PST 10,8 LI – die handliche Multisäge

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

geeignet für kurze Schnitte, sowohl gerade als auch kurvige in Holz, Gipskarton, Kunststoff und Alu 5 Kommentare
Vom 28.10.13 Geändert 2013-10-28 19:34:25
Durch die vielen schönen Anregungen hier auf den Seiten hatte ich vor im Zuge des Produkttests „Bosch Akkumultisäge PST 10,8 LI“ ein neues Vogelhaus zu bauen. Die Musik-Anlage braucht einen neuen Schrank und die Schwiegereltern auch ein neues Gartenhäuschen.
Da Planung schön ist, sich aber nicht immer mit der Realität deckt, habe ich die Gelegenheit genutzt und bin mit der Multisäge direkt mal zu meinem Nachbarn rüber, der gerade dabei war einen Baum zu stutzen.
Hier haben wir gemeinsam die Säbel-Säge-Funktion ausprobiert. [B1]
Kleinere Äste gingen ganz gut, bei dickeren hatte man schon eine Weile zu tun
(Max Schnitttiefenangabe laut Beschreibung in Holz 30mm). [B2]
Da der Akku noch kein Ladegerät gesehen hatte, signalisierte die Multisäge erwartungsgemäß nach 15 Minuten mit leuchtend rotem Licht Hunger.
Also Säge weg und Gartenschere und Astschere wieder vor. Hier benötigt man zwar zwei Werkzeuge (Gartenschere für kleine Ästchen und die Astschere für die großen), war allerdings aber auch deutlich schneller unterwegs.
Wieder drin erst mal die Säge füttern. Nach 60 Minuten ging das freundliche grüne Blinken der Ladestation in ein Dauerlicht über und signalisierte stolz:
Es kann weiter gehen.
Weiter ging es aber erst am übernächsten Tag.
Mir fehlte schon lange ein Regalbrett in meinem alten Werkstattschrank und im Fundus von nicht mehr benötigten Press-Spanplatten fand sich schnell ein furniertes Brett (16mm), das auch gleich für eine Trennwand in dem Maler-Regal geeignet war.
Also schnell ausgemessen, angezeichnet und losgesägt. [B3]
Ging prima.
Säge ließ sich leicht führen, vibrierte vielleicht etwas mehr als meine Kabelsäge.
Das Licht am Sägespalt ist auch schön hell. [B4]
Das Sägeblatt wird am besten von vorn bei der Arbeit beobachtet, da seitlich die Sicht etwas eingeschränkt ist. So kann man auch gleich die Späne-Ansammlung durch sanftes Pusten leichter entfernen.
Regalbrett abgesägt (380mm gesägt) – natürlich den Leistungsschalter voll durchgezogen und die maximale Sägegeschwindigkeit herausgeholt. [B5]
Für feine Arbeiten kann durch sanfteren Umgang mit dem Schalter die Arbeitsgeschwindigkeit stufenlos reguliert werden. Noch kurz mit dem Bandschleifer [B6] über die Sägekante und schon passt‘s. [B7]
Gleich noch den Rest Brett für die Trennwand verwendet. Diesmal etwas länger gesägt (580mm). [B8] Wieder schleifen und eingebaut. [B9] Der schmale abgetrennte Streifen bot sich prima als Pinselhalterung an, indem man den Streifen zu einer Art U umwandelt. Säge Säge Säge (410+2x40mm)… fertig. [B10]
Bei der Freude über das neue Pinsellager [B11] ist irgendwie untergegangen, dass die kleine Hungerlampe nicht mehr freundlich grün, sondern orange die Welt erhellte.
Nun ja. Neuer Tag.
Eigentlich wäre eine große Schublade anstatt dem unteren Regalboden sinnig. Ein einfacher Kasten mit Rollen drunter sollte den Zweck erfüllen. Wieder im Bretterlager nachgesehen und eine größere Platte (16mm) für den Boden gefunden. Windschief geschnitten, eben damals perfekt als Vorratsregal für eine Altbauwohnung. Hier sollte also ein rechteckiger Schubladenboden entstehen, wenn man einmal mit der Säge rundherum saust. [B12] Erst die Seiten gerade sägen 2x 770mm, [B13+B14] dann die Rückwandseite 860mm [B15], zwei kleine Aussparungen, weil die Regalpfosten hinten doch enger zusammenstehen als vorne 2x (10+65mm). Das kleine inzwischen rote Lämpchen [B15] ignorieren wir jetzt mal einfach und sägen munter weiter. [B16]
80 mm im Holz beim Sägen der Vorderkante demonstrierte die Säge dann ihre Überlegenheit.
Stillstand, blinkende Späne-Beleuchtung und hellrotes Hungersignal. [B17 + Video1]
Also nach ca. 4,1m Sägespalt nun Fütterungszeit -  nix mehr Schublade bauen. [B18]
Gleich mal die Gunst der Stunde genutzt und die anderen Steckerlosen auch gefüttert. Hier war beim höher setzen des untersten Regales das reindrehen der Schrauben an Ihrer neuen Position etwas wiederwillig abgelaufen.
