PKS 18 LI – Für alle schnellen Schnitte

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Klein, aber oho! 6 Kommentare
Vom 24.03.14 Geändert 2014-03-24 16:41:43
1. Kennenlernen
Gewohnt schnell wurde das Testgerät geliefert. Die Schachtel fühlte sich leichter an als erwartet. Nach dem Auspacken präsentierte sich der Inhalt recht übersichtlich: Säge, Akku, Ladegerät, Anschlag und ein dünnes Hefterl, die Betriebsanleitung.

Gleich einmal den Akku ins Ladegerät und dieses an die Steckdose. Während dem Aufladen widmete ich mich der Bedienungsanleitung. Die paar Seiten waren schnell gelesen und ich konnte mich dem Testgerät zuwenden.

2. Der erste Eindruck
Liegt gut in der Hand, auch mit aufgesetztem Akku noch handlich-leicht. Die Säge wirkt etwas, wie sag ich’s am besten? – „verspielt“. Will heißen, viel Kunststoff. Aber das ist wohl dem Gewicht geschuldet und will nichts über die Qualität aussagen.
Ich lockerte die Halteschraube für die Tiefeneinstellung. Als Kletterer und fleißiger Holzwerker muss ich ganz uneitel sagen, dass ich doch etwas Kraft in den Fingern habe. Trotzdem war es nicht ganz einfach, die Schraube zu lösen. Sie war seeehhhhr fest angezogen. Das war aber nicht das Problem. Vielmehr hatte ich das Gefühl, ich würde sie jeden Moment abreißen/-drehen. Aber sie hat gehalten. Ein paarmal fixierte ich die Säge probeweise in unterschiedlichen Höhen. Auch wenn man die Schraube nicht bis zum Letzten anknallt hält sie die Säge sicher in der gewählten Position (Bild 1). Gut auch, dass das Gewicht der Säge so verteilt ist, dass sie sicher liegen bleibt, wenn das Blatt über die Kante ragt. So kann man sie sorglos aus der Hand lassen um die Einstellung des Blattes zu kontrollieren (oder schnell mal ein Foto zu machen Bild 2).

Mit einem stabilen Winkel kontrollierte ich, ob Tisch und Blatt rechtwinkelig zueinander stehen (Bild 3). Da gab es nichts zu meckern.
Als dann mein Saugeranschluss problemlos und ohne Adapter an den Absaugstutzen passte war ich zufrieden und konnte ich mich an die ersten Schnitte wagen.

3. Testschnitte
Ich hatte schon etwas Größeres vor, wollte aber erst an einem Abfallstück „üben“. Leiste anzwingen, Sauger starten und freihand loslegen. Natürlich mit der gebotenen Vorsicht (Video 1). Etwas knapp bemessene Sägetiefe, aber sehr saubere Schnittkante. Die Säge ist im Leerlauf sehr leise und auch im Betrieb durchaus erträglich – aber wir arbeiten natürlich trotzdem mit Gehörschutz!

Trotz angeschlossenem Sauger  gab es aber einiges an Sägestaub und Dreck.
Ich machte noch einige kurze Testschnitte in unterschiedlichen Materialien. Alle Schnitte waren glatter als erwartet. Auch bei beschichteten Platten gab es nur minimale Ausrisse (je langsamer man sägt, desto weniger Ausrisse gibt es). Allerdings zeigten sich bei manchen Oberflächen leichte Kratzer vom Sägefuß. Positiv ist mir hingegen aufgefallen, dass das Sägeblatt fast sofort  zum Stillstand kommt – ein Umstand, der sehr zu erhöhter Sicherheit beiträgt.!
So vorbereitet machte ich mich an meine erste echte Aufgabe.

4. Erstes Testprojekt - Plattenzuschnitt:
Für mein Projekt African Sunrise musste eine Sperrholzplatte zugeschnitten werden. Dabei war vor allem ein 150cm langer Schnitt die große Herausforderung für mich und die Testsäge. Das Teil war einmal mit einer Stichsäge auf die Schnelle von einer großen Platte abtrennt worden, entsprechend "schö" war die Kante auch. Diese unsaubere Kante musste begradigt und zugleich die Platte auf die richtige Breite gebracht werden.

Von der Gegenseite aus (die war gerade) maß ich die benötigte Breite ab und zeichnete eine Linie. Dann ermittelte ich den Abstand von der Außenkante der Tischauflage der Säge bis zur Markierung der Nulllinie. Zuvor hatte ich kontrolliert ob das Blatt auch wirklich an dieser Linie (Cut Control) verläuft. Das tut es!
Der ermittelte Abstand betrug genau 9,5cm (Bild 5).

