PBH 2500 - größerer Bohrdurchmesser in Beton

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der Privatbohrhammer im Praxistest 1 Kommentar
Vom 04.09.12 Geändert 2012-09-04 10:03:09
Also vorweg, ich habe mich riesig gefreut, diese schicke Maschine testen zu dürfen. Habe schon mit verschiedenen geliehenen Bohrhämmer zu tun gehabt (Tipp 650 + 750 Watt, Kress, 800 Watt, Bosch GBH-11 1500 Watt) und als Altbaubesitzer bin ich froh, eine solide, grüne Boschmaschine jetzt immer parat zu haben.
Vorneweg, der PBH (Privatbohrhammer, dieses lustige Wort geht mir nicht aus dem Kopf, ist aber tatsächlich die Bedeutung der Abkürzung) ist ein leichter Kombihammer, kann also sowohl reines Drehbohren ohne Hammerschläge, Hammerbohren und Meißeln mit Drehstopp. Mit 600 W sollte er für den normalen Hausgebrauch  mit Schwerpunkt Bohren gerüstet sein.
 
1. Welche Arbeiten hast du ausgeführt?
Das war jetzt lustigerweise ein Prämiere, da ich einen Bohrhammer bis dato noch nie zum Bohren benutzt habe. Ich habe Dübellöcher bis 12mm in Ziegel, Beton, Gasbeton gebohrt, Holzpfosten durchbohrt, ein Loch in rostigem Stahlblech aufgebohrt und das Gerät zum Schrauben  missbraucht. Außerdem habe ich ein paar leichte Meißelarbeiten an einem Betonfundament verrichtet.
Die beiden bisherigen Haputprojekte findet ihr hier (Gartenzaun) und hier (Bohrerhalterung).
 
2. Wie leicht fällt dir das Arbeiten?
Wunderbar, die Maschine liegt sehr gut in der Hand, im Vergleich zu ner schweren Schlagbohrmaschine, sicher die bessere Wahl, die Bohrleistung ist besser und das Gerät ist wirklich gut ausbalanciert und lässt sich sehr gut ausrichten. Auch im Vergleich zu meinem Schlagbohrschrauber finde ich es wesentlich einfacher, gerade Löcher in die Wand zu bekommen.
Die Geräuschbelastung ist ok, hatte mri die Maschine wesentlich lauter vorgestellt, bei längeren Einsätzen sollte ein Gehörschutz benutzt werden.
Die Kabellänge ist noch ok, es gibt schon Situation, wo mehr hilfreich wäre, dafür bleibt das Ganze so noch recht handlich und lässt sich ncoh in akzeptabler Zeit im Koffer verstauen, was gerade mir als Akkuliebhaber gefällt..  
Das Zahnkranzbohrfutter zum Einstecken ist sehr praktisch und zeitsparend, auch wenn die Maschine dadurch etwas länger wird.
Was das Arbeiten erschwert, oder zumindest nicht erleichtert, ist das Handbuch, denn außer den üblichen, allgemeinen Sicherheitshinweisen in allen möglichen Sprachen enthält es keine nennenswerten Hinweise zu Gebrauch und Pflege des Geräts. Wie ist das denn mit dem Einfetten? 1-2-do.com weiß Rat, aber sowas sollte schon im Handbuch stehn. Besser wäre noch, wenn das Fett gleich dabei wäre, so dass man reibungslos (zumindest reibungsreduziert ;-) ) mit dem Arbeiten beginnen kann . Dafür fällt das Handbuch ständig aus der dafür vorgesehenen Halterung im Deckel. Minuspunkt.
 
3. Wie beurteilst du die Leistung?
Für den normalen Gebrauch sehr gut, geht in Ziegelwände und Beton wie in Butter und auch das Meißeln ist für ein derart leichtes Gerät nicht zu beanstanden. Für größere Projekte würde ich auf ein Gerät mit mehr Reserven zurückgreifen.
Schrauben ist wie erwartet nicht die Stärke des Geräts, aber dafür ist es außerdem dann doch nicht handlich genug, ist für mich kein Kriterium für einen Bohrhammer. Zur Not geht es mal eben.
 
4. Bist du zufrieden mit den Bohrergebnissen?
Sehr zufrieden, die Löchern werden sehr exakt und Dübel verrutschen darin nicht so ohne weiteres. Den Fischerdübeln musste ich mit ein paar (sehr leichten) Hammerschlägen nachhelfen, so muss das sein. Mein Schlagbohrschrauber (PSB 18 Li 2) bohrt weniger exakt! Und natürlich viel mühsamer, der PBH zieht sich, wie ein Bohrhammer das eben soll, selbst in die Wand, man muss nur 2 Hände dran haben, um die Richtung zu  Ach beim Bohren in Holz ist der PBH mindestens ebenbürtig, wenn es nicht an die ganz großen Durchmesser geht.
 
