Keo - Hält den Ast beim Schnitt!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Einmal Kleinholz bitte! 1 Kommentar
Vom 30.04.12 Geändert 2012-04-30 07:45:49
So, heute ist er angekommen, der Keo, nein, die Keo, wie inzwischen von Seiten der Redaktion geklärt wurde. Die Gartensäge Keo. OK. Für mich wäre es trotzdem eigentlich eher der Keo, aber gut. Nachdem ich, wie alle anderen, gehofft hatte, GLS würde auch am Samstag ausliefern, und genauso wie alle 24 anderen dann doch bis zum Dienstag warten musste, wurde er oder sie dann gleich ausgepackt und das erste Mal in die Hand genommen.

Oh, die wiegt doch etwas, aber nicht viel mehr, als ein Akku-Schrauber. Nur das Gewicht ist anders verteilt, es zerrt nach vorne an der Hand. Sie will einem fast aus derselben kippen, wenn man nicht damit rechnet. Aber das ist ja so gewollt, sie soll ja möglichst von selbst sägen und da ist es gut, wenn das Gerätegewicht auf das Sägeblatt drücken kann. Also, erstmal alles kurz angucken: Vorne der Bügel zum Ästefesthalten, klappt schön leicht weg. Ihn abzunehmen klappt auch ohne einen Blick in die Betriebsanleitung. Hebelchen zurückziehen um ihn zu entriegeln und dann mal etwas daran gewackelt. Schon geht er nach oben weg. Das Wiederanbringen geht auch leicht, wobei ich mir dann doch etwas genauer anschauen muss, wo der Haltebügel einrasten soll. Es kann ja eigentlich kaum sein, dass er nur von dem bisschen Riegel oben gehalten wird. Aber das ist wirklich schon fast alles. Zwei Metallnasen, die unten ins Gerät eingreifen und die Gummierung und schon hält der Bügel. Aber das auch wirklich ganz gut fest!

Ich weiß, man soll den Akku erstmal ganz aufladen, aber die Neugier siegt doch. Einfach mal kurz auf den „Startknopf“ drücken, zum Probieren, wird schon nichts ausmachen. Aber da tut sich ja garnix! Natürlich! Der hat ja klar keinen Rechts/Links-Lauf, oder halt eben Vorwärts/Rückwärts-Lauf! Das, was wie die Richtungsumschaltung einer Bohrmaschine aussieht, ist eine Einschaltsperre. Und die ist auch noch gut für Rechts- und Linkshänder zu bedienen. Gut gemacht, Bosch, mitgedacht! Also Daumen auf die Einschaltsperre und mit dem Zeigefinger den „Startknopf“ gedrückt. Nur mal ganz kurz und schnell. Wieder passiert nichts. Also nochmal das Gleiche. Nur diesmal langsam gedrückt. Schon rattert sie los! Natürlich erstmal ohne Sägeblatt. Ich will ja schließlich nur wissen, wie er/sie sich so anfühlt. Gut, nicht überstrapazieren, ausmachen. Obwohl, die rattert so schön. Also noch zwei-, drei-, vier-, fünfmal draufgedrückt. Mal gleich ganz durchgedrückt, mal langsam anlaufen lassen. So, jetzt sollte es aber reichen.

