PKS 18 LI – Für alle schnellen Schnitte

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Holzzuschnitt in allen Lebenslagen 7 Kommentare
Vom 31.03.14 Geändert 2014-03-31 19:23:17
Auspacken, Akku aufladen, Akku einsetzten und: Schnitt! Genauso unproblematisch schien der Start...

Der erste Schnitt erfolgte quer zur Faser in einen Balken in Kiefer/Fichte/Tanne(?) mit einer Tiefe 15mm für eine Ausklinkung und plötzlich stand das Sägeblatt. Kein Rückschlag, der Motor lief weiter: Die Befestigungsschraube für das bereits eingebaute Sägeblatt war lose. Nachdem die Schraube korrekt gemäß Anleitung befestigt war (Fingerfest drehen und dann noch 1/4 Umdrehung), war der erste Schnitt auch problemlos möglich.

Daraus folgt schon eine erste Anregung:
Das mitgelieferte Sägeblatt sollte nicht-montiert mit der Säge ausgeliefert werden. So wäre der Anwender gezwungen sich vorher mit der korrekten Montage zu beschäftigen und verlässt sich nicht darauf, daß es bereits korrekt montiert ist. - oder ein Aufkleber auf dem Sägeblatt bzw. der Schutzkappe mit einem Hinweis: "Korrekten Sitz des Sägeblattes vor (jeder) Inbetriebnahme überprüfen!"

Eingesetzt habe ich die PKS im Wesentlichen im Dachbodenausbau für ein doppelt beplanktes Holzständerwerk (OSB + Gipskarton) für den Zuschnitt von 12,5mm starken OSB 3-Platten. Im Innenbereich hatte ich stets einen Nass/Trockensauger im Betrieb angeschlossen, was die anfallende Sägemehlmenge doch deutlich reduziert hat. Bis zu einer Schittbreite von etwa 20 cm hat der mitgelieferte, leider sehr weiche, Parallelanschlag gute Dienste geleistet, insbesondere bei Schnitten über die gesamte Länge von 2,05 m über die OSB-Platte. Während mir die beworbene Cut-Control-Funktion nicht wirklich geholfen hat. Wenige Zentimeter nach Schnittbeginn war das Plättchen jedes Mal so eingestaubt, daß ich nichts mehr erkennen konnte. Da hat auch der angeschlossene Sauger nichts dran verändert. Der Blick von hinten auf das Sägeblatt hat mir da mehr geholfen.

In meiner Bewerbung für den Produkttest merkte ich an, daß ich gerne herausfinden wollte, ob ich beim Trockenbau mit einem Holzständerwerk zurecht eine Handkreissäge vermisst habe. Das lässt sich ganz klar mit ja beantworten. Bisher habe ich eine Stichsäge (eine div. Jahre alte PST 800 PEL) eingesetzt um die OSB-Platten zuzuschneiden. Schnell ist die PKS 18 Li in der dünnen OSB-Platte im Vergleich zur Stichsäge zwar nicht, aber in der Handhabung wesentlich unkomplizierter. Bei der minimal erforderlich eingestellten Schnitttiefe reichte es die OSB-Platte auf zwei Balken auf den Fußboden zu legen, für die Stichsäge brauchte ich einen Tisch.

Im Außenbereich habe ich die PKS beim Aufbau eines Carports eingesetzt. Einige Latten mussten dafür gekürzt werden, was sich mit der Handkreissäge auch im bereits am Carport montierten Zustand gut lösen ließ. Selbst Balken dicker als die max. Schnitttiefe von 48 mm ließen sich zufriedenstellend kürzen. Dafür haben ich die Säge einfach nochmal von der anderen Seite des Balkens angesetzt. Eine ordentliche Kapp- und Gehrungssäge lässt sich damit allerdings nicht ernsthaft ersetzen - es dauert länger und die Schnittqualität ist schlechter - ein leichter Versatz an der Schnittfläche lässt sich kaum vermeiden.

Geplant hatte ich auch den Einsatz der Handkreissäge beim Verlegen von Massivholsdielen aus französischer Seekiefer. Leider bin ich im Ausbau nicht soweit fortgeschritten, daß ich die Säge dafür hätte intensiv einsetzen können. Einige Probeschnitte habe ich jedoch gemacht. Für die Dielen ist die Schnittqualität mit dem mitgelieferten Sägeblatt nicht ausreichend, wenn die Schnitte später sichtbar sind. Bei entsprechenden Schnitten längs zur Faser greife ich dann wieder auf die Tischkreissäge mit einem geeigneten Sägeblatt zurück. Die große Anzahl der Schnitte läge jedoch später unter der Fußleiste und erfüllen daher die Anforderungen an die Schnittqualität ausreichend gut. Auch hier war wieder der Vergleich mit der Stichsäge mit den o.g. Nachteilen zu ziehen. Die Kapp- und Gehrungssäge liefert - mit ihrem mitgelieferten Blatt - im Vergleich zur PKS 18 Li einen nicht akzeptablen Schnitt, da die Ausrisse zu groß sind. Die große und schwere Kapp- und Gehrungssäge steht beim Bodenverlegen einfach immer im Weg herum oder ist im falschen Raum. Zwei große Plus für das kleine sehr handliche Akkugeräte.

