Der Bandschleifer PBS 75 AE – hoher Abtrag bei vielseitigen Anwendungen

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Projekt „Schilder für meine Holzmaskengruppe“ 4 Kommentare
Vom 07.03.13 Geändert 2013-03-07 23:20:05
Mein erster Eindruck
 
Dieses Jahr fällt Weihnachten auf den 5. März - Ich kann das breite Grinsen nicht mehr unterdrücken, nachdem ich das Paket von Bosch in meinen Händen halte!
Der PBS 75 AE wird in einem grünen Kunstoff-Koffer ausgeliefert, der einen hochwertigen Eindruck vermittelt. Die roten Schließer sind besser zu handhaben, als ich das noch von meinen älteren Geräten, mit ihren grauen Koffern kenne.
Innen sieht alles aufgeräumt aus. Bandschleifer und Filter sind nochmals einzeln in Folie eingepackt.
Ich nehme das Gerät heraus und drehe es um – aber was ist das denn?
Der Aufdruck hatte doch „Neu“ versprochen – und das hier ist ein „Auslaufmodell“?
Ist da etwa einem Chinesen bei der Montage seine Ölkanne umgefallen?
Ich werde es vermutlich wohl nie erfahren, jedenfalls ist aus dem Absaugstutzen eine braune (zum Glück nicht stinkende) Flüssigkeit herausgelaufen. Egal, das kann meine Freude nicht trüben, abgewischt und das Gerät ans Netz (Betriebsanleitung lese ich später).
Das Kabel ist mit 2,4 m ausreichend (im Sinne der Schulnote) und nicht zu hart geraten.
Die Haptik der gummierten Griffe ist super, das Gerät liegt gut in der Hand!
Insgesamt wirken Verarbeitung und die verwendeten Materialien (Chassis aus ALU-Druckguß) hochwertig.
Ich lasse das Gerät im Leerlauf hochdrehen. Das Geräusch steigert sich zunehmend von Stufe 1-4, ab Stufe 5 erscheint es mir unangenehm Laut. Bei der Arbeit Gehörschutz tragen!
Jetzt lese ich auch noch die Betriebsanleitung. Nach X – Seiten Sicherheitshinweisen (muss sicherlich sein) wird auch das Wesentliche verständlich erklärt.

Schleifbandwechsel

Bevor ich ans schleifen gehe, teste ich noch schnell den Bandwechsel. Den roten Hebel umlegen, Schleifband seitlich herausziehen. Das geht wirklich easy! Nun das Schleifband (P80 wurde mitgeliefert) wieder zurück – doch wo war denn nochmal der Laufrichtungspfeil? Erst nach längerer Suche finde ich ihn, unten an der Lauffläche (kleiner schwarzer Pfeil auf schwarzem Grund).
Nebenan wäre noch genug Platz für einen größeren frei!
Die manuelle Feineinstellung habe ich auch ausprobiert, die kleine Schraube ist etwas „fummelig“.

Mein Projekt „Schilder für meine Holzmaskengruppe“ wartet! 

Zwei Schwartenbretter (Abmessungen je ca. 250 x 20 cm) sind beidseitig zu schleifen.
Ich hatte meinen „alten“ Black&Decker KA83 (500 W, 65 mm Bandbreite) damit überfordert – er verabschiedete sich mit „Rauchzeichen“. Da kam mir dieser Produkttest gerade gelegen!
Zuerst lege ich zum „Schruppen“ ein Schleifband mit Korn P60 auf. Der Bandwechsel geht wie gesagt total easy, und das Beste: Das Band zentriert sich ganz von alleine!
Bei meinem „alten“ war die Einstellung mit der seitliche Schraube eine Fummelei und entweder „verabschiedete“ sich das Band nach außen, oder es „zerrieb“ sich am inneren Anschlag.
Zuerst fase sich die Bretter rund um an. Drehzahlregler auf 2, damit der Abtrag nicht zu groß wird!
Dann die Flächen mit voller Power zuerst quer dann längs mit der Faser schleifen.
Die Abtragsleistung bei rohem Holz ist enorm. Nach nur 4 min. muss ich den Staubfilter leeren.
Ich frage mich, warum man den Deckel nicht symmetrisch (Stichwort Poka Yoke) gestaltet hat, denn beim wiederaufsetzen habe ich ihn regelmäßig zuerst verkehrt herum.
Der Filter arbeitet sehr effektiv. Das ist wirklich ein Fortschritt. Meine alte Maschine hatte mit ihrem löchrigen Sack die ganze Umgebung eingestaubt! Hinweis von Bosch: Trotzdem Mundschutz P2 tragen!
Die Arbeit geht leicht von der Hand. Ich muss keinen zusätzlichen Druck ausüben. Dadurch hat die Maschine auch nicht die Neigung „davonzulaufen“ bzw. das Brett „wegzuschießen“.
Ein Problem hatte ich doch noch. Bei der Arbeit ist das Band seitlich innen angelaufen und hat sich etwas „zerrieben“. Denn bei der seitlichen Bewegung des Bandschleifers wandert auch das Band etwas hin und her. Besser stellt man den Bandabstand nach innen etwas größer ein, und führt die seitlichen Bewegungen sehr sachte aus!
Der PBS 75 AE läuft sehr ruhig. Schwingungen treten nur gelegentlich (materialbedingt) auf.
Die Oberfläche wird schon mit dem Schleifband P60 überraschend glatt. Im Nachhinein hätte ich auch mit P40 (schneller) beginnen können! Trotzdem führe ich noch eine Feinbearbeitung durch. Ich wiederhole die Arbeitsschritte mit P80 und zuletzt mit P150.
Nach ca. 1,5 Stunden ist ein Brett fertig. Mit dem alten Schleifer hatte ich min. doppelt so lange gebraucht!
Das Ergebnis ist überzeugend - glatt wie ein Kinderpopo!
Um das Projekt abzuschließen, lackiere ich noch beide Seiten 2 mal mit Acryl-Klarlack, dann wird die vorbereitete Beschriftungsfolie aufgeklebt. Zum Schluss lackiere ich nochmals über die Folie.
Geschafft!