Für mich liegt sie gut in der Hand, aber kleiner sollten die Hände nicht mehr viel sein, sonst wird es schwierig mit dem sicheren Festhalten. Mal kurz hinriechen – PAK-Schnelltest! Und bestanden! Sie riecht nicht nach Billig-China-Plastik. Ein Blick aufs Typenschild: Sie kommt aus Ungarn. Aber wieso ist das Typenschild nur aufgeklebt? Gut, das ist nicht mein Problem. Außer, der Aufkleber verschwindet irgendwann mal und ich bräuchte ausgerechnet da dann eine Info davon. Wenn der Blick schon beim Typenschild ist, kann man sich ja gleich mal den Akku genauer ansehen. Aber leider ist der fest verbaut. Schade eigentlich, da es ja so viele Geräte mit Wechselakku gibt und es sich vortrefflich ausmachen würde, eine ganze Linie von Akku-Garten-Geräten mit kompatiblen Wechselakkus anzubieten. Aber gut, bei den anderen Akkugeräten hat es auch irgendwann mal mit fest verbauten Akkus angefangen, vielleicht wird das ja bei der nächsten Generation geändert. Was ist das denn? Ein viereckiges Gummiteilchen. Kurz daran rumgefummelt und schon ist es offen. Ah! Die Abdeckung für den Ladegerätstecker! Gut, der verschwindet mit ziemlicher Sicherheit irgendwann, da er nur an einem dünnen Gummistreifen hängt. Aber mal schauen, wie lange es dauert, bis es soweit ist. Vielleicht täusche ich mich ja auch.
So, ein Sägeblatt ist dabei und wie die SDS-Aufnahme funktioniert ist mir klar, seit ich meine Stichsäge habe. Also mal am Riegel kurz daran gedreht. Oha, der geht aber streng! Also schwach oder vorsichtig darf man da nicht sein, sonst kriegt man ihn nicht gedreht. Es wirkt sehr hakelig und zurückschnalzen lassen sollte man ihn auch nicht, sonst bewegt er sich fast gar nicht. Also mit Arbeitshandschuhen die Verriegelung bedienen, dürfte unmöglich sein. Der kleine „Griff“ daran lässt sich da sicher nicht mehr gut halten. Naja, das wird später mal ausprobiert.

1. Testtag
Endlich Wochenende, also raus zum Testen. Aber zuerst muss die Keo natürlich wieder zusammengebaut werden. Gut, das beschränkt sich ja auf das Einsetzen des Sägeblattes. Nachdem ich etwas mit der Verriegelung gespielt habe, bewegt sie sich doch schon deutlich leichter und nicht mehr so hakelig. Also Sägeblatt einsetzen und raus geht's.

Als Testobjekt haben wir uns eine Kopfweide ausgesucht. Die kann man immer kappen und spätestens im nächsten Jahr wächst und wuchert sie wieder. Meine Eltern haben erzählt, dass die Weide hier schon immer wieder nachwuchs, solange sie noch jährlich zweimal vom Bauern beim Gras mähen einfach mitgemäht wurde. Da kann also schonmal nichts schief gehen. Eigentlich wollte ich mich am Apfelbaum vergreifen, der schon seit Jahren einen Rückschnitt nötig hat, aber dafür ist es jetzt schon etwas zu spät im Jahr. Ich will dem das lieber nicht antun, er soll ja schließlich überleben. Bei der Weide wär's mir egal, aber die scheint ja eh nichts umzubringen.

Der erste Tipp im Begleitschreiben sagt, die Keo soll von alleine sägen. Gut, meine Weide macht da sicher nicht mit, die ganzen Äste stehen ja senkrecht nach oben ab. Aber man kanns ja mal probieren, sie einfach arbeiten zu lassen. Also rein in das Gestrüpp! Und es macht Spaß! Die Keo kämpft sich durch einen Ast nach dem anderen. Der Bügel ist aber schnell abgenommen. Das Weidenholz ist so elastisch, dass es im Bügel hin und her springt und ohne Bügel kommt man auch gut an die Äste ran, die etwas enger stehen. Da ist es einfach sinnvoller, ohne Bügel zu arbeiten und die Keo am Holz anzulegen. Ich kann mir aber vorstellen, dass beim normalen Schnitt, wo die Keo nicht mit senkrecht stehenden Ästen gequält wird, der Bügel durchaus sinnvoll ist. Als erstes werden ein paar dünne Äste probiert. Daumendicke geht gut und schnell. Bei dickeren muss das Säglein etwas arbeiten, das müsste ich aber auch, wenn ich sie von Hand sägen würde. Aber das Schnittbild und die Schnittzeiten sind TOP! Obwohl Weide ja eine ziemlich fiese Rinde hat, die gerne franst, schafft es die Keo, die Äste sauber abzuschneiden.

