PKS 18 LI – Für alle schnellen Schnitte

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Produkttest PKS 18 Li 4 Kommentare
Vom 31.03.14 Geändert 2014-03-31 18:35:18
Vorab möchte ich mich bei Bosch ganz herzlich bedanken als Forums-Neuling die Kreissäge testen zu dürfen.

Auspacken
Die Säge kommt in einem ausreichend stabilen Karton. Einen Koffer gibt es hier nicht, was aufgrund der Abmessungen auch schon vorhersehbar ist.
Alles ist selbstverständlich gut verpackt und durch Folie geschützt.
Die Komponenten sind gut verschachtelt. Sicher für den Transport, aber unpraktisch als Lagerkiste.
Hier sollte man sich nach einem schöneren Zuhause für die PKS umsehen. Bei mir wird sie im Systainer Größe 3 Wohnen.

Erste Blicke
Beim ersten hochheben der Säge aus dem Karton fällt sofort das geringe Gewicht auf.
Die Sägeblattabdeckung ist aus Kunststoff gefertigt. Wohl ein Grund für das geringe Gewicht, aber vielleicht eine Schwachstelle im Dauereinsatz. Da die Säge beim Ablegen immer auf dem Sägeblattschutz liegt, wird sich zeigen ob diese Lösung stabil genug ist.
Das Handling ist gut. Die Position des Handgriffs und des Zusatzgriffs ist praxisgerecht angeordnet.

Die Gehrungsfunktion ist einfach und intuitiv zu bedienen. Die Skala ist gut ablesbar.

Dies gilt leider nicht für die Schnitttiefe. Diese ist hinter dem Griff versteckt. Ging wohl bei dieser Konstruktion nicht anders, stört aber auch nicht direkt.

Das „Cut-Control“ wird einfach nach vorne aufgeklappt. Geht aber nur wenn die Befestigungsschraube des Anschlags richtig gedreht ist.
Da man diese Führung aber nur einmal vor und einmal nach der Arbeit bedient ist dies kein wirkliches Problem. Die Ausrichtung zum Sägeblatt lässt sich bei bedarf noch einstellen.

Der Parallelanschlag ist ein gebogener Metallstreifen, welcher seitlich in der Bodenplatte sitzt. Die Biegung ermöglicht besonders schmale Streifen abzuschneiden. Dieses Teil wirkt nicht sehr hochwertig, wie bei vielen anderen Herstellern ebenfalls.

Vorbereiten – Akku laden
Die Befestigungsschraube des Kreissägeblatts sollte nochmal leicht angezogen werden. Bei vielen Testgeräten saß diese zu Locker und das Sägeblatt drehte durch. Hier sollte ein Hinweis in der Anleitung eingefügt werden.

Vor dem ersten Arbeiten wird der Akku aufgeladen. Da er teilgeladen ist, geht dies recht schnell.
Nun stand ich vor dem Problem den Akku in das Ladegerät zu setzen. Nach viel gefriemel saß er dann endlich. Hier wäre ein kurzer Hinweis in der Anleitung sehr hilfreich.
Nach erfolgreicher Ladung wurde dieser direkt eingesetzt. Die Säge ist im Leerlauf erstaunlich leise.
Fast direkt nach dem Loslassen des Schalters stoppt das Sägeblatt. Dies gefällt mir sehr gut.

Probeschnitt
Als erster Proband steht eine beschichtete 16mm dicke Spanplatte zur Verfügung. Disziplin: Frei Hand mit Cut-Control. Die Markierungen auf dem Cut-Control sind nach studieren der Anleitung leicht zu verstehen.

Die Säge frisst sich mühelos durch die Platte. Aus dem Staubsaugeranschluss schießt mir die Späne entgegen. Die Markierungen zur Führung bleiben aber frei von Staub.
Neben dem Strich ist 1mm Material übrig geblieben.  Die Cut-Control muss hier nochmal nachjustiert werden. Dies ist über eine Schraube schnell erledigt.
Der Schnitt ist aber erstaunlich gerade, dafür dass keine Führungsschiene verwendet wurde.
Die Schnittkante ist sauber, die Oberfläche leicht ausgefranst. Eben genau das was man von einem 18-Zähne Sägeblatt erwartet.

