Das PRA MultiPower Radio – das Radio mit hoher Flexibilität
durch Bluetooth sowie Akku und Kabel

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Das PRA MultiPower Werkstattradio von Bosch 6 Kommentare
Vom 24.09.15 Geändert 2015-09-24 14:38:57
Das PRA MultiPower Werkstattradio von Bosch

Welcher Heimwerker kennt das nicht, man steht im Keller oder im Garten und wenn nicht gerade eine Maschine läuft ist es oftmals recht still um einen herum. Manch einer mag es – manch einer nicht. Ich gehöre zu letzteren – von daher vielen Dank an Bosch, dass ich das neue Heimwerkerradio testen darf.

Da ich noch zur der Generation gehöre, die wissen was zB eine Kassette ist und die noch mit Ghettoblastern statt mit MickyMaus Kopfhörern im Freibad auf der Wiese lagen – war die Erwartungshaltung doch recht hoch.

Naja was soll ich sagen – in Bezug auf das Radio von Form und Klang hat sich viel getan in den ganzen Jahren. Die 2 Lautsprecher mit jeweils 3.5 Watt und ihren 20 Lautstärkestufen haben fast bis ins Maximum einen satten und guten Klang, nur bei voller Lautstärke verzerrt sich der Klang dann aber doch ein wenig.

Für Heimwerker die schon einige aktuelle Bosch-Akkugeräte haben bietet das PRA eine sehr tolle Alternative zu batteriebetriebenen Radios wenn man mal wo arbeitet, wo kein Stromanschluss vor Ort ist. Denn das Radio von Bosch kann gleich mit mehreren Akkusorten betrieben werden. Es funktionieren die kleinen handlichen 10.8 Volt Akkus  ebenso wie die 14,4 oder 18 V Akkublöcke mit Kapazitäten von 1.3 bis 3 Ah.
Daneben hat das Gerät natürlich auch noch ein Netzteil für den Anschluss an das normale Stromnetz, welches man zB zum Transport prima im Gerät selbst verstauen kann.

Im Betrieb selbst, bietet das PRA MultiPower Radio mehrere Quellen für den Musikgenuss an, so hat man zB die Wahl zwischen klassischem UKW und Mittelwellen Empfang, dem Einspeisen der Musik über 2 AUX-In Ports (an der Seite und im Innern unter der Abdeckklappe) – womit man über das mitgelieferte Kabel dann zB seinen MP3 Player, Discman oder Tablet sowie Handy direkt anstecken kann. Darüber hinaus besitzt das Gerät aber auch noch die Möglichkeit, per Bluetooth mit anderen Geräten zu kommunizieren. So kann man zB auch mal sein Handy oder Tablet bis zu 10 Meter entfernt vom Radio ablegen und dieses trotzdem als Tonquelle nutzen.

Zusätzlich zur Batteriegepufferten Uhr hat das PRA über dieser einen Smartphone Einschub, für diejenigen, welche das Gerät griffbereit haben möchten. Benötigt man keinen schnellen Zugriff auf das Handy oder den mp3 Player, so kann man diese auch in einem komfortabel gepolsterten Fach unter der rückseitigen Abdeckung verstauen und so vor Schmutz und Staub schützen.

Als ich das Radio das erste Mal in den Händen hielt, dachte ich offengesagt, was für ein komischer Klotz ist das denn, wieso baut denn jemand ein Radio dreieckig statt Quaderförmig? Wo liegt hier denn der Sinn, vor allem weil es ja von Bosch auch für den Profibereich entsprechend „Normal“-Geformte Geräte gibt. Naja – einen großen Vorteil hat die Form auf jeden Fall – das Gerät steht stabil wie ein Atombunker auf dem Tisch – umwerfen kann man es so schnell nicht.

Das Design und die Technik selbst finde ich bis auf ein paar Abstriche recht Gelungen, dazu aber später mehr.

