PKS 18 LI – Für alle schnellen Schnitte

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Eine Begegnung in fünf Akten 6 Kommentare
Vom 26.03.14 Geändert 2014-03-26 22:27:09
1. Akt - Das Vorspiel:
Paket bekommen, gefreut wie ein kleines Kind, ausgepackt und sofort mit dem Spielen angefangen.

2. Akt - Die Eröffnung:
Erster Eindruck: Tolle Verarbeitung für den Preis. Keine scharfen Kanten, nichts wackelt, alle Knöpfe/Regler/Knebelschrauben/Führungen lassen sich sauber und leichtgängig führen/drücken.
Zweiter Eindruck: Sehr klein, leicht und handlich. Das Laufgeräusch ist überraschend leise. Liegt bestimmt auch an der reduzierten Drehzahl, ist trotzdem sehr angenehm.

3. Akt - Die Pflicht:
Für mein Projekt, einen Waschtisch, benötigte ich Platten und Bretter. Also ab zum Baumarkt und zwei ganze Pressspanplatten gekauft sowie einige Schalungsbretter. Dann wurden auf dem Parkplatz die mitgebrachten Böcke aufgebaut und das Material grob zugesägt. Hierbei konnte die Maschine groß auftrumpfen:
  • Völlig unabhängig von einer Steckdose
  • Sehr handlich
  • Ausreichend Kraft für 16mm Span und 22mm Fichte
  • Der volle Akku reichte für die ca 20m Schnitt ohne Probleme
  • Der Lärm beim Arbeiten hielt sich in Grenzen
  • Die Schnittqualität war sowohl im Span als auch im Massivholz einwandfrei
Nachteilig war die fehlende Absaugung, was naturgemäß zu einer mittelgroßen Sauerei führte. An sich auf einem Parkplatz kein großes Problem, allerdings staubt der „Cut-Control“ genannte Schnittanzeiger sehr schnell zu und macht damit das saubere Führen etwas schwierig. Mit angeschlossenem Staubsauger wird das Problem deutlich weniger, allerdings benötigt man für einen Staubsauger meistens eine Steckdose, was der kabellosen Säge ja widerspricht.
 
4. Akt - Die Kür:
Nachdem die Säge ihre Pflichtaufgaben mit Bravour erfüllt hatte, ging es daheim in der Werkstatt dann an die Kür.
Ich kaufe mir privat am liebsten Profi-Maschinen wegen ihrer Präzision, nicht wegen der Haltbarkeit. Seien wir mal ehrlich: Die Lebensdauer normaler Heimwerkermaschinen erreicht man auch bei häufiger Nutzung nicht wirklich.
Daher war ich neugierig, wie präzise man mit einer 150 Euro Säge (ohne Akku) arbeiten kann. Kurzer Spoiler vorab: Erstaunlich genau!

Als erstes habe ich versucht, 200mm breite Streifen von einem Reststück einer Platte (MDF, 13mm) zu schneiden. Bisher habe ich das immer so gehandhabt: Ausmessen => Anzeichen => Schiene anlegen => Sägen =>  fertig.
Da die PKS nicht auf eine Schiene „passt“, musste ich wieder ganz klassisch vorgehen: Abstand Grundplattenrand – Sägeblatt  ausmessen => Streifen entsprechend ausmessen und anzeichnen => Latte aufspannen => Sägen => fertig.
Allerdings benötigte ich zwei Probeschnitte, bis der Streifen passte.
Insgesamt also kein wirklich großes Problem, aber mit Schiene geht das ganze deutlich schneller und komfortabler. Außerdem benötigt man eine sehr breite und sehr flache Anschlagleiste, da der Motor der Säge rechts montiert ist, nicht wie sonst üblich links. Eine zu hohe Leiste verhindert ein sauberes Auflegen der Säge, oder es muss von der anderen Seite gesägt werden, womit die Säge aber „auf dem Abschnitt“ geführt wird. Bei einer flachen, aber schmalen Leiste verhindert die Zwingen am Anfang und Ende eine saubere Auflage. Das ganze ist in meinen Augen ein konstruktiver Schnitzer.

Als nächstes habe ich die Rechtwinkligkeit des Schnittes überprüft. Das Sägeblatt steht bei meiner Säge nicht 100%ig rechtwinklig zur Grundplatte (siehe Foto, Winkeleinstellung 0° nach Skala), allerdings ist der Schnitt im Werkstoff dann einwandfrei.
Somit also alles i.O.

Aber wie sieht es bei Gehrungsschnitten aus? Eigentlich ja nicht so die Domäne von Handkreissägen, aber trotzdem einen Versuch wert. Also habe ich die Säge nach Skala auf 45° eingestellt und einen Streifen der Platte abgeschnitten.
Erstes Problem hierbei: Der Hebel der Pendelhaube liegt an der Anschlagleiste an und verhindert damit ein sauberes Schneiden/Anlegen. Man muss also die Führungsleiste auf der andern Seite anbringen, was ein erneutes Ausmessen und Ausprobieren erforderlich macht. Positiv daran, die Säge liegt dann nicht mehr „auf dem Abschnitt“ auf.
Zu führen geht die Säge auch mit der Schrägstellung noch einwandfrei (frei Hand), das Ergebnis ist allerdings nicht sehr genau. Das Sägeblatt steht schon nach der Einstellung nicht sehr sauber in 45° zur Grundplatte, am Abschnitt zeigt sich dann genau die erwartete Abweichung.
Zum Vergleich, dass meine Ansprüche nicht zu weit hergeholt sind, habe ich den gleichen Versuch mit meiner TS55 gemacht. Hier ist die Abweichung Sägeblatt-Grundplatte nicht vorhanden und der Abschnitt ist auch perfekt. Auch hier habe ich frei Hand gesägt.

