Die Heckenschere AHS 35-15 LI – Ein kleines Kraftpaket ohne Kabel

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Die Akku-Heckenschere AHS 35-15 LI: ein "kleines" Kraftpaket 1 Kommentar
Vom 30.04.13 Geändert 2013-04-30 08:54:28
Einleitend möchte ich mich dafür bedanken als doch relativer Neuling in der 1-2-do-Gemeinschaft als Testerin ausgewählt worden zu sein. Hab mich riesig gefreut und fieberte dem Einlangen des Pakets genauso entgegen als wenn Weihnachten wäre.
 
Der Versand nach Österreich erfolgte dann doch unerwartet flotter als gedacht. Schon 1 Woche nach Bekanntgabe des Gewinns kam das Gerät durch den Lieferdienst am Freitag spätnachmittag an. Schon beim Entgegennehmen fiel mir das geringe Gewicht auf. Flugs alles andere liegen und stehen gelassen und das Packerl ausgepackt. Der Inhalt der Schachtel war, sagen wir, sehr übersichtlich: die Maschine, das Ladegerät plus Kabel und eine Bedienungsanleitung. Letztere flog ungelesen auf den Tisch – wo sie übrigens heute erst für diesen Bericht gelesen wurde. Geübt im Umgang mit elektrischem Werkzeug dachte ich, wozu mich durch etliche Seiten Warnhinweise, Entsorgungsvorschriften und ähnlichem mittels Lupe durchzuackern. Tatsächlich besteht die Betriebsanleitung aus 236 Seiten in 29 Sprachen. Für Deutsch wurden gerade mal 8 Seiten verwendet, für die Bedienungsbeschreibung der Heckenschere selbst nicht einmal ein halbe Seite. Durch Zufall erblickte ich auf den letzten 3 Seiten dieses „Buches“ eine bebilderte Anleitung. Für jemanden, der noch nie so ein Gerät in der Hand hatte, ist der Aufbau dieser Beschreibung ungenügend und kann u.U. zu schwersten Verletzungen führen. Hier sollte m.E. unbedingt nachgebessert werden.
 
Leider war im Lieferumfang kein Schmiermittel bzw. Wartungsspray für die Messer dabei. Desweiteren konnte ich auch keine Ösen oder ähnliches zum Aufhängen der Heckenschere finden. Der Verpackungskarton ist normaler handelsüblicher Karton und für eine Daueraufbewahrung aus meiner Sicht nicht wirklich geeignet.
 
Auf eine Aufzählung der technischen Daten verzichte ich, da diese sowohl im Bewerbungsblog als auch sicher bei meinen Mittestern nachzulesen sind.
 
Das Aufladen des Akku ist de facto wirklich einfach, Akku rausziehen und in die Ladestation stellen und dann warten, bis er vollgeladen wurde. Mehr ist nicht.
 
Mein allererster Eindruck beim Herausnehmen der Heckenschere war: mei, ist die putzig. Die Relation Motorgehäuse mit Griff und Akku zur Messerlänge ist nahezu 1:1. Die Messerlänge (beidseitige Zahnreihen) mit 35cm nicht gerade lang. Erste Zweifel überkommen mich. Gewöhnt mit Heckenscheren von mindestens 50cm, manchmal sogar 1m Schwertlängen zu arbeiten fragte ich mich nun schon, wie ich damit auf eine längere Strecke ein geradliniges Ergebnis zusammenbringen würde. Leider wurden meine Befürchtungen im späteren Einsatz nur zu bestätigt.
 
Die Maschine war im Auslieferungszustand teilgeladen. Beim ersten Lauftest hatte ich den Eindruck, dass sie – wie man bei uns in Österreich sagt – „schwach auf der Brust“ ist. Rein vom Geräuschpegel und der Geschwindigkeit, wie sich die beiden Messerbalken gegeneinander bewegen. Dieser Eindruck verbesserte sich auch nach dem Vollaufladen des Akkus nicht. Ich hatte immer das Gefühl, dass der Akku kurz vor Ende ist.
 
Bedingt durch den extrem langen Winter und der dadurch verursachten Verzögerung der Pflanzenvegetation konnte ich auch nicht alle Projekte erledigen, welche ich im Bewerbungsbogen angeführt hatte. Normalerweise wäre meine Ligusterhecke zum jetzigen Zeitpunkt schon für den ersten Formschnitt reif gewesen, diese hat nun gerade mal angefangen auszutreiben. Das gleiche gilt für die Thujen- und Zypressenhecke. So blieben mir als Testprojekte nur mehr 5 Buxbaumkugeln, die Spiraeahecke und eine kurze Strecke Zypressenhecke (im Vorjahr nicht geschnitten) übrig.
 
