ART 26-18 LI – Kraftvolles, sauberes Trimmen ohne Unterbrechungen

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Rasentrimmer ART 26-18Li – ein kleiner, aber wertvoller Helfer 0 Kommentare
Vom 28.04.14 Geändert 2014-04-28 13:42:35
Einleitend möchte ich mich ganz herzlich bedanken, dass ich zum kleinen ausgewählten Testerkreis gehören darf. Schon einen Tag nach Bekanntgabe im Forum traf das Gerät bei mir in Österreich ein.
 
Ich werde versuchen, die Fragen des Produktmanagers Norbert in den Bericht flüssig einzubauen und die wesentlichen Punkte durch Fettdruck hervorzuheben.
 
Wie von mir schon gewohnt, riss ich das Paket sofort ungeduldig auf, die Betriebsanleitung und sämtliche beigelegten Zettel flogen ungelesen auf den Tisch, Zubehörteile (Schutzhaube und ein Ersatzmesser) ebenfalls und da der Akku schon eingesetzt war, nahm ich den Trimmer auch gleich im Wohnzimmer in Betrieb. Natürlich achtete ich darauf, dass mein Hund nicht in der Nähe war. Denn an ihm wollte ich nun auch nicht testen, ob sich das vielgepriesene Plastikmesser bei stärkerem Widerstand auch wirklich einklappt.
 
Meine ersten Gedanken als ich den ART in Händen hielt waren durchaus positiv. Er macht einen mehr als stabilen und robusten Eindruck und zeichnet sich durch gute Verarbeitungsqualität aus. Beim Anblick des Durablade-Plastikmessers konnte ich irgendwie nicht ganz glauben, dass das für einen ordentlichen Schnitt ausreichend sein sollte. Ich wurde schnell eines Besseren belehrt.
 
Bevor ich mich aber daran machte, meine ersten wirklichen Grasschnitte zu machen, lud ich den Akku komplett auf. Dies ging sehr schnell, ich glaube in einer halben Stunde zeigte mir das Ladegerät an, dass ich starten könne.
 
Endlich war es soweit. Ich fuhr den Teleskopstiel auf maximale Länge (108cm und nicht wie angegeben, 114cm) aus, justierte noch den Zweithandgriff easy per Stellschraube und legte los.
 
Mein erstes Versuchsgelände kam unters Messer. Ich begab mich in meinen Garten, zwängte mich zwischen die Thujenhecke und Zaun (gerade mal 40cm Platz) und legte los (Bild 1). Das Gras bzw. Unkraut in diesem schmalen Streifen zeigte bereits die beachtliche Länge von gut 40cm. In meinem Enthusiasmus vergaß ich völlig auf das vorher-Foto. Mühelos ackerte sich der Trimmer durch und zerfetzte nebenbei auch Plastiktüten und Zeitungsseiten, welche sich im Laufe des Winters dort angesammelt hatten. Ich hörte auch deutlich, dass sich das Messer immer bei Zaunberührung einklappte. Klasse. Nach ca. der halben Strecke der 8m stoppte das Gerät aber plötzlich. Neustart – paar cm mähen – wieder Stop. So kämpfte ich mich dann etwa einen halben Meter weiter bis es mir reichte. Was war passiert? Das lange Gras hatte sich um die Spindel gewickelt und so den Antrieb blockiert. Da fiel mir ein: da war doch noch was in der Schachtel. Ähm, tja, in meiner Testbegeisterung hatte ich völlig vergessen, den Messerschutz zu montieren.
 
Mittlerweile wurde aber von sabolein schon gepostet, wie diese Schutzhaube korrekt und mit welchem Werkzeug zu montieren ist. Denn in der 202 Seiten starken Bedienungsanleitung gibt es dazu absolut keine sachdienlichen Hinweise, geschweige denn eine Anleitung. Das Pickerl auf dem Schneidteller war mir selbst mit Lesebrille nicht möglich zu entziffern. Ein erster Kritikpunkt. Der ganze Trimmer ist als Stecksystem konzipiert, auch das Durablade-Messer wird einfach nur aufgesteckt. Da erscheint es eben unlogisch, dass gerade für die Schutzhaube Werkzeug benötigt wird.
 
Also nun die Schutzhaube befestigt, was aber auch nicht gerade als leicht zu bezeichnen war. Gut, das macht man eh nur einmal, trotzdem wäre eine leichtere Befestigung oder Stecksystem sicher von Vorteil.
 
Während meiner ersten Mähversuche musste ich aber auch feststellen, dass mir persönlich die Länge der Teleskopstange um ca. 15-20cm zu kurz ist. Ich bin eigentlich normal groß (175cm). Die angepriesene rückenschonende Haltung konnte ich so nicht erreichen und ich spürte nach diesen 10 Minuten eigentlich schon mein Kreuz durch die vorgebeugte verkrampfte Haltung. Eine längere Einstellung als die angegebenen maximal 114cm, welche aber nur 108cm tatsächlich sind, wären für größer gewachsene Personen wünschenswert.
 
