Nimm’ die Säge mit!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Gute Stichstäge für Heimwerker für den mobilen Einsatz 0 Kommentare
Vom 27.01.11 Geändert 2011-01-27 20:57:54
Da ich mich schon oft gefragt habe, ob es mit dem heutigen Stand der (Akku-)Technik nicht möglich ist kabellose Elektrowerkzeuge herzustellen habe ich mich mit hohen Erwartungen für diesen Produkttest beworben. Und um das Testergebnis schon mal vorweg zu nehmen, die Erwartungen wurden größtenteils erfüllt.

Aber nun der Reihe nach. Beim Öffnen des Paketes ich zunächst etwas enttäuscht. Ich hatte gehofft, dass die Säge in einem praktischen Koffer geliefert wird wie die meisten anderen Geräte von Bosch, die ich bereits besitze. Besonders bei einem „mobilen“ Elektrowerkzeug, welches ich nicht nur im heimischen Keller, sondern auch mal unterwegs einsetzen möchte. Der Transport der Säge, des Akkus, ggf. des Ersatzakkus und des Zubehörs sind somit nicht so einfach möglich. Ganz abgesehen davon tragen diese Koffer auch zur Ordnung in (m)einer Werkstatt bei.

Die Kleinteile (Spanreißschutz und CutControl) im Karton hätte ich beim Auspacken fast übersehen. Erst nach der Lektüre der Bedienungsanleitung fiel mir auf, dass ich wohl etwas übersehen haben musste.

Jetzt zum Lieferumfang der Säge. Aus meiner Sicht ist alles dabei, was man erwarten durfte. Wünschenswert wären für die ersten Gehversuche evtl. noch weitere Stichsägeblätter für andere Materialien, z.B. Metall. Einen Parallelanschlag habe ich im Gegensatz zum einen oder anderen Tester nicht vermisst. Die Gründe hierfür werde ich später noch erläutern (Sinn von CutControl).

Die Inbetriebnahme konnte aufgrund des bereits zu 2/3 vorgeladenen Akkus sofort erfolgen. Der Kraftaufwand beim Ein- als auch beim Ausbau des Akkus ist relativ groß. Dafür sitzt der Akku dann aber auch ohne Spiel an seinem Platz. Die gut ausbalancierte Stichsäge liegt mit dem gummierten Griff gut. Alle Schalter sind dort wo man sie erwartet (zumindest wenn man zuvor schon mit anderen, kabelgebundenen Stichsägen von Bosch gearbeitet hat). Die Maschine ist nahezu tadellos verarbeitet, lediglich an den hinteren linken und rechten Ecken der Fußplatte ist das Metall nicht besonders gut entgratet.

Beim Einbau des Sägeblattes hatte ich zunächst leichte Probleme. Laut Handbuch soll die Sägeblatt-Aufnahme nach oben geschoben werden und das Sägeblatt bis zum Anschlag in die Sägeblatt-Aufnahme gesteckt werden. Mir war am Anfang nicht ganz klar, wie weit das Blatt hineingeschoben werden muss. Beim ersten Versuch konnte ich das Blatt nur einige Millimeter in die Aufnahme schieben. Da mir das etwas wenig erschien versuchte ich es erneut und mit deutlich mehr Kraft. Jetzt glitt das Sägeblatt deutlich weiter in die Aufnahme. In diesem Moment stellte ich mir die Frage, ob ein Indikator an der Aufnahme oder eine Markierung am Sägeblatt sinnvoll sein könnte. Danach fragte ich mich ob der Schieber an der Sägeblatt-Aufnahme mit einem eingesetzten Blatt komplett in seine Ausgangposition zurück gesehen sollte. Das tut er nämlich nicht. Deshalb dachte ich zunächst, dass das Sägeblatt immer noch nicht korrekt eingebaut war. Trotz dieser „Anlaufschwierigkeiten“ ist dieses System aber ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zu den Mechanismen an älteren Stichsägen von Bosch (z.B. Montage mit einem Schraubenzieher oder dem Hebel zum Herausziehen und Drehen).

An dieser Stelle noch ein Wort zum Sägeblatt-Depot. Es ist aus meiner Sicht eine tolle Idee um das eine oder andere Ersatzblatt griffbereit zu haben, aber das Depot sitzt deutlich zu locker. Ich frage mich, ob das Depot überhaupt noch an seinem Platz bleibt wenn der Kunststoff durch den Gebrauch etwas „ausgelutscht“ ist.