Ich fasse einfach zusammen: die Handhabung der Heckenschere ist trotz ihres geringen Gewichtes von knapp 2kg und eigentlich guter Ausbalancierung auf Dauer anstrengend, da man immer 2 Hebeln gleichzeitig drücken muss (Motor und Arretierung der Messerbalken). Feststellknopf für den Motor gibt es nicht. Schon nach kurzer Zeit (vielleicht 10 Minuten) hatte ich einen Krampf in den Fingern. Gut, diese Technik ist bei allen Heckenscheren üblich. Bei der Testheckenschere AHS 35-15 LI erwies sich aber der doch recht dicke Handgriff plus des im Griff integrierten Schalters schlussendlich für mich persönlich als sehr unangenehm. Zudem der Druckpunkt des Motorschalters seitlich wesentlich mehr Kraft erfordert als würde man das Gerät gerade halten.
 
Mein erstes Testprojekt war eine Buxbaumkugel nachzufassonieren. Was mir sofort auffiel war das sehr unregelmäßige Schnittbild sowie zum Großteil abgerissene, statt abgeschnittene Blätter. Mein erster Eindruck von der zu langsamen (schwachen) Messergeschwindigkeit schien sich zu bestätigen. Aus diesem Grund habe ich von einer weiteren Bearbeitung der restlichen 4 Buxbaumkugeln Abstand genommen.
 
Gut, Buxbaum geht also mal nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wechseln wir zur Zypressenhecke (ca. 2m hoch und gut 40cm lange Neutriebe des Vorjahres). Hier war weniger der Anspruch der Geradlinigkeit als bis zu welcher Aststärke schafft es die Heckenschere. Hier wurde ich positiv überrascht, Äste bis kleinfingerdick schnitt der Kleine problemlos ab. Das ABS-System wurde nie aktiviert bzw. fiel es mir gar nicht auf. Das Arbeiten in der Vertikalen ging flott, angenehm war, dass ich diesmal kein 30m-Kabel hinter mir herschleppen musste. Von einer geraden Linie war ich allerdings meilenweit entfernt, was bei einem so kurzen Messerbalken allerdings zu erwarten war.
 
Das letzte Objekt war sodann die Spiraeahecke (ca. 1,20m hoch und 1m breit), allerdings auch nur die paar Neutriebe zu kappen. Vertikal angenehm schnell, horizontal gerade zu schneiden auch für mich als sehr geübte Gärtnerin nur mit wesentlich mehr Zeitaufwand machbar und auch nicht 100% zufriedenstellend.
 
In Summe hab ich für alle 3 Projekte weniger als 50Minuten benötigt, sodass ich die Gesamtakkulaufzeit nicht beurteilen kann.
 
Verbesserungsvorschläge:
  • Griffumfang etwas dünner und ergonomischer gestalten
  • Messergeschwindigkeit erhöhen, um einwandfreie Schnittergebnisse bei Blattgehölzen erzielen zu können
  • Wartungsspray beilegen, wenigstens eine kleine Sprühflasche für den Erstgebrauch
  • Aufhängevorrichtung
  • Bedienungsanleitung anders aufbauen, vor allem die Zeichnungen der letzten Seiten gehören an den Anfang.
 
Fazit:
  • für grobe Schnitte und ohne Anspruch auf völlige Geradlinigkeit oder Formgenauigkeit ein durchaus brauchbares Gerät
  • für meine Ansprüche reicht diese Heckenschere leider nicht aus
  • ich werde sie auch nicht mehr für weitere Projekte einsetzen und würde sie mit Zustimmung des BOSCH-Teams gerne jemand anders aus der Community weitergeben
 
Es tut mir wirklich leid, dass ich keinen positiveren Testbericht abgeben kann. Vielleicht sind meine Ansprüche an ein Arbeitsergebnis berufsbedingt einfach auch höher als bei einem Hobbygärtner……
 
Ich hoffe trotzdem weiterhin auch als Testerin für andere Geräte tätig sein zu dürfen.
 
Bildnachweise:
Heckenschere AHS 35-15 LI
Buxbaum vor und nach dem Beschneiden
Zypressenhecke vorher – nachher
Spiraeahecke vorher - nachher
Buxbaumkugel 14 Tage später, die Blattschäden sind gut erkennbar
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Danke, das finde ich jetzt doch sehr hilfreich weil ich auch gerade auf der Suche nach einer Akku-Heckenschere bin. Ich finde, als Frau sieht man manche Geräte aus anderen Blickwinkeln.
Wenn ich es richtig erkannt habe, dann gibt es ja inzwischen auch schon eine mit längerem Schwert. Mal sehen, ob damit auch schon jemand Erfahrung gesammelt hat.
Grüße aus dem sonnigen Bayern!
2013-07-14 16:20:57

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