Natürlich war der erste Ort wo es getestet wurde…. Naja ok so natürlich ist es vielleicht eher doch nicht … unser Bad/WC. Aufgrund der breiten Fensterbank und der Akustik bot sich das Bad direkt an.
Aufstellen und Inbetriebnahme war eine Sache von einigen Augenblicken, wer nicht so gerne Bedienungsanleitungen liest, könnte evtl. etwas länger benötigen um zB das Fach für die Pufferbatterien der Uhr zu finden oder um Bluetooth in Gang zu bekommen. Dank der brauchbaren Bedienungsanleitung ging das aber ratz fatz.

Später fand das Gerät auch mal seinen Weg in den Keller sowie in den Garten und auch auswärts durfte es schon seinen Dienst leisten, als ich bei meiner Schwägerin die Elektroinstallation in ihrem Schlafzimmer anschloss (hier war dann auch der Akkubetrieb sehr von Vorteil). Es ist auf jeden Fall sehr interessant, die neidischen Blicke von Nachbarn und Schwägerin usw. zu beobachten. Auch interessant fand ich es, dass in meiner Werkstatt welche bis auf die Tür und ein kleines Fenster von 90 cm dicken Mauern umgeben ist, das PRA einen recht brauchbaren Empfang hatte. Mein altes Radio mit langer Antenne ist da um Klassen schlechter wobei es lustigerseits den beim PRA etwas mäßig wiedergegebenen Saarländischen Rundfunk(SR1) besser wiedergibt und Radio Salü schlechter, wohin dieser beim PRA um Längen besser war.

Die Bedienung selbst geht eigentlich ganz locker von der Hand, die Tasten sind gut beschriftet, die 10 Speicherplätze für die UKW Sender waren schnell belegt und auch die Equalizer Funktion mit Bass und Höhen war einfach einzustellen. Was etwas frickelig war, war das Einsetzen des 18V Akkus, da musste ich einige Male hin und her wursteln, bis der Akku richtig einrastete, der 10.8 Volt Akku hingegen sitzt Bombig fest.

So gesehen würde ich sagen, die rudimentärsten meiner Wünsche und Erwartungen hat das PRA MultiPower Heimwerkerradio schon erfüllt aber für das evtl. zukünftige PRA 2 hätte ich trotzdem eine recht lange Liste an Wünschen, Erwartungen und Änderungsvorschlägen welche ich im Folgenden versuche etwas zu erörtern:

Wir leben im Jahr 2015, in einer Zeit, wo fast jedes Küchenradio und jedes Autoradio dem Zeitalter der Digitalisierung Rechnung trägt.
So wäre es für mich sehr sinnvoll gewesen, wenn das Radio einen eigenen SD-Kartenslot gehabt hätte (den hatte sogar unser Badezimmerradio für 30€).
Auch ist der Rundfunk in der genutzten Form dem Tode geweiht – Mittelwellensender sind am Aussterben und auch beim  Analogen Rundfunk per UKW ist mit DAB schon längst der Nachfolger im Rennen, welcher auch vor allem qualitativ eindeutig das bessere Hörerlebnis bietet. Auch simpler Radiotext ist nicht vorhanden – dies würde ich mir für das Nachfolgegerät auch wünschen.

Heutzutage kann selbst das günstigste Radio die zuvor eingestellte Lautstärke speichern, wohingegen das PRA t immer auf Level 10 Loslegt – wieso macht man sowas?   

Ebenso haben die meisten heutigen Geräte eine Tastenbeleuchtung um auch im Dunkeln die Bedienung zu erleichtern, gerade als Heimwerker kommt es mal vor, dass man wo arbeitet wo noch kein Licht liegt oder es im Freien auch mal Dunkel wird, hier sind dann die Tastenfunktionen der PRA nicht mehr zu erkennen.

Die recht moderne Bluetooth-Funktionalität ist zwar vorhanden, wurde aber meiner Meinung nach nicht konsequent in der Funktionalität umgesetzt. So kann man zwar über die Tasten zB gerade noch die Titelwahl steuern, aber die Anzeige des Titels wäre auch schön gewesen, ebenso wie es schön gewesen wäre, wenn man über ein eingebautes Mikrofon auch die Telefonfunktionen seines Handys nutzen könnte. Welchen Sinn macht es, wenn man sein Handy per Bluetooth verbindet, das Handy dann in das innere Ablagefach verstaut und dann selbiges für ein Telefonat wieder hervorkramen muss? Wobei ich hier sogar soweit gehen würd und würde dem Nachfolgemodell sogar eine Notruffunktion über Handy und Bluetooth Implementieren.