Der vielleicht außergewöhnlichste Einsatzort für die Säge war ein Baumarktparkplatz. Es gab günstige Baudielen, (3m, 200x40 mm) aber der Zuschnitt war nicht bereit die Dielen als sägerauhe Ware auf eine transportable Länge zu kürzen. Ich hatte keine große Lust zu diskutieren, denn ich wusste ja, daß ich mit der PKS 18 Li meinen eigenen Holzzuschnitt im Auto habe. Ich habe mich dann in eine der hinteren Parkplatzecken zurückgezogen, schnell meine fünf Schnitte bei 1m gemacht und konnte mit geschlossenem Kofferraum nach Hause fahren.

Wo viel Licht ist, ist leider auch etwas Schatten...
  • Warum findet sich auf einem in Deutschland verkauften Produkt ein englischsprachiger Warnhinweis? Ja, ich hab kein Problem mit der engl. Sprache, aber versteht wirklich jeder Anwender den Hinweis "do not overtighten", aufgeprägt auf der Befestigungsschraube?
  • Warum gibt es für die PKS 18 Li keinen passenden Koffer? Weder standardmäßig mitgeliefert noch als später käuflich zu erwerbendes Zubehörteil. Dann würde ich erwarten, daß es ein System ähnlich der L-Box gibt und mit passenden Einlagen. So hätte ich mich auf dem Markt umgesehen, was die Mitbewerber zu bieten habe. Ein fehlender Koffer ist kein alleiniges Kriterium ob ich ein Produkt kaufe oder nicht, aber spielt doch bei meiner Kaufentscheidung mit eine Rolle und ist für mich ein Contra-Punkt.
  • Das mitgelieferte Sägeblatt war nicht korrekt befestigt - siehe auch weiter oben im Text.
  • Für das mitgelieferte Sägeblatt gibt es derzeit im Handel keinen gleichwertigen Ersatz und warum empfiehlt auf Nachfrage Bosch Sägeblätter die nicht der technischen Spezifikation der Bedienungsanleitung entsprechen (siehe auch)? Sägeblätter deren Verwendung eine bestimmungsgemäße Verwendung also ausschließt! Wie passt das zu der Problematik der Produkthaftung?
    Ich hätte mir eine Auflistung aller geeigneten Sägeblätter aus dem gesamten Bosch-Sortiment egal welcher Farbe gewünscht. So ist es eine etwas mühselige Recherche.
  • Der mitgelieferte Parallelanschlag reicht prinzipiell für Schnitte mit geringem Anspruch, wie Zuschnitt von OSB-Platten im Trockenbau. Er ist aber aus einem viel zu weichen Material gefertigt und verbiegt sich sehr leicht.
  • Eine sinnvolle Nutzung des "Cut Control" erschließt sich mir nicht (siehe auch oben).
Fazit
Die Arbeit mit der HAndkreissge hat mir viel Spaß gemacht auchder deutlich geringere Geräuschpegel im Vergleich zu den anderen o.g. Sägen ist sehr erfreulich! Ich freue mich bei den noch vielen anstehenden Arbeiten im und am Haus ein Werkzeug wie die PKS 18 Li zur Verfügung zu haben. Wie beispielsweise für den Aufbau Gartengerätehauses und den weiteren Ausbau des Dachbodens. Im Innenbereich werde ich zwar nicht komplett "frei" sein, da ein angeschlossener Sauger die Staubentwicklung doch deutlich einschränkt. Im Außenbereich dagegen ist das vollkommen irrelevant. Lange Zeit habe ich nicht verstanden warum "man" eine Tischkreissäge, Stichsäge, Kapp- und Gehrungssäge benötigt und nun kam sogar noch eine (Akku)-Handkreissäge dazu und bin froh um jedes einzelne Säge-Werkzeug, daß jedes seine spezifische "Nische" bei mir gefunden hat. Konstruktive Kritik ist mir in den Kommentaren herzlich willkommen. Habe ich mich unklar oder missverständlich ausgedrückt? Immer her mit den Fragen!

Dank
An erster Stelle gilt ein besonderer Dank meiner Frau. Sämtliche hier gezeigten Fotos hat sie gemacht. Im Vergleich dazu weit abgeschlagen an zweiter Stelle folgt Bosch: Vielen Dank für die Zurverfügungstellung des Testgerätes.
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Hast ja die Säge in vielen Situationen eingesetzt und dabei sogar dem Baumarkt konkurrenz gemacht :-) Dein Testbericht liest sich richtig rund. Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt: Man vergewaltigt keine Wasserwaage mit zwei Zwingen - ist immerhin ein Messwerkzeug! Ansonsten klasse!
2014-05-26 20:13:59

Mir gefallen bei dem Bericht besonders die vielen beschriebenen Einsatzarten. Da bekommt an einen guten Überblick.
2014-05-27 00:29:16

Holzpaul, das werde ich dem Besitzer der Wasserwaage weitertragen. :-)
2014-05-27 11:21:46

Du hast Dir die Wasserwaage nur geliehen? Hoffentlich sieht er das Bild nicht :-)
2014-05-27 12:47:01

Ein schöner Bericht.
2014-05-30 10:42:44

Aus meiner Sicht ein sehr guter Testbericht, der auf (unnötige) Zusatzausführungen völlig verzichtet.
2014-06-03 08:49:57

@Holzpaul, "er" hat die Wasserwaagen sogar selbständig mit seinen Schraubzwingen befestigt.
Bullweih & Woody, Danke!
2014-06-03 15:13:51

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