Ausgehend von der zuvor gezeichneten Linie markierte ich einige Punkte im ermittelten Abstand und richtete danach die Anschlagschiene aus (Bild 6).
Ich machte mich voll konzentriert an den Schnitt. Leider kam ich nur wenige Zentimeter weit. Wie sich herausstellte hatte sich das Blatt gelockert und blieb stehen (Video 2). Was bei der Höheneinstellung zu viel angezogen wurde fehlte hier. Selbst Schuld, das hatte ich nicht kontrolliert. Allerdings hatte ich so einen Fall bisher auch noch nie – aber ich bin ja lernfähig und werde das in Zukunft sicher auch kontrollieren.
Ich machte die Halteschraube des  Blattes fest. Der dazu benötigte Inbusschlüssel steckt in der Maschine. Da ich ihn auf die Schnelle nicht gefunden habe (seine Position wird auch in der Beschreibung nirgendwo erwähnt) verwendete ich einen aus meinem Werkzeugfundus. Mittlerweile weiß ich wo er sich versteckt.

Jetzt konnte ich den Schnitt ohne weitere Probleme beenden. Wie man sieht hat das Stehenbleiben des Blattes einige Spuren hinterlassen (Bild 8). Insgesamt aber war ich mit dem Ergebnis zufrieden (Bild 9). Die kleinen Unebenheiten (wirken auf den Bildern ärger als in natura) ließen sich mit etwas Schleifen einfach beseitigen (Bild 10).
Damit war das erste Projekterl für die Säge geschafft.

5. Projekthelfer:
Als nächstes wollte meine Tochter Umgestaltungen im Abstellraum und Bubenzimmer. Auf Grund des neuen Nachwuchses wurde zusätzlicher Platz benötigt. Im Abstellraum sollte eine Art Hängegarderobe entstehen um die vielen Doboks (= Kampfanzüge) unterzubringen. Im Kinderzimmer sollte eine Nische zwischen Kasten und Wand sinnvoll genutzt werden. Und das sollte natürlich alles schon gestern passieren.

Ich überlegte mir, wie ich das wohl machen könnte. Schnell hatte ich einen Plan im Kopf. Die Tochter war einverstanden und ich machte mich an die Arbeit. Beim Überlegen der  einzelnen Schritte hatte ich schon festgestellt,  dass ich das eine oder andere  Helferlein brauchen werde können.

Helferlein 1, Schragenauflagen:
Für die bis zu 250cm langen Bretter, die auf der Terrasse bearbeitet werden mussten,  benötigte ich Unterstellböcke (= Schragen). Da die beschichteten Oberflächen nicht verkratzt werden sollten und um eine größere Auflagefläche zu haben, bekamen meine Metallschragen zusätzliche Auflagen. Diese trennte ich mit der Testsäge von Douglasiendielen, die vom Renovieren eines Gartentisches übergeblieben waren ab.

Weitere Details zur Anfertigung dieser Auflagen, die nicht unmittelbar  mit dem Testgerät zu tun haben,  findest du in der zugehörigen Projektbeschreibung.

Helferlein 2, Anschlagverlängerung:
Ich wollte auch den Parallelanschlag der Säge durch eine Hartholzleiste verlängern. Davon erwartete ich mir eine bessere und stabilere Führung beim Ansetzen und am Ende des Schnittes.
Im Fundus fand sich schnell eine geeignete Leiste. Zwei Löcher in den Anschlag bohren, Leiste anschrauben und fertig (Bild 11). Das muss nicht schön sein, sondern nur zwei Voraussetzungen erfüllen: die Leiste muss absolut gerade und an der Innenseite glatt sein. Genaueres  ebenfalls in der Projektbeschreibung.

Helferlein 3, Lochreihenschablone:
Ins Kinderzimmer soll ein offenes Regal kommen. Dafür wurden viele Löcher zum Einsetzen der Regalböden benötigen. Also beschloss ich, eine einfache Schablone für Lochreihenbohrungen (à la System 32) zu bauen. Diese kann ich auch für zukünftige Projekte verwenden und zugleich kann ich beim Bau der Schablone natürlich  wieder die Säge zum Einsatz bringen.
Alle Zuschnitte erfolgten mit der Testsäge. Da ich langsam genug sägte gab es keine Ausrisse an den Flächen. Gerade bei Sperrholz muss man diesbezüglich sehr aufpassen. Dann wurde gebohrt und alles zusammengebaut (Bild 12).
Alle nicht testrelevanten Details gibt's in diesem Projekt.

