Hol' den Hammer raus!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der ist echt der Hammer 0 Kommentare
Vom 06.07.10 Geändert 2010-07-06 09:45:10

Beim Ersten in die Hand nehmen des Koffers spürt man bereits deutlich das Gewicht der Maschine und man merkt gleich, dass da kein Spielzeug drin ist. Der Bohrhammer kam in dem üblichen grünen Bosch-Koffer, überraschend positiv ist die Geräumigkeit des Koffers. Es war problemlos möglich das dem Testpaket reichlich beiliegenden Extrazubehör (Spitzmeißel, Flachmeißel, Steinbohrer sowie Holzbohrer) nebst Bedienungsanleitung unterzubringen. Die Maschine selbst liegt gut in Hand, das Anschlusskabel ist aus Gummi und hat eine Länge von knapp 4 m und ist damit sehr gut dimensioniert (Weiter so Bosch).

Trotz reinem Kunststoffgehäuse wirkt der Bohrhammer insgesamt sehr gut verarbeitet und hochwertig.

Schalter

Die Kombi-Wahlschalter sind griffig und leichtgängig. Den Druckknopf mit Arbeitshandschuhen zu bedienen ist manchmal knifflig aber möglich und wie oft schaltet man wirklich um? Toll finde ich die Form der Schalter bzgl. der Gangwahl. Durch den einfachen aber genialen Mechanismus kann nur im Bohrbetrieb der 2. Gang gewählt werden. Der Drehrichtungswähler (Rechts-Links-Lauf) ist okay. Der Schalterdrücker ebenfalls, das Drehzahlrad ist ohne Handschuhe ebenfalls gut bedienbar. Leider sind darauf keine Beschriftung mit Zahlen oder Buchstaben um reproduzierbar die Drehzahl beim Bohren vorzuwählen, was insbesondere beim Betrieb in einem Bohrständer wichtig wäre. Außerdem gibt es in der Bedienungsanleitung keine Tabelle mit Empfehlungen bzgl. der Drehzahl je nach Material und Bohrdurchmesser.

Das sogenannte Vario-Lock finde ich sehr praktisch, man kann den Flachmeißel in die Arbeitsposition bringen in der man am besten die Maschine halten kann und trotzdem den optimalen Arbeitswinkel hat. Leider konnte ich das Vario-Lock im realen Einsatz nicht testen, da ich momentan nichts zu stemmen hatte.

Bohrfutter

Die beiden Bohrfutter sind super und lassen sich kinderleicht wechseln. Sehr positiv überrascht hat mich das sehr geringe Längsspiel trotz Wechselbohrfutter. Einziges Manko ist, dass das Schnellspannfutter relativ viele Umdrehungen zur Verriegelung bzw. beim Öffnen braucht, eine etwas größere Übersetzung fände ich hier besser. Das Schnellspannbohrfutter zeigt sich als präzise, auch bei höchster Drehzahl findet sich keine nennenswerte Unwucht (Bild 1).

Tiefenanschlag

Der Abstand zwischen Bohrer und Tiefenanschlag ist zu groß bzw. ist der Punkt an dem der Tiefenanschlag das entsprechende Objekt (z.B. Wand oder Brett) berührt fix, man kann dies nur durch Rotation der Maschine um die Längsachse verändern. Leicht geschwungene Tiefenanschläge (wie z.B. bei Metabo) finde ich besser, insbesondere bei einer Allroundmaschine die eine reine Bohrmaschine ersetzen kann. Über den „Einrast“-Mechanismus lässt sich der Tiefenanschlag einfach und schnell verstellen, gut allerdings nur ohne Handschuhe. Ich befürchte, dass der Mechanismus - da er komplett aus Kunststoff ist - irgendwann brechen wird. Vielleicht war der alte Mechanismus mit Flügelschraube dauerhafter?? Die Zukunft wird es zeigen.

Bohren in Holz

Beim Bohren mit größeren Durchmessern sinkt Drehzahl beim Eintauchen ins Holz merklich, die Elektronik erhöht die Drehzahl der Maschine nicht. Da es sich aber um einen Bohrhammer handelt, ist eine Constant-Electronic oder ähnliches nicht wirklich erforderlich. Maschine und Bohrfutter werden nach 5 min Dauerbetrieb und ca. 15 Löcher in Kieferholz relativ heiß, so dass ein Bohrfutterwechsel nur mit Handschuhen möglich ist.

Bohren in Metall

Für das Freihandbohren kleiner Durchmesser ist die Maschine zu schwer und klobig, im Bohrständer prima. Der einzige Nachteil im Bohrständer ist die durch die Länge des Schnellspannfutters bedingte reduzierte maximale Höhe des Werkstücks. Die Garagentür bohrte sich mit 3,5 mm HSS-Bohrer problemlos wie mit einer reinen Bohrmaschine.

Schrauben

Natürlich stellt der PBH 3000-2 FRE kein Ersatz für einen Akkuschrauber dar (keine Drehmomentbegrenzung, zu schwer, kaum mit einer Hand führbar), wenn es aber sein muss kann damit problemlos kräftige Schrauben versenken (siehe Bild 4)

Bohren in Beton

Das Bohren in Beton ist die Domäne eines Bohrhammers, so auch beim PBH 3000-2 FRE. Egal ob es sich um Stahlbeton der Kellerwand zur Befestigung eines Regals handelte (Bild 2 &3) oder ob es um den Stahlbetonfußboden der Fertiggarage für den Türfeststeller ging (siehe Bild 5 bis 8), überall ging das Ding rein wie in Holz. Gut gefallen hat mir, das man je nach ausgeübtem Druck die Kraft des Schlagwerks relativ fein steuern konnte.

Bohren in Naturstein

Gespannt war ich auf die Bohrung ins Basaltpflaster. Bohren in Granit habe ich schon oft, Basalt noch nicht. Benutzt habe ich den mitgelieferten 8 mm Hammerbohrer. Die Bohrungen gingen zwar nicht so leicht wie in Stahlbeton, trotzdem zügig und absolut problemlos. Das Schlagwerk hatte ich gleich zugeschaltet, zunächst bohrte ich mit geringem Druck, nach ca. 5 mm Bohrtiefe habe ich den Druck gesteigert und der Hammer ging dann richtig los und fraß sich regelrecht in den Basalt. Ergebnis saubere Bohrlöcher, kein Abplatzen und das Endergebnis kann sich auch sehen lassen (siehe Bild 9 bis 12)

 

Fazit

Mit diesem Bohrhammer kann man sich dank des 2. Ganges eine zusätzliche Bohrmaschine sparen. Wie oben bereits erwähnt eignet sich die Maschine nicht wirklich zum Schrauben, dafür ist aber auch primär nicht gemacht. Die Präzision beim Bohren in Metall oder Holz im Bohrständer kann sich mit reinrassigen Bohrmaschinen messen. Das Schnellspanbohrfutter sitzt präzise und hat keine Unwucht. Die Erhitzung der Maschine ist meiner Ansicht nach vernachlässigbar, sofern kein Dauereinsatz geplant ist. Insgesamt fünf Daumen und klare Kaufempfehlung für den Heimwerker.

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