Abschließend habe ich noch mal einen Probeschnitt in Buche mit 35mm gemacht. Längs quält sich die Säge schon merklich, liegt aber zum guten Teil am Sägeblatt (kein Längsschnittblatt). Mit langsamem Vorschub geht es aber akzeptabel. Quer tut sich die Säge etwas leichter, aber man merkt, dass die Belastungsgrenze nicht weit weg ist.
 
5. Akt - Fazit:
Eine Akkusäge ist für den Baustellen-/Montagebetrieb gedacht, nicht für die Werkstatt. Da die Toleranzen dabei nicht all zu klein sind, ist eine hohe Genauigkeit wie beim Möbelbau nicht von Nöten. Hier zählen Handlichkeit, Robustheit und Akkulaufzeit mehr, und in diesen Disziplinen kann die PKS glänzen. Sie ist eine tolle Säge für Arbeiten fernab von Steckdosen, so lange es nicht auf den Millimeter ankommt. Man kann genau arbeiten, aber mit entsprechendem Aufwand. Mit einem passenden Sägebatt bestückt hat sie auch für dickeres Material genügend Schmalz auf der Kette.
Größtes, und in meinen Augen das einzige wirkliche, Manko ist der Motor auf der falschen Seite. Diese Konstruktion macht das Führen an einer Anschlagleiste schwierig, da man nicht einfach jede beliebige Leiste verwenden kann.

Würde ich eine Empfehlung für das Gerät aussprechen? Für das entsprechende Anwendungsprofil auf jeden Fall!
 
Und hier noch die Fragen der Produktmanagerin:

1. Welches Projekt hast Du mit der Akku-Kreissäge PKS 18 LI gemacht? Wie bist Du dabei genau vorgegangen und wie viel Zeit hast Du benötigt?
Ich habe den Zuschnitt des Materials für meinen Waschtisch damit erledigt. Die Vorgehensweise ist oben im Bericht beschrieben. Im Prinzip habe ich die Platten und Bohlen auf Maß aufgetrennt, gedauert hat das ganze ca 1,5 Stunden.

2. Wie beurteilst Du die Leistung der PKS?
Ich bin mit der Leistung zufrieden. Sie ist kräftig genug für die üblichen Materialstärken, auch dickeres Material schafft sie noch. Für die Preisklasse definitiv i.O.

3. Wie leicht fällt Dir die Handhabung?
Im Großen und Ganzen sehr leicht. Die Maschine ist handlich, die Bedienung ist leicht verständlich und alle Einstellungen gehen leicht von der Hand.

4. Bist Du zufrieden mit Deinen Arbeitsergebnissen?
Ja, ich bin mit den Ergebnissen zufrieden.

5. Erfüllt die PKS Deine Anforderungen und Erwartungen?
Ich habe eine kleine, handliche Säge erwartet, mit der ich fernab einer Steckdose mein Baumaterial auf Maß bekommen kann. Und genau das ist die PKS, somit erfüllt sie meine Erwartungen voll.

6. Was können wir zukünftig an der Akku-Kreissäge PKS 18-LI verbessern?           
Man sollte die Maschine kompatibel zu einem Schienensystem machen. Damit würde man den Schnitzer mit dem Motor auf der falschen Seite wenigstens etwas entschärfen.
Auch ist ein Koffer/eine Box für die PKS inkl. Zubehör (Zusatzakku, Ladegrät, Parallelanschlag, Sägeblatter) in meinen Augen zwingend notwendig. Die Säge ist für den Outdoorbetrieb gedacht, da möchte ich das gute Stück inkl. Zubehör (Sägeblätter!!) nicht im Pappkarton o.ä. rumtragen. Da ein Koffer/Box im Lieferumfang wahrscheinlich die Preisschwelle sprengt, wäre er vielleicht als Zubehör zum Nachkaufen machbar.

7. Würdest Du die PKS in Zukunft auch für weitere Projekte verwenden?
Definitiv ja. Gerade für den Zuschnitt beim Holzhändler ist sie perfekt geeignet.
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Sehr informativer Testbericht, auf das Wesenliche reduziert. Auch hier wird der Gewöhnungsbedarf rausgestellt. "Motor auf falscher Seite" und Genauigkeit etc.
Klasse = 4D
2014-05-22 17:05:16

guter bericht

aber die pks mit der ts zu vergleichen... ;-)
2014-05-22 17:25:33

ein gut verständlicher ausführlicher Bericht
2014-05-23 11:22:14

Guter Bericht...
2014-05-24 09:22:33

@Holzopa: Ich wollte sie nicht vergleichen (habe ich auch glaub ich nicht getan), sondern nur zeigen, dass meine Ansprüche nicht unrealistisch sind (passender Gehrungswinkel nach Skala).
Das man eine 150€ Säge nicht mit einer 500€ Säge vergleichen kann/darf, sollte hoffentlich allen hier klar sein ;-)
2014-05-24 22:34:07

Ein sehr schöner Bericht.
2014-05-30 19:49:40

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