Der zweite Proband ist eine 2mm dünne Pressholzplatte.
Hier soll der Anschlag eingesetzt werden. Blöderweise rutscht die Platte in die Biegung des Anschlags. Also ist dieser bei Brettern die dünner als 6 mm sind unbrauchbar.

Das erste Projekt
Nun geht es an das eigentliche Projekt. Ein Einbauregal für meine 1,15m² große Abstellkammer.

Zuerst darf die Säge normale 48x24mm Holzlatten verspeisen. Als Querstrebe für das Regal mussten drei 2m lange Holzlatten in je vier Teile zerteilt werden. Eine weitere Holzlatte musste in zwei Stücke, für das rechte „Kistenfach“, geschnitten werden.
Doch der Parallelanschlag ist zu kurz, die Cut-Control guckt schon über die Latte hinweg, eine Führungsschiene gibt es nicht.
Praktischerweise konnte ich, nachdem ich die Latte in die Mobile Werkbank eingespannt hatte, die Säge seitlich an der Arbeitsfläche führen.
Innerhalb 1-2 Sekunden war die Holzlatte ein Stückchen kürzer.
Der Schnitt, quer zur Faser, war oben etwas ausgefranzt. Die Schnittkanten sind aber sauber.
Kontrolle mit dem Metallwinkel – Alle Seiten Rechtwinklig!
Diesen Abend musste ich dann den Lärm einstellen. Aber ich konnte die zurechtgesägten Holzlatten abschleifen und in der Abstellkammer bereits einbauen.

Am nächsten Tag ging es an die Böden. Das Grundmaterial ist eine Mini-Spanverlegeplatte (1250x615x19 mm). Nebenbei erwähnt passt diese so gerade noch in einen 3-Türigen Fiesta.

Für den ersten Schnitt war der Anschlag wieder zu kurz. Da muss der Cut-Control seine Berechtigung beweisen. Die Säge zu positionieren gemäß dem Cut-Control ist sehr einfach, doch der Schnittanfang ist wieder ein Geduldsspiel. Hier heißt es Finger weg vom Abzug, Sägeblatt so weit drehen das der Zahn an der Brettoberkante steht und Säge positionieren bis Zahn und Cutcontrol zur Markierung passen.
Das Zurückschieben der Schutzkappe merkt man kaum und es beeinflusst daher nicht die Führung der Säge.
Dennoch ist es Teilweise rechts Schwierig die Säge mit dem Cut-Control auf der Markierung zu führen.

Der zweite Schnitt an der Längskante war recht nah am Rand. Hier passt der Parallelanschlag. Die Ausrichtung erfolgte anhand der Markierungen an der Cut-Control. Auch hier habe ich den Anfang wieder anhand des Sägeblatts kontrolliert. Der lange Schnitt mit Führungsschiene funktionierte besser als gedacht. Ohne Leistungsprobleme arbeitete sich die Säge durch die Spanplatte. Das Ergebnis ist unerwartet gut.
Beim Zuschnitt von kleineren Regalböden zeigte sich ein weiterer Nachteil der kompakten Ausführung. Die Säge benötigt auf der Motorseite 18cm Platz, wenn die Sägetiefe auf maximal eingestellt ist. Da ich nur einen einfachen Werktisch und Schraubzwingen nutze, führte dies zu teilweise schwierigen Sägesituationen.

Produktionsstop
Nachdem alle Teile meines Regals zurechtgeschnitten waren, verlieh ich die Säge. Hier sollten Beschichtete Spanplatten, von einem Küchenschrank, geschnitten werden um den Schrank umzubauen.
Es kam wie es kommen musste, wie aus dem nichts tauchte ein Scharnier auf. Den Kampf hat das Sägeblatt verloren und hat dabei 4 Zähne eingebüßt.
Ersatz muss her, doch das „Speziell für Akku-Kreissägen entwickeltes langlebiges Sägeblatt“ (Bosch 1 619 X07 165) kann man nicht nachkaufen!
Das auf der Bosch Homepage empfohlene Zubehör darf gemäß Anleitung nicht montiert werden, da die Zähne zu Breit sind. Nach Kontakt mit einem Servicemitarbeiter wurde dann doch das „Precision“ Sägeblatt mit breiteren Zähnen genommen. Laut Bosch Service Mitarbeiter ist dies kein Problem.
Empfohlen hat er aber das „Kreissägeblatt Multi Material“ mit 2mm breiten Zähnen.