Einer der Gründe, warum ich mir auch die Weide ausgesucht habe ist, dass sie sehr viele Äste hat, die alle weg dürfen und die alle aus dem selben Holz bestehen (ist ja logisch, ist ja der selbe Wildwuchs). Damit ist sie ideal für einen Akku-Reichweiten-Test. Und wenn ich mir den Haufen Äste anschaue, der auf dem Boden liegt, als der Akku mit rotem Blinklicht und Arbeitsverweigerung auf das Ende seiner Leistung hinweist, bin ich zufrieden. Alles in allem dürften es gut 100 Äste sein. Und damit auch gut 100 Schnitte, bei denen alles von ganz dünn bis sicherlich gut 8 Zentimeter dabei waren. Also die Akkuleistung in frischem Grün ist schonmal super.

Als dritte Frage, wollt ihr wissen, wie mir die Handhabung gefällt. Gut, wie oben schon beschrieben, die SDS-Verriegelung war am Anfang etwas hakelig. Das hat sich gelegt. Was am/im Baum etwas nervt, ist, dass man zwei Knöpfe drücken muss, um die Keo zum Arbeiten zu überreden. Auch die Griffgröße selbst ist so, dass man keine zu kleinen Hände haben darf. Mir liegt sie gut in der Hand, bei meiner besseren Hälfte ist es schon etwas grenzwertig. Was aber beim Arbeiten wirklich stört: Dieser seltsame Langsam-Anlauf. Wenn man die Knöpfe drückt, arbeitet die Keo mit reduzierter „Drehzahl“. Erst nach zwei, drei Sägebewegungen mit Widerstand legt sie so richtig los. Manchmal dauert es auch etwas länger. Das ist etwas, das mich jedes Mal irritiert. Ich weiß nicht, ob es so gewollt ist oder ob das ein Fehler ist, aber es ist einfach irgendwie unangenehm. Im Drücker ist eine Geschwindigkeitsregelung verbaut. Wenn ich langsam sägen will, dann drücke ich leicht drauf. Wenn ich schnell sägen will, dann drücke ich ganz durch. So soll es auch sein! Aber wenn ich ganz durchdrücke und die Maschine macht erstmal, was sie will, dann bin ich verwirrt.

2. Testtag
Nachdem wir wieder Wochenende haben und die Keo auch wieder aufgeladen ist, will ich sie heute noch etwas quälen. Ich habe im Garten einen alten Zwetschgenbaum liegen, der schon seit zwei, drei Jahren abgesägt ist und vor sich hin trocknet. Ich will das Holz zum Basteln und für Deko-Objekte. Bei meiner Bewerbung hatte ich ja schon geschrieben, dass ich Holz der Länge nach durchsägen möchte. Genau mit diesem Holz will ich das machen. Also erstmal raus in den Garten. Auf dem Weg läuft mir doch glatt so ein kleiner 2-jähriger Wildkirsch-Wildwuchs vor die Säge. Der war ruck-zuck weg. Aber zum eigentlichen Test. Zuerstmal möchte ich mir ein geeignetes Stück absägen. 6 – 8 Zentimeter Durchmesser und etwas länger gerade. Das ist schnell entdeckt und die Keo angesetzt. Leider tut sie sich hier schon schwer. Dadurch, dass das Holzteil sehr fest ist, verkeilt sich das Sägeblatt, wenn man es wie beschrieben um den Stamm bewegt. Es sind also mehrere Ansätze nötig um ein Teil abzusägen. Um einen Vergleich zu haben, säge ich noch ein dünneres Stück ab. Es hat vielleicht 5 – 6 Zentimeter Durchmesser. Aber auch hier das gleiche Spiel.

Das lässt für den Versuch, das Holz der länge nach durchzusägen nichts gutes hoffen. Aber zuerstmal wird das Holzteil auf Länge gesägt. Hier funktioniert es besser. Wenn man die Säge wirklich fast ohne Druck, alleine arbeiten lässt, dauert es zwar, aber sie kommt durch. Beim Versuch jedoch, das Holzstück der Länge nach durchzusägen, gebe ich nach etwa 3 Zentimetern auf. Die Technik, die Maschine etwas um den Stamm zu bewegen, funktioniert hier ja nicht und wenn man sie im Sägespalt nach vorne und hinten verkantet, rächt es sich, dass das Sägeblatt doch eine gewisse Höhe hat. Es verkeilt sich. Gut, das war ein Extremtest, den muss eine Astsäge wie die Keo nicht bestehen.