Test Zubehör 

Erster Eindruck: gute Verarbeitung, einige Teile aus Druckguß – doch die Führungen hätte man besser machen können.
Die Schraube für die Halterung am Gerät ist zu lang – 9 satt 15 mm würden sicher auch reichen!
An der andere Schraube für die Auflage stört die lose Scheibe etwas bei der Montage, diese sollte fest mit der Schraube verbunden sein. Da die Schraube auch etwas zu kurz ist, habe ich diese Scheibe kurzerhand weggelassen.
 
Die Befestigungszwingen sind schön lang, und ermöglichen eine stabile Befestigung der Maschine auch an einer dicken Werkbankplatte.
Zunächst teste ich den Parallelanschlag. Er funktioniert. Bisher nutzte ich für solche arbeiten meine Hobelmaschine Black&Decker DN 840!
Interessant für mich ist der Vertikalbetrieb – Hinweis an die Marketingabteilung:
Ein Bild davon gehört (auch) zur Produktpräsentation.
Ich teste die Anwendungen (mit P80):

  1. Kantholz stirnseitig planschleifen und anfasen.
  2. ALU-Rohr planschleifen.
  3. Eisenrohre 30x30x4 (O.K.- Ich weiß, für Metall ist die Maschine eigentlich nicht gebaut)

An allen Materialien lässt sich schnell eine glatte Fläche erzeugen.
Die Winkligkeit erfüllt meine Ansprüche allerdings nicht (Abweichung 1 ganzes Grad). Leider lässt sich ein exakter 90°-Winkel auch nicht einstellen, da ich schon am Endanschlag des Langloches angekommen bin. Ich müsste zur Rundfeile greifen! Der andere Endanschlag bei 135° stimmt auch nicht, der exakte Winkel lässt sich aber wenigstens einstellen.
Die Auflagefläche ist etwas kurz und mir fehlt auch noch ein seitlicher Anschlag (siehe Bild). Da werde ich mir wohl selbst etwas bauen müssen - das nächste Projekt ist gesichert!

Zum Schluß: 

In der Betriebsanleitung steht: Nehmen Sie von Zeit zu Zeit die Schutzkappe ab und säubern Sie den Staubgang, damit die Saugleistung optimal erhalten bleibt. (War nicht nötig, alles O.K).
Dass dazu eine Schraube herausgedreht werden muss, wird nicht beschrieben.
Das erforderliche Werkzeug (Schlitzschraubendreher oder Torx T20) gehört auch nicht zum Lieferumfang.
 
So, jetzt gönne ich der Maschine ihre wohlverdiente Ruhepause. Alles wird gereinigt und kommt zurück in die Box. Dabei muss leider wieder alles in seine kleinsten Einzelteile zerlegt werden. Blitzschnell einsetzbar ist die Maschine daher nicht!

Mein Fazit 

Der Bandschleifer PBS 75 AE ist ein gut durchdachtes und technisch ausgereiftes Produkt, das ich weiterempfehlen kann.
Handhabung und Leistung können absolut überzeugen. Ich hätte mir das Gerät auch gekauft, vermutlich aber in der günstigeren Ausführung (PBS 75 A) ohne Drehzahlregelung und Zubehör für den Stationärbetrieb (kann man auch selbst bauen).
 
Abschließend möchte ich mich bei Fa. Bosch und dem Team von 1-2-do bedanken, dass ich das Gerät testen durfte, und es von nun an meine Werkstatt bereichert.
Ich hoffe meine Ausführungen bringen den erwarteten Nutzen.
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 327591#post327591.
2013-04-15 16:08:40

Schöner Bericht
2013-04-16 09:47:46

Klasse gemacht - vielen Dank
2013-05-08 14:48:52

Super Bericht!
Ich bin momentan auf der Suche nach einem Bandschleifer und ein Testbericht wie dieser, beinhaltet meiner Meinung nach sehr viel mehr Informationen, als ein Gespräch mit einem Fachverkäufer im nahegelegenen Baumarkt.
Sicherlich weiss ich um die Vielfalt im Handel, doch sind gerade Informationen über z.Bsp. Genauigkeit der, bei Bedarf notwendigen, einstellbaren Winkel auch für Nichtprofis wichtig!
Dankeschön!
2014-11-17 22:20:36

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