Was ich auch als wenig sinnvoll empfand, war die vordere Handyhalterung in Form eines offenen Schlitzes mit Kunststofflamellen darin. Zum einen Schütze ich meine Handys mit einer festen Hülle, welche ich sicher nicht jedes Mal demontieren möchte um das Handy am oder im Gerät aufzubewahren. Zum anderen ist dieser Schlitz so eng, kurz und unvariabel, dass ich keines meiner Geräte in diesem Unterbringen konnte. Das Samsung S1 war schon zu dick, die S4 und S5 befinden sich in der Schutzhülle passten so dann natürlich auch nicht, das etwas ältere Nokia 5800 passte ebenso wenig wie meine Tablets. Das iPad könnte höchstens mit einer Kante reingesteckt werden, das Stream 7 sowie das Archos 7.0 passen wiederum von Dicke sowie erst recht von der Länge nicht da rein. Darüber hinaus, ist dieser Schlitz ein Prima Staubfänger welcher im Fall der Fälle schwer zu reinigen ist  und somit eine deutliche Quelle von Kratzern und Macken bei „passenden“ Handys werden könnte.
Hier würde ich mir für die Nachfolge eine in der Breite etwas variablere Lösung wünschen, welche aber auch über eine komplette  Abdeckung verfügt, damit sich hier kein Staub usw ansammeln kann.

Selbiges gilt auch für die Innere Handyaufnahme – hier wäre etwas mehr Platz für Handys mit Hüllen auch nicht falsch.

Was ich auch vermisse ist eine Ladefunktion für die eingesetzten Akkus sowie angeschlossene Handys und Tablets – so könnte man sich einige Ladegerät sparen und würde auch die Erreichbarkeit per Handy sicherstellen.

Schön wäre es übrigens auch, wenn es einen oder zwei Optionale Einsätze für den vorderen und hinteren Bereich der drei Bügel gäbe, so könnte man dort evtl etwas Werkzeug oder Schrauben usw ablegen und herumtragen können.

Übrigens habe ich über einen Verbrauchsmesser die benötigte Leistung des PRA in verschiedenen Situationen gemessen und auf die verschiedenen Akkus grob umgerechnet. Dies sind natürlich keine wirklich genauen Angaben – aber man kann schon grob mal abschätzen, wie die Unterschiede sind.

Leerlauf - 0.14 Watt = kosten ca 30 - 40 cent im Jahr

Lautstärke Radio auf 5 ca. 1 Watt - 18 V - Akku mit 1,5 Ah - 21 Stunden, 2 Ah - ca 29 Stunden, 2,5 Ah - 26 Stunden  ; 10.8 V 1,5 Ah - ca 13 Stunden
Lautstärke Radio auf 10 ca. 1.35 Watt 18v Akku 1,5Ah- 16 Stunden, 2 Ah- 21,3 h; 26,8 Stunden ; 10.8 V 1,5 Ah - ca 9,6 Stunden
Lautstärke Radio auf 15 ca. 3 Watt - 18v 1,5 Ah - 7,2 Stunden, 2Ah- 9.6 Stunden, 2,5Ah 12 Stunden; 10.8 V 1,5 Ah - ca 4,3 Stunden
Lautstärke Radio auf 20 ca. 5 Watt  1,5Ah- 4,3 Stunden, 2Ah - 5,8 Stunden ,2,5Ah- 7,2 Stunden ; 10.8 V 1,5 Ah - ca 2,6 Stunden

Lautstärke Bluetooth auf 10 ca. 2,3 Watt 1,5Ah- 9.4 Stunden, 2Ah - 12,5 Stunden ,2,5Ah- 15,5 Stunden ; ;10.8 V 1,5 Ah - ca 5,6 Stunden;
Lautstärke Bluetooth auf 20 ca. 12,5 Watt (Lauter da bessere Tonqualität) 1,5 Ah - 1,7 Stunden, 2Ah - 2,3 Stunden, 2,5Ah -2,9 Stunden; 10.8 V 1,5 Ah - ca 1 Stunde