Nun zur Bedienung der Stichsäge. Die Hubzahl der Stichsäge kann über den Ein-/Ausschalter stufenlos und präzise reguliert werden. Was mir allerdings fehlt ist eine Hubzahlsteuerung. Die Schnitte sind, besonders mit eingebautem, allerdings bei Gehrungsschnitten nicht verwendbaren Spanreißschutz, sehr sauber. Die Schnittleistung in Holz ist erwartungsgemäß. Die maximale Schnitttiefe bei Holz von 80 mm habe ich nicht getestet. Für solche Fälle wurde ich wahrscheinlich aber auch eine andere, leistungsstärkere Säge wählen. Die integrierte Beleuchtung ist ausreichend hell. Der montierte Spanreißschutz lässt den Riss allerdings leicht verschwommen erscheinen. Bei Arbeitspausen hätte ich mir gewünscht, dass man die Stichsäge, genauso wie Akkuschrauber, auf dem Akku abstellen und anschließend wieder einfach greifen kann. Leider kippt die Säge bei diesem Versuch nach vorne und fällt dann zur Seite. Die Schnittlinienkontrolle (CutControl) kann schnell montiert werden und funktioniert problemlos, allerdings stelle ich mir die Frage warum man eine Stichsäge verwendet, wenn man einen geraden Schnitt ausführen möchte. Dafür gibt es u.a. Hand- oder Tischkreissägen oder eine Sägestation von Bosch (ist die PST 18 LI eigentlich kompatibel mit der Sägestation?). Den Anschluss für eine Absaugung habe ich nicht getestet. Da ich den Einsatzzweck dieser Säge vor allem in Bereichen sehe, wo kein Stromanschluss vorhanden ist oder das Stromkabel stört, stellt sich die Frage nach einer Absaugung auch überhaupt nicht. In diesem Fall wäre eine integrierte Absaugung mit einem Staubbeutel wie bei einem Bandschleifer oder beim Akkumultischleifer wünschenswert.

Kurz vor Schluss noch einige Worte zum wichtigsten Bauteil der Akku-Stichsäge, dem Akku. Dieser ist mit dem mitgelieferten Ladegerät schnell geladen. Wenn man, wie bei diesem Test, einen zweiten Akku besitzt (vielen Dank an Bosch ;-)) ist ein unterbrechungsfreies Arbeiten gewährleistet. Weniger gelungen finde ich jedoch die Ladekontrollanzeige des Akkus an der Maschine selbst. Zum einen ist die Platzierung unterhalb des Griffes nicht ganz ideal, zum anderen kann der Ladezustand eines zweiten Akkus nur durch das Einbauen des Akkus kontrolliert werden. Eine Kontrolle (ein Taster und Leuchtdioden) am Akku selbst würde hier Abhilfe schaffen. Was mir auch nicht ganz so gut gefiel ist die Tatsache, dass man zur Kontrolle des Ladezustands die Entriegelungstaste des Ein-/Ausschalters drücken muss. Der Schalter sollte sich ohne Entriegelung so weit betätigen lassen, dass eine Kontrolle des Ladezustands ohne die „Gefahr“ des Einschaltens der Maschine möglich ist. Das gleiche trifft übrigens auch auf die Beleuchtung des Sägeblattes zu. Sehr positiv zu bewerten ist, dass der Li-Ionen-Akku, unabhängig von seinem aktuellen Ladezustand, jederzeit nachgeladen werden kann, ohne dass es zu einem Memory-Effekt kommt. Das Laden eines zweiten Akkus ohne die Maschine ist möglich, jedoch ist besonders die Entnahme des Akkus ohne „angedockte“ Stichsäge etwas schwierig. Das für die Stabilität der Maschine wichtige Einrasten des Akkus in das Ladegerät verhindert wiederum die einfache und leichte Entnahme eines einzelnen Akkus.

Sehr positiv bewerte ich ebenfalls die die Kompatibilität des Akku zu meinem Akkubohrschrauber PSR 18 LI-2, den ich bereits seit geschätzten 1-2 Jahren besitze. Unklar ist mir allerdings, in wie weit ich das alte Ladegerät (17 Watt, neues Ladegerät 45 Watt) für die neuen Akkus der Stichsäge verwenden kann. Optisch sind die beiden Ladegeräte identisch.

Die Bedienungsanleitung ist im Großen und Ganzen gelungen, allerdings habe ich auch hier einige Verbesserungspunkte. Die Erklärung der nummerierten Bauteile auf den Seiten 3-6 erfolgt erst einige Seiten später. Um nicht ständig hin- und herblättern zu müssen würde ich mir eine Erklärung direkt in der Grafik wünschen. Außerdem sollten die Grafikseiten ausklappbar sein, so dass man die Inhalte der Anleitung mit den Grafiken abgleichen kann ohne ständig blättern zu müssen.

Mein Fazit: Die Stichsäge PST 18 LI erfüllt meine Erwartung im Großen und Ganzen. Allerdings sehe ich noch Verbesserungspotential in einigen Details.

Zu guter Letzt noch meinen Dank an Bosch, dass ich an diesem Produkttest teilnehmen durfte.
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