5. Bist du zufrieden mit den Meißel-Ergebnissen?
Für ein 600 Watt Gerät gibt es da nichts zu meckern. Was mir, wie anderen auch, aber zu denken gibt, ist dass sich der Meißel in der abgeschlossenen Position immer noch etwas mitdrehen lässt und das kratzig klingt. Überlege jetzt, ob ich die Maschine auch einschicken muss und hab auch nicht mehr mit dem Meißel getestet. Ich habe mal ein Video davon gemacht und angehängt.
 
6. Wie leicht fällt dir das Wechseln der Bohrer?
Das SDS+ System ist hier enorm praktisch, solange die Bohrer gefettet sind.Auch das Zahnkranzfutter funktioniert sehr gut, wenn man es von Hand zudreht und mit dem Schlüssel kurz nachzieht – eigentlich kein nennenswerter Zeitverlust im Vergleich zu einem Schnellspannfutter und aufgegangen ist bei meinen Anwendungen nie  - im Gegensatz zu den Schnellspannfuttern, die ich kenne.
 
7. Würdest du den PBH 2500 SRE in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Definitiv ja, ich freue mich schon drauf und werde natürlich noch hier berichten. Geplant sind verschiedene Meißelarbeiten an einer Außenwand, u.a. Anbringen einer Lampe nebst Kabelverlegung, und Abschlagen vom bröckelnden Betonputz unserer Außentreppe. Außerdem wird der PBH überall  dort Löcher bohren dürfen, wo der Akkuschrauber nicht grad schneller zur Hand ist, weil er es einfach besser kann- auch wenn cih, wei gesagt, kabelfaul bin, hab ich mir das vorgenommen Übergangsweise werde ich ihn demnächst auch im Bohrständer einsetzen. Der ein oder andere kleine Wanddruchbruch für ein Kabel wird auch noch dazukommen. Alles Sachen, wo ich keine Bedenken habe, sie dem PBH 2500 anzuvertrauen. Ich freue mich auf den Langzeittest!
 
8. Erfüllt der PBH 2500 SRE deine Anforderungen und Erwartungen?
Ja, voll und ganz, ich bin wirklich angetan von dieser Maschine.
 
 9. Was können wir zukünftig am PBH 2500 SRE verbessern?
Da  gibt es a, Gerät selbst wenig zu tun. Für die Dinge, die man mit dem Gerät üblicherweise erledigen wird, ist er gut gerüstet. Drehzahlvorwahl ist nicht zwingend nötig, wobei es ihn natürlich zum fast vollwertigen Ersatz für eine normale Bohrmaschine machen würde.
Lediglich am Zubehör würde ich Änderungen vornehmen, denn wer sich einen Bohrhammer in dieser Kategorie kauft, wird wahrscheinlich nicht nur die üblichen Dübellöcher bis 8mm bohren wollen, sondern wie ich auch mal was Größeres im Außenbereich anbringen wollen, und da sind 12er-Dübel ein sehr gängiges Maß, also würde ich gleich ein entsprechendes Bohrerset beilegen, dann hat man mehr Ordnung. Nett wäre es, wenn Schmierfett dabei wäre.
Das Handbuch sollte überarbeitet werden und klare Hinweise zur Pflege des Gerätes geben und Missverständnissen in der Handhabung auch im Klartext vorbeugen.
Der Koffer ist an sich gut aufgeteilt, leider lassen sich die Meißel nur quer reinlegen und haben anders als die Bohrer (bis 160mm Gesamtlänge) keinen festen Platz. Im Prinzip könnte man dafür Cliphalterungen im Deckel vorsehen.
Was mir nicht ganz so gefallen hat ist die Beschaffenheit des Plastikgehäuses. Ich behandle mein Werkzeug wirklich nicht ruppig, aber wenn ich auf Beton arbeite, lege ich den Hammer natürlich auch darauf ab, und dabei hat er sich recht schnell schon ein paar Schrammen am Plastik zugezogen. Stört mich persönlich zwar nicht sehr, wenn mein Werkzeug benutzt aussieht, könnte aber manchem Kunden missfallen.
 
Fazit insgesamt
Der Privatbohrhammer macht seinem Namen alle Ehre, ist genau das Gerät, das man als Privatmann zu Hause haben kann, um alle anfallenden haushaltsüblichen Arbeiten zu verrichten. Für große Renovierungsvorhaben kommt eventuell ein stärkeres Gerät in Frage. Verbesserungen im Detail (insbesondere Manual) oder am Zubehör sind denkbar, das Wesentliche aber überzeugt mich sehr.
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PBH 2500 Test - Koffer & Zubehör
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 236152#post236152.
2012-10-09 12:27:44

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