Aber wenn es schon nicht klappt, das Holzstück der Länge nach durchzusägen, dann könnte ich mir doch wenigstens ein paar Scheiben davon absägen. Einfach als kleine Dekostücke. Der nächste Herbst kommt ja bestimmt (beim Winter bin ich mir da noch nicht so ganz sicher). Aber auch das fällt der Keo schwer! Vor allem, durch das Verkanten und Verzwicken beim Sägen quer zum „Stamm“ löst sich so langsam die Beschichtung vom Sägeblatt und klebt am Holz. Gut, das ist nicht schlimm für das Holz, aber ich habe den Eindruck, umso mehr sich löst, umso schwerer tut sich die Keo. Aber das liegt auch am Akku. Nach etwa 20 Schnitten im harten, trockenen Holz ist Schluss. Der Akku hat sich auch merklich erwärmt. Also ist Feierabend für die Keo und für mich die Zeit, den Test zu schreiben.

Ich denke, die ersten drei gestellten Fragen sind bereits ausführlich beantwortet. Zur vierten Frage: Ich bin mit den Arbeitsergebnissen weitestgehend zufrieden. Alles, was ich an grünem, frischen Holz geschnitten habe, wurde sehr flott und vor allem sehr sauber durchtrennt. Für den Baumschnitt, vor allem für empfindlichere Obstbäume, ist die Keo damit bestens geeignet. Die Menge, die ich sägen konnte, ist auch voll und ganz ausreichend. Damit lässt sich in einem normalen Garten und bei regelmäßigem Schnitt, die Baumpflege mit einer Akkuladung durchführen. Bei altem, trockenem Holz, hat mich die Keo nicht überzeugt. Aber das liegt sicherlich an der Akkutechnik, die einfach nicht die Leistung bereitstellen kann, die dafür nötig wäre. Man kann die Keo sicher nehmen, um ein paar Pflanzpfähle aus Fichten/Tannen-Holz zu kürzen, aber einen ganzen Gartenzaun, kann man damit sicher nicht bauen – muss man aber eben auch nicht. Für Leute, die gerne mit Holz basteln, könnte die Keo aber trotzdem etwas mehr Power oder Ausdauer haben. Damit ist wohl auch schon die fünfte Frage beantwortet. Aber in der Kurzfassung, ja sie erfüllt meine Erwartungen. Die Anforderungen erfüllt sie weitestgehend. Als Gartensäge für Baumarbeiten dürfte sie in diesem Preissegment unschlagbar sein. Die anderen Anwendungen, die mit der Keo noch möglich sein sollten, konnte ich leider noch nicht testen – die Sägeblätter dafür sind ja auch leider noch nicht angekommen.

Was könnt ihr zukünftig noch an der Keo verbessern? Ganz wichtig wäre ein Wechselakkusystem. Damit könntet ihr eine ganze Reihe von Gartengeräten anbieten, beispielsweise auch eure elektrische Astschere. Falls ihr das jedoch nicht plant, solltet ihr wenigstens den Stecker des Ladegeräts überarbeiten. Der ist durch seine Form und das Gefummele mit der Gummiabdeckung nicht besonders anwenderfreundlich. Dass ihr das Set auch im Koffer anbietet, habe ich inzwischen auch herausgefunden. Das wäre mein letzter Kritikpunkt gewesen. Sonst, bin ich mit meiner Keo vollends zufrieden und froh so einen kleinen praktischen Helfer im Garten und beim Basteln zu haben. Jetzt kann der Herbst kommen, damit die Obstbäume ihren schon lange nötigen Schnitt erhalten – ohne dass wir mit der Handsäge oder – selbstmörderisch – mit der Kettensäge durch die Bäume tanzen dürfen!

Danke an Bosch!
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 193226#post193226.
2012-05-31 11:44:58

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