60 Minuten später kam mir der Gedanke mal Äpfel mit Birnen zu vergleichen und holte das Steckermonster hervor. Äpfel gegen Birnen weil 750W gegen 10,8V. So sah dann auch das Ergebnis aus. Nach dem ich schon den ganzen Boden voller Sägespäne liegen und den Krempel der vorher im Regal gewesen war auch noch eine Nebenrolle gespielt hatte, musste ich mich nun mit meiner Wirkungsstätte auch noch einer Steckdose nähern.
Ok - der Aufwand wurde durch die etwa doppelte Sägegeschwindigkeit mit demselben Sägeblatt im selben Holz belohnt, die Späne wurden durch die Motorkühlung gleich weggeblasen. [Video 2]
Angst vor den wild umherspringenden Spänen hatte ich nicht, da ich mit etwas mehr Abstand auch von der Seite einen guten Blick auf das Spektakel hatte.
Neuer Tag: Wie es der Zufall so wollte stürmte ein nicht angeleinter Hund von der Straße in unseren Hof.
Das Tor zum Innenbereich/Garten hatte ich vor etwa 5 Jahren passend zu dem Mülltonnenunterstand eingebaut, damit unser Hundie das „Draußen“ beobachten kann ohne dabei Grund für eine Suchaktion zu werden.
Unser Bello war mit dem Vorgehen des anderen Hundes nicht so wirklich einverstanden und es gab eine Rangelei am Tor. Da im Wesentlichen das Tor aus einem Rahmen und Leisten besteht, welche bei einem Abstand zur Straße von ca. 10m nie Anlass boten, dies nicht ausreichend von unserem Hund als Hindernis wahrzunehmen, stand ich nun vor der Aufgabe ein neues Tor zu bauen.[B19]
Ein willkommener und passender Einsatz für die PST. [B20]
Baumarkt: 20 Leisten gekauft, auch wieder 5x20mm, diesmal aber mit dem Vorhaben die Stabilität durch Kreuzlattung zu erhöhen. Bei näherer Betrachtung auf das untere Rahmenholz entschloss ich mich auch dieses zu tauschen. [B21]
Mit dem Akkuschrauber die Schrauben der alten Latten und das untere Rahmenholz entfernt. [B22]
Die Länge des Rahmenholzes auf das neu gekaufte übertragen – alle 4 Seiten, um auch gleich den Verlauf beim Sägen beurteilen zu können. Säge angesetzt und der 40!x60mm Balken ward geteilt. [B23]
Das Sägeblatt wird schön mit der SDS Aufnahme geführt und ist sauber und gerade durch das Holz gegangen. [B24+B25] Kurz noch schleifen – passt. [B26+B27]
Das benötigte Teil mit Schutzlack versehen (dieses Mal auch die Unterseite) und nach Antrocknung eingebaut.
Nun ging es daran die Leisten passend zu schneiden. Die erste abgelängt und  45° zum Grundrahmen angeschraubt. [B28 – B30] Jede weitere mit einer alten Aufputz-Steckdose als Abstandhalter (hatte zufällig die passende 40mm Breite) am Rahmen befestigt. [B31 – B34]
Anschließend die zweite Lage 90° versetzt. Die Endstücke wurden dabei teilweise auf kurze Distanzhölzchen gesetzt, die auch aus den Leisten herausgesägt wurden. [B35] Für die Stabilität kamen Leim und Schraubzwingen zum Einsatz. [B36]
Hier war die PST voll in Ihrem Element.
Draußen zusammen mit den beiden Akkukumpeln zum Löcher vorbohren und schrauben.
Die Leisten ließen sich gut schneiden und auch sehr kurze Stücke konnten problemlos abgetrennt werden.
Der Akku wurde hierbei etwas anders beansprucht. Es hauptsächlich viele kurze Einsätze in dünnem Material. Die Fütterungsanzeige blieb lange Zeit grün und ist gegen Ende der Fertigstellung des Tores öfter mal ins orange gerutscht. In Summe hatte ich 20 neue Leisten und 6 von den alten Leisten verarbeitet. [B37] Der Gesamtaufwand belief sich auf ca. 5,5 Stunden Bauzeit + 2,5 Stunden streichen.
Jede Leiste ist durchschnittlich etwa 4x geschnitten worden. Hinzu kommt noch der Schnitt vom letzten Mal Stirnseite 860mm bei dem Schubladenboden und die diversen Sägeversuche.
Mitgerechnet? 20mm x 26 x 4 = 2080mm (in 5mm Vollholz/Fichte) + 860mm [Video 3] + ca. 500mm (in 16mm furniertem Press-Span) -> 3440mm.
Die Ladeanzeige geht von Grün 100-66% über Orange 66-33% zu Rot 33%-Leer.
Bei längerem liegen erholt sich der Akku etwas und zeigt auch wieder kurzeitig Grün nach dem Orange schon zu sehen war.
Noch streichen, Riegel anbauen und fertig ist das neue Tor. [B38+B39]