So gerüstet war ich bereit um mit dem Umbau des Abstellkammerls zu beginnen.

6. Zweites Testprojekt – Dobok-Garderobe:
Da diese Arbeit auch als eigenes Projekt veröffentlicht ist gehe ich hier nur auf die für den Test relevanten Dinge ein.

Zuerst wurde die an den Seiten überstehende Deckplatte des Kasterls anzugleichen. Die zu sägende Platte besteht aus etwa 3cm dickem Leimholz.
Eine Seite sägte ich mittels angelegter Schiene (Bild 13), was sehr gut funktionierte. Die zweite Seite sägte ich mittels verlängertem Parallelanschlag. Auch das funktionierte sehr gut (Bild 14).

Die deckenhohen Seitenteile wurdenebenfalls  mithilfe des Parallelanschlages eingekürzt (Video 3). Auch die vier Klötzchen zur Befestigung der Garderobenstangen trennte ich mit der Testsäge von einer der Douglasiendielen ab.
Details zum gesamten Bau, im schon genannten Projekt.

7. Drittes Testprojekt – Hochregal:
Es folgte der Bau des Hochregals. Hierfür hatte ich mir ebenfalls Bretter in der Länge von 250cm besorgt. Das Regal selbst wird zwar nur knapp 220cm hoch, aber ich brauchte den Überstand um daraus die Platten für den Deckel und den Boden zu machen.
Maß nehmen, PKS anwerfen und die Platten ablängen (Bild 16).

Die folgenden Arbeitsschritte (Kanten bügeln und anpassen, Fräsungen für Lamellos…) werden hier übersprungen, da sie mit der Testsäge nichts zu tun haben. Diese Details kann man in der „Projektbeschreibung Hochregal“ nachlesen.

Zum Einsetzen der Rückwand benötigte ich einen etwa 1cm tiefen Falz Natürlich hätte ich den auch mit der Oberfräse machen können, was wohl der logische Schritt wäre. Aber es geht  ja um einenTest - und da darf es ruhig an die Grenzen des Möglichen gehen. Daher erledigte ich auch diese Arbeit mit der PKS 18 LI. Das soll auch all jenen Mut machen, die (noch) keine Oberfräse in ihrer Werkstatt haben  - und mit der Tischkreissäge wäre das bei der Länge der Platten sicher auch kein Vergnügen und alleine wohl nicht zu schaffen.

Beim Falzsägen kam wieder mein verlängerter Parallelanschlag zur Anwendung. Ich kann vorausschicken, dass sich Säge und Anschlag sehr gut geschlagen haben.
Ehe ich mich an die (teuren) Platten wagte machte ich einen Versuch in einem Abfallstück, natürlich auch beschichtet (Video 3). Das ging so gut, dass ich mich ans Eingemachte wagen konnte. Im Gegensatz zum Testfall sägte ich die Falze an den Regalbrettern mit zwei Änderungen:
Erstens habe ich die Oberfläche der Platten mit Paketband abgeklebt (du erinnerst dich, es gab da schon mal leichte Spuren) und zweitens sägte ich von innen nach außen.
Anschlag auf 1cm einstellen und Schritt für Schritt die Falze sägen (Video 5).

Mein Resümee:
Wenn auch etwas langsam (wegen der geringen Blattbreite sind einige Schnitte nötig) so geht das Nuten mit der Testsäge einwandfrei und ist durchaus eine Möglichkeit für Heimwerker ohne OF.
Anmerkung:
Der Falz in dieser Art ist natürlich dem Test geschuldet. Ansonsten kann man natürlich einfach einen 4mm breiten Schlitz (oder wie dick halt die Rückwand wird) sägen und die Rückwand in diesen einschieben. Das geht deutlich schneller und braucht auch keine Oberfräse.
Oder, wie Muldenboy meinte, man sägt "einmal Fläche und einmal Stirnseite". Das gehr wahrscheinlich am schnellsten.

Einziges Manko beim Sägen der Pressspanplatten: trotz angeschlossenem Sauger gab es ordentlich viel Staub und Dreck!  Leider hatte es an diesem Tag geregnet, sonst hätte ich das auf der Terrasse gemacht und mir viel Putzarbeit erspart.

Die letzte Platte trennte ich in drei Teile auf. Diese sind etwas schmäler und weniger tief wie die Deck- und Bodenplatte und ergeben die Regalböden (weitere Böden werden dann nach Bedarf gemacht, geht ja schnell). Nach dem Zuschnitt bekamen diese Platten an der Vorderseite einen Kantenschutz aufgebügelt.
Damit waren die Testprojekte was die Akku-Handkreissäge PKS 18 LI betraf soweit geschafft. Die komplette Bauanleitung zum Regal kann man in der schon erwähnten Projektbeschreibung nachlesen.