Ein wirklich unschätzbarer deutlicher Vorteil gegenüber den von mir bisher genutzten Rasentrimmern ist die Handlichkeit und das Fehlen der seitlichen ausladenden Handgriffe, wie sie bei den großen Benzintrimmern üblich sind. Man kommt so auch in schmalen Bereichen gut zurecht. Weiterer Vorteil ist dieses Plastikmesser, welchem man wirklich nicht diese enorme Schneidkraft zutraut. Von Fadentrimmern gewöhnt, immer wieder die Leine nachzugeben und auch mal den gesamten Spulenkopf zu tauschen (was ja oft nicht immer zeitsparend ist), war ich von der Technik des ART entzückt. Konstantes Schneiden über die gesamte zu bearbeitende Länge ohne Unterbrechungen. Begrenzt nur durch die Akkukapazität. Welche ich aber trotz fast 1,5 stündiger Belastung (nach Abschluss aller Mähprojekte) noch immer nicht ausgereizt hatte.
 
Mein 2. Einsatz war sodann zwischen den Regenpausen Unkraut und Wildwuchs hinter – zugegebenermaßen sehr schlampig, um nicht zu sagen, gar nicht verlegter – Mähkanten in der Fliederhecke runterzumetzeln (Bilder 2 und 3). Ich kann an dieser Stelle wirklich nur anraten, eine Schutzbrille aufzusetzen. Mir flog ein abgeschnittenes Stück Unkraut zielsicher ins Auge. Natürlich mähte ich auch das normale Gras vor den Mähkanten, welches ich mit dem Rasenmäher nicht erwischt hatte. Dabei ist es aber sehr wichtig, den Trimmer in einem bestimmten Winkel zu halten, sonst fährt man gnadenlos ins Erdreich hinein. Hier wäre eine kleine Auflagefläche (Halbkugel zum Beispiel) in Höhe von 2-3cm an der Unterseite des Messertellers als Führungshilfe sehr hilfreich. Es gibt ja noch ein Modell dieses Trimmers mit Rädern. Aber ich glaube, dass eine kleine Erhöhung schon durchaus ausreichend sein kann, um eben nicht den Boden umzuackern oder das Gras gänzlich abzurasieren.
 
Der Trimmer besitzt einen drehbaren Schneidkopf, wodurch man auch hochkant trimmen kann. Der Sinn dafür entzieht sich mir jedoch, da ich durch diese Position ja erst recht in die Erde oder Wegfläche „schneiden“ würde. Ich habe dies allerdings doch ausprobiert und man möge mir verzeihen, absolut nicht zweckentsprechend. Wenn dieses Durablade-Messer aufgrund der enormen Drehgeschwindigkeit so exakt schneiden kann, müßte es doch möglich sein, damit auch Hecken zu fassonieren. An einem kleinen Ligusterblock testete ich diese Idee. Und man staune – es funktioniert wirklich. Natürlich nicht so geradlinig wie mit einer Heckenschere, aber nicht jeder mag diese exakten Schönbrunnschnitte (Bilder 4 und 5).
 
Als weiteres nun wirklich größeres Projekt kamen ungefähr 200m Kanten an Waschbetonplatten und mit dem Rasenmäher nicht zugängliche Stellen unter Sträucherinseln und Teppichklopfstangen zum Test. Davon gibt es keine Bilder, ich glaube, jeder kann sich einen Häuserblock mit rundumlaufenden Waschbetonplatten vorstellen. Nach gut 30 Minuten war dies auch erledigt und der Akku war noch immer nicht leer. Doch auch hier war der für mich zu kurze Stiel und der korrekte Winkel des Messerkopfes zur Wiese anstrengend und forderte meine Konzentration. Das Durablade-Messer zeigt nun erste Gebrauchsspuren (Bild 6).
 
Angenehm empfinde ich die geringe Lautstärke. Der Rasenmäher ist auf jeden Fall lauter.
 
Das Schnittgut reche ich zusammen und wird entsorgt, da es sich vorwiegend um Unkräuter handelt.
 
Vermisst habe ich eine Möglichkeit, den Trimmer nach der Arbeit zu verstauen bzw. aufzuhängen. Ihn am Griff aufzuhängen wäre machbar, benötigt aber viel Platz.
 
Positive Aspekte:
  • lange Akkulaufzeit
  • sehr gutes Schnittergebnis
  • relativ leise
  • sehr leistungsstark
  • wartungsfreundlich
  • robust
  • werkzeugloser Wechsel des Durablade-Messer
  • sehr leicht, Gewicht unter 3kg
 
Verbesserungsvorschläge:
  • Führungsball o.ä. für gleichmäßige Führung über den Boden
  • genaue Beschreibung der Montage Schutzhaube und Werkzeug beilegen
  • längerer Teleskopstiel um ca. 20cm
  • Akkustandsanzeige direkt am Akku
  • Aufhängemöglichkeit für Lagerung
  • Ersatzmesser im Führungsteil fällt immer wieder heraus, vielleicht sollte man eine Art Tasche aus Kunststoff dafür vorsehen
  • nur ein Ersatzmesser im Lieferumfang erscheint mir zu wenig
 
 
In conclusio kann ich den Akkutrimmer ART 26-18Li absolut weiterempfehlen und werde ihn sicher nicht nur in meinem Garten weiterhin regelmäßig einsetzen.
 
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Bild 1: schmaler Rasenstreifen zwischen Thujen und Zaun
1/6 Bild 1: schmaler Rasenstreifen zwischen Thujen und Zaun
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