Ersatzsägeblatt
Das Precision Blatt hat 2,4mm Zähne statt 1,6mm vom Original. Die Blattstärke beträgt 1,5mm statt 0,9mm. Dies führt zu einem spürbar höheren Gewicht.
Das Mehrgewicht macht dem Motor zu schaffen. Er läuft etwas langsamer an und der Drehstop ist nicht mehr so schnell.
Die Schnittkanten sind beim Precision Sägeblatt auch nicht so gut, wenn es auch kaum auffällt.

Eine andere Alternative ist das „Kreissägeblatt Multi Material“ (Bosch 2608640501).
Diese wurde umgehend bestellt und getestet.
Hierbei sind die Zähne 2mm Breit und die Blattstärke beträgt 1,4mm

Hier direkt die Bitte an Bosch: Bitte verkauft uns das Akkukreissägen-Sägeblatt einzeln.

Das zweite Projekt
Nun war neben dem Regal noch ein Werkzeugeinsatz für einen Systainer geplant. Um Gewicht und Platz zu sparen wird der Einsatz aus 4mm Sperrholzplatten gebaut.

Bei diesem Projekt kommt es im Gegensatz zum Regal auf wirklich gerade Schnitte und exakte Maße an. Das Multi-Material-Blatt ist mit 42 Zähnen für diese Aufgabe prädestiniert.

Das Austauschen des Sägeblatts ist hier wieder aufgrund der Dicke ein Geduldsspiel.

Um jetzt einen exakten Schnitt zu bekommen habe ich ein Holzbrett als Anschlag genutzt. Den Abstand zum Sägeblatt habe ich mit einem Probeschnitt ermittelt.
Ich muss wohl nicht erwähnen wie leicht die Kreissäge eine 4mm Spanplatte schneiden kann.
Der Schnitt ist wie erwartet sauber und gerade geworden.

Mehr als ein Brett konnte ich dann aber nicht zurechtschneiden, da mir viel Zeit bei der Suche nach dem richtigen Ersatzsägeblatt verloren ging. Es fehlte einfach die Zeit für die genaue Planung.

Ein weiteres Problem
Zum Schluss wollte ich noch mein Anschlag-Brett abschneiden, um den Anschlag später besser befestigen zu können. Dafür habe ich wieder die Seitenführung genommen und angefangen zu sägen. Im letzten Drittel fing das Sägeblatt plötzlich an langsamer zu werden und ich hatte Schwierigkeiten die Säge zu führen.

Nach kurzer Ursachenforschung habe ich gesehen, dass das Sägeblatt nicht parallel zur Bodenplatte steht.
Vorne ist der Abstand zwischen Sägeblatt und der Kante der Bodenplatte 34,5mm und hinten 35,6mm. Die Säge zog auch stark nach links, so sehr das ich den Schnitt nicht gerade durchführen konnte ohne das Sägeblatt komplett zu blockieren.
Schaut man sich die Aufhängung des Motors genauer an, sieht man das Motor und Bodenplatte über ein Kunststoffteil verbunden sind. Diese Konstruktion lässt sich leicht bewegen. Auf einer Seite liegt der Kunststoff der Abdeckung nicht richtig am Motorgehäuse an.
Vielleicht fällt dies jetzt erst auf, da das Multi-Material Sägeblatt eine andere Sägezahngeometrie hat.
Das Problem wurde durch das Forum bereits an Bosch gemeldet und ich warte nun auf eine Antwort.

Fragen und Fazit
Nun zu den Fragen von Bosch:
  1. Welches Projekt hast Du mit der Akku-Kreissäge PKS 18 LI gemacht?
    Mit der Kreissäge habe ich mein Einbauregal für die Abstellkammer realisiert und ich habe angefangen einen Einsatz für meinen Werkzeug-Systainer zu bauen.

    Wie bist du dabei genau vorgegangen und wieviel Zeit hast du benötigt?
    Der genaue Vorgang ist oben Beschrieben.
    Für das komplette Projekt habe ich ein Wochenende investiert, oder 10 bis 15 Stunden reine Arbeitszeit.
     
  2. Wie beurteilst Du die Leistung der PKS?
    Die Leistung ist völlig ausreichend. Selbst beim Einsatz des „schweren“ Precision Sägeblatt fehlt es nicht an Motorleistung.
    Die Akkuleistung ist ebenfalls sehr gut. Das zurechtsägen aller Komponenten für mein Regal klappte locker mit einer Akkuladung.
     