Beachten sollte man hier wirklich, dass das Radio per Bluetooth um einiges Lauter als beim Radiobetrieb war. Dieses mehr an Lautstärke frisst natürlich dann auch in Kombination mit Bluetooth etwas mehr als die doppelte Leistung im Vergleich zum „normalen“ Radio.was sich extrem auf die Akuulaufzeiten auswirkt.
Auch spiegelt sich unterschiedliche Musik im Verbrauch wieder (je lauter umso Stärker) - ruhiges Gitarrengeklimper benötigt weniger Energie als Brutale Bässe, von daher ist der letztendliche Akkuverbrauch nicht nur von der Lautstärke abhängig.

Ich hoffe der Bericht war einigermaßen Interessant für euch – als Fazit kann ich nur sagen, das Radio ist schon ein schönes Teil – für Anwender die wenig Technikfirlefanz wollen, ist es ideal. Heimwerker welche gerne noch die ein oder andere kleine Spielerei haben möchten, werden evtl. mit meiner Meinung konform gehen, dass für das Folgemodell noch viel Platz nach oben für mögliche Verbesserungen ist.
Ich bedanke mich bei euch für´s lesen und nochmals bei Bosch für das tolle Testgerät.

 
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Auf diesen Testbericht war ich besonders gespannt. - Würde ich das Radio nicht kennen oder nicht besitzen, würde ich es mir wahrscheinlich jetzt kaufen. Es wurden alle wichtigen Funktionen erklärt bzw. auch kritisch hinterfragt. Guter Testbericht!
Dass SD-Kartenslot und DAB fehlen, finde ich beim Radio nicht weiter tragisch. Wo anfangen, wo aufhören? - USB-Buchse und Internet-Radio fehlen ja auch.
2015-10-09 23:22:17

Dass die fehlende Freisprechfunktion bemängelt wird, verstehe ich voll und ganz. Ich vermisse diese ebenfalls. Lautsprecher ist ja ohnehin schon dran, Bluetooth macht es ganz einfach möglich, man müsste lediglich Mikrofon verbauen und eine Rufannahmetaste. Gerade beim Werkeln kommt es häufig vir, dass man mit dreckigen Fingern oder Schutzhandschuhen kein Smartphone bedienen kann/möchte.
2015-10-11 20:18:33

Stimmt schon @ kaosqlco man kann nicht alles haben irgendwo muss man mal die Kirche im Dorf lassen - aber gerade ein SD Kartenslot im Innern wäre klasse um eigene Musik zu hören ohne Bluetooth, Mp3 Player oder Handy. Internet-Radio - hab ich glatt vergessen *g das wäre auch nicht falsch - wobei - da müsste dann noch WLAN usw rein... dann könnte man dies parallel zu Bluetooth nutzen oder von weiter weg und auch mit einer schönen App arbeiten... ;)
@ Rainerle - genau das
2015-10-12 17:51:15

Ein ausgewogener Bericht! Gefällt mir sehr, sehr gut. Bestätigt im Gegensatz zur Meinung von Kaosqlco die meine, dass ich es mir nicht zulegen muss. Dafür fehlen diese angenehmen Features. Und mein 49,00 Euro-Standard-Radio macht (fast) das gleiche. Ausnahme ist die Akkufunktion (aber dafür müsste ich extra welche anschaffen) und Bluetooth hat mein "Kleines" auch nicht. Entweder warte ich "die nächste" Generation ab oder schwenke auf ein Radio, welches die genannten Funktionen aufbietet.
2015-10-19 11:01:28

Das ist ja mal ein Bericht, der wohl nicht zu überbieten sein dürfte. Die Messungen sind sehr Aussagekräftig und informativ. Gefällt mir sehr.
2015-10-19 13:39:17

Ein sehr guter Testbericht. Auch die Verbrauchsmessung hat mir gefallen. Da mein Radio mich nur bei meinem herumwursteln "unterstützen" soll, passt für mich das Gerät. Natürlich ist noch Luft nach oben. Wenn der Sendenamen im Display erscheinen würde, dass wäre auch noch ein Plus.
2015-10-19 13:45:20

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