Abschließend darf ich auf die gestellten Fragen zum Testbericht eingehen:
1. Welches Projekt wurde gemacht, wie dabei vorgegangen und wie viel Zeit benötigt?
Projekte siehe oben
Zeitaufwand Dobok-Regal: insgesamt 1 Vormittag, Lochreihenschablone: kompletter Bau ca. 4 Stunden, Anschlagverlängerung und Schragenauflagen jeweils nur wenige Minuten., Hochregal: Säge und Falzarbeiten (samt Kanten bügeln und Lamelloschlitze fräsen) ca. 3 Stunden.

2. Leistungsbeurteilung?
Ganz zufrieden. Zwar deutlich weniger als eine kabelgebundene Maschine, aber besser als erwartet/befürchtet. Wird die Geschwindigkeit entsprechend angepasst gibt es keine Probleme.

3. Wie leicht fällt die Handhabung?
Sehr leicht. Das Gerät liegt super in der Hand, hat ein geringes Gewicht. Alle Einstellungen lassen sich schnell und einfach vornehmen.

4. Zufriedenheit mit den Ergebnissen?
Bei dosiertem Vorwärtsschub hält die Säge die Geschwindigkeit und bringt mit dem Originalblatt gute bis sehr gute Schnittergebnisse in unterschiedlichen Materialien Wenn man einmal die optimale Geschwindigkeit für das jeweilige Material herausgefunden hat sind die Schnittkanten sehr glatt und maßgenau.

5. Anforderungen und Erwartungen erfüllt?
Ja, teilweise sogar übertroffen!

6. Verbesserungsvorschläge?
* Plastikschuh zum Aufstecken/-klemmen auf die Grundplatte zum Schutz empfindlicher Oberflächen (wie bei den  meisten Stichsägen dabei)
* Absaugung verbessern
* längerer Parallelanschlag, ruhig auch etwas breiter in der Auflagefläche
* Zweitakku serienmäßig
* Kunststoffbox zur Unterbringung

7. Würde ich die PKS 18 Li in Zukunft für weitere Projekte verwenden?
Unbedingt!
Hatte das Testgerät ursprünglich hauptsächlich für das Auftrennen von großen Platten gedacht. Das habe ich bisher grob mit der Stichsäge gemacht. Das hat aber zu viel Verschnitt geführt und dauerte auch deutlich länger. Noch dazu musste ich meist ein Verlängerungskabel legen - das wird jetzt besser.
Aber wie sich im Test zeigte sind durchaus auch anspruchsvollere Projekte damit machbar.

Besonders gefallen hat mir:
*vergleichsweise geringe Lautstärke (Leerlauf und beim Sägen)
*schneller Sägeblattstopp
*einfache Handhabung
*ausreichende Akkudauer (werde aber trotzdem einen Zweitakku  anschaffen, denn der Saft geht meist genau dann aus wenn man es am wenigsten brauchen kann)

Weniger gefallen:
*sehr mäßige Absaugung
* hinterließ vereinzelt Kratzer auf Oberflächen
*Verpackung nur im Karton
 
Fazit:
Alles in allem ein gutes  Gerät mit dem sich durchaus auch hochwertigere Arbeiten als nur Plattenzuschnitte oder das Ablängen von Paneelen machen lassen.

 
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hervorragender Testbericht. Zwar etwas lang, aber trotzdem kurzweilig zu lesen. Beantwortet alle Fragen, die ein potentieller Käufer hat.
2014-05-22 16:23:56

Dein Testbericht ist fast nicht zu toppen. Durch diverse Helferlein und mehrere Projekte etwas langatmig aber immer informativ. Klare 5D von mir.
2014-05-22 16:45:47

danke

tja, so ein bericht wäre sicher (noch) kurzweiliger und einfacher zu lesen, wenn man die passenden bilder direkt zum text geben könnte, wie in den projekten. das habe ich aber hier schon mal angeregt:
http://www.1-2-do.com/forum/testber ichte-erstellen-thema-14157.html
2014-05-22 17:13:41

ich glaub es kaum, endlich mal wieder ein Testbericht, der Freude macht während man ihn liest. Wo ist denn jetzt der Schlüssel versteckt?
2014-05-23 10:55:02

Sehr guter Bericht...lässt für mich keine Fragen offen...Toll bin begeistert..volle 5 D
2014-05-24 09:25:03

Ein sehr schöner Bericht.
2014-05-30 19:51:13

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