  3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung
    Aufgrund des leichten Gewichts ist die generelle Handhabung sehr gut. Die Einstellmöglichkeiten sind alle mühelos bedienbar.
    Die Schnitttiefenverstellung erfordert ein wenden der Säge, ist aber sonst leicht zu verstellen.
    Eine eindeutige Markierung für den Parallelanschlag fehlt leider.
    Dank des Akkus muss man nicht mehr auf Kabel achten. Dadurch kann man die Säge und das Werkstück optimal positionieren.
    Der Ein- und Ausbau von dickeren Sägeblättern ist sehr schwierig. Die Sicherheitsabdeckung muss dafür etwas angehoben werden.
     
  4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen?
    Die Ergebnisse mit dem Originalsägeblatt haben meine Erwartungen übertroffen. Die Schnittkanten sind sauberer als man dies bei einem 18-Zähne Blatt erwartet.
    Die Ergebnisse mit dem Multi-Material Sägeblatt (42 Zähne) sind leider nicht so gut wie erhofft. Schnitte in Beschichteten Spanplatten sahen nicht viel besser aus, als mit dem Originalblatt.
    Vielleicht liegt dies daran, dass das Sägeblatt nicht parallel zur Führung steht und dadurch die Kanten ausfranzt.
     
  5. Erfüllt die PKS Deine Anforderungen und Erwartungen?
    Meine Erwartungen, gerade und exakte Schnitte zu Hause durchführen zu können wurden voll erfüllt. Die Akkuleistung ist erwartungsgemäß sehr gut.
     
  6. Was können wir zukünftig an der Akku-Kreissäge PKS 18 LI verbessern?
    Auf jeden fall das Akku-Kreissägen-Optimierte Sägeblatt zum Kauf anbieten. Alle alternativen stellen eine Verschlechterung da.
    Dickere Sägeblätter lassen sich nicht gut montieren, hier sollte etwas mehr Platz eingeplant werden.
    Die Verbindung vom Motor und der Grundplatte ist zu labil. Diese Verbindung sollte ausreichend stabil ausgeführt sein, damit das Sägeblatt immer parallel zur Grundplatte steht. Es muss nur eine Biegung an der Grundplatte nicht exakt ausgeführt sein und der Kunststoff gibt nach.
     
  7. Würdest Du die PKS in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
    Wenn ich das Problem mit dem antiparallelen Sägeblatt gelöst habe, werde ich die Säge für alle Projekte einsetzen, wo ich gerade Schnitte durchführen muss.
    Zum Beispiel benötige ich die Säge dringend um kleine Zuschnitte für den Werkzeugeinsatz meines Systainers herzustellen. Da diese verleimt werden sollen, ist eine Stichsäge nicht geeignet.
     
Fazit:
Erst war ich vollauf begeistert von der Handkreissäge. So ein Projekt, ein Einbauregal zu bauen, hätte ich sonst nicht so sauber hinbekommen.
Allerdings hat das nicht ersetzbare Sägeblatt die Stimmung getrübt.
Und nun, da ich herausgefunden habe dass das Sägeblatt nicht parallel zur Grundplatte steht bin ich etwas enttäuscht von der Kreissäge. Denn ein gerader Schnitt in dickeren Holzbrettern ist mit dem Multi-Material-Blatt so nicht möglich.
Hier warte ich auf eine Antwort von Bosch.
 
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Schöner Bericht. Dein "weiteres Problem" ist bei mir auch aufgetaucht. Ich habe festgestellt wenn man die Schraube der Tiefeneinstellung nicht mit "aller Gewalt" anzieht, sprich fest aber eben nicht bombenfest, passiert das nicht mehr. Zumindest bei meiner Maschine. Die 0,4mm Differenz lassen sich damit beheben und das Schnittbild wird auch um einiges besser.
2014-05-26 19:06:35

Toller Bericht mit Licht und Schatten der PKS 18Li. Hinweis zu Deiner Sägeblatterfahrung wird auch anderen Besitzern nützen. 5D von mir
2014-05-26 20:31:35

Ein sehr schöner Bericht.
2014-05-30 10:42:57

Ein ebenfalls sehr gut zu lesender Testbericht. Gut gegliedert, inhaltlich aussagekräftig - passt.
2014-06-03 08:52:23

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