Bei Optik und Steuerung kann die Säge ihre Verwandtschaft zu einem Akkuschrauber nicht leugnen, was hier dem Handling und der Kabelfreiheit eindeutig zugutekommt. [B3]
Die Arbeitsergebnisse sind gut, vom Akku hätte ich etwas mehr erwartet.
Meistens habe ich Vollgas gegeben und die Drehzahlregulierung über den Zugschalter nicht in Anspruch genommen. Jedoch beim Absägen der sehr kurzen Leistenstücke war das „Ansägen“ mit langsamer Hubbewegung schon einfacher.
Ich kann mir vorstellen, das präzise und filigrane Arbeiten mit feinem Sägeblatt gelingen werden, auch wenn es wohl etwas Übung erfordert, eine niedrige Drehzahl konstant zu halten und sich gleichzeitig auf das Säge-Bild zu konzentrieren.
Die SDS Sägeblattaufnahme ist mit meinen dicken Fingerchen etwas schwierig zu bedienen, weil durch die kompakte Bauweise etwas Enge herrscht. [B40+B41]
Die Beleuchtung der Schnittzone ist super, die Diode müsste nicht ganz so hell sein, da sie teilweise sogar etwas meinen Aufriss überblendet hat, obwohl sie hinter dem Sägeblatt angebracht ist.
Gerne nehme ich die Säge in Zukunft für Sägearbeiten, wenn es darum geht mal schnell etwas abzusägen.
Ebenso war der Einsatz am Tor wie für die Säge gemacht.
Für Laminat- oder Fußleistenverlegung werde ich für die Säge dankbar sein.
Im Garten werde ich allerdings weiterhin wohl lieber schneiden als sägen.
Die Säge hat sicherlich neben einer Steckdosenstichsäge ihre Berechtigung für kleinere bis mittlere Sägearbeiten.

Die Akku-Multisäge kommt in einem praktisch angelegten Kunststoffkoffer daher.
Es ist Platz für Betriebsanleitung, einzelne Sägeblätter und auch Sägeblätter in der Verpackung, sowie für das Ladegerät.

Hinzugefügt waren zum Testen Sägeblätter für saubere Schnitte in Weichholz und spezielle Laminat-Blätter. Hier hatte ich leider kein Laminat zum Testen da.
Das Blatt für saubere Schnitte in Weichholz habe ich im Vergleich zu dem Standardblatt gestellt und wirklich eine saubere Kante ohne Ausfransungen erzeugt. [B42-B44]
Natürlich baue ich die Schublade noch fertig. Weiter hatte ich mir einen kleinen Präsentationswagen für das Firmenschild vor der Haustür vorgenommen, wo ich die PST auch gut gebrauchen kann. [B45]
 
NEXT
Video 3 860 mm mit Akku Stichsäge
1/18 Video 3 860 mm mit Akku Stichsäge
PREV

Kommentar schreiben

Sehr ausführlicher und gut geschriebener Testbnericht... 5 D
2013-11-14 21:46:22

Hallo,
den Testberichtes konnte ich sehr nachvollziehen, vielen Dank dafür.
2013-11-16 14:56:15

Sehr guter Bericht!
2013-11-18 23:08:17

Sehr guter Bericht, mehr Absätze wären hilfreich, tun dem Inhalt aber keinen Abbruch. Zudem humorvoller Erzählstil und wertvolle Praxishinweise. Auch von mir 5 D.

P.S.: endlich mal einer, der begreift, dass man mit Astschere schneller ist ;)
2013-11-26 19:47:55

Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com Hier gehts zum Gewinnspiel 'Bohrgeräusch des Monats' auf 1-2-do.com
Werde Mitglied in der großen deutschen Heimwerker-Community!
Jetzt anmelden!