der PLL 2 für weitere Aufgaben herangezogen. Etwa um ein Bild im Wohnzimmer auszurichten (Bild 18), bei den Kindern ein Regal und eine Halterung für einen Fernseher zu montieren. All diese Aufgaben waren deutlich einfacher und schneller erledigt als bisher mit Wasserwaage und langer Leiste.

Das das kleine Gerät auch als Wasserwage dienen kann habe ich in den entsprechenden Modus umgeschalten und die Neigung der äußeren Fensterbänke kontrolliert, die ja mindestens 5° betragen soll (Bild 19).

So, der Test war geschafft. Lasst mich nun auf die speziellen Fragen dazu eingehen.

1. Was waren Deine ersten Gedanken als Du den PLL 2 incl. Stativ in der Hand hattest?
Beim Gerät: „Fühlt sich gut (wertig) und griffig an!" Beim Stativ: „Etwas leicht!

2. Welches Projekt wurde gemacht, wie bist Du dabei vorgegangen und wie viel Zeit benötigt?
Projekte und Testaufgaben siehe oben
Zeitaufwand „Seildecke“ insgesamt etwa 4 Stunden, weitere Aufgaben ca. 45 Minuten.

3. Wie leicht fällt die Handhabung?
Sehr einfach, was schon die dünne Beschreibung erahnen ließ.

4. Zufriedenheit mit den Ergebnissen? Wie präzise war das Messergebnis?
Sehr zufrieden, sehr exakte und gut sichtbare Linien.

5. Anforderungen und Erwartungen erfüllt?
Ja, zum größten Teil.

6. Verbesserungsvorschläge?
  •  Bügel an der Stativplattenschraube so dimensionieren dass er nicht nur für Gynakologenhände geeignet ist
  • Öffnungsbügel des Batteriefaches umgestalten. Hier hat man Angst, dass dieser abbrechen kann wenn man mal etwas weniger vorsichtig rangeht. Würde eine Lösung ähnlich der an vielen Kompaktkameras üblichen präferieren (Schieber mit aufklappendem Batteriefachdeckel).
7. Würde ich die PLL 2 in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Unbedingt!
Meine Tochter hat in ihrer neuen Taekwondoschule schon einiges angemeldet (etwa Garderoben und Duschstangen montieren).

Besonders gefallen hat mir:
  • Exaktheit und Schärfe der abgebildeten Linien
  • schnelle Selbstjustage
  • einfache Kalibrierung
  • insgesamt einfache Handhabung
  • die kleine Außentasche an der Schutzhülle um die Batterien bei längrem Nichtgebrauch zu lagern (da passenauch noch Reservebatterien rein)

Weniger  gefallen hat mir:
  • das etwas filigrane Stativ (nix für Baustellen)
  • siehe oben Pkt. 6
Fazit:
Alles in allem ein tolles Gerät mit dem sich sehr schnell exakte Ergebnisse erreichen lassen. Ein Gerät, das sicher noch oft zum Einsatz kommen wird!
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Hallo zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 785071#post785071.
2014-11-20 17:05:58

Top Bericht und auch ein schönes Projekt Holzopa . Dein Bericht hatte für mich genug Informationen sodass ich mir unter dem Gerät was vorstellen kann . Du hast auch schön die Vor und Nachteile aufgezählt und klasse Fotos gemacht 5 D
2014-11-21 09:30:59

Herzlichen Dank Holzopa. Ich habe gestern erst nach Informationen gesucht was die ominösen Zahlen (5°) auf dem Display bedeuten. Guter Bericht und hat mir auf jeden Fall geholfen. Damit ist klar mit was, neben dem PMF 250 CE, als Nächstes die Werkzeugkasse belastet wird.
2014-11-21 13:09:09

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