Keo - Hält den Ast beim Schnitt!

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Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der Keo - ein Allroundtalent, nicht nur für den Garten 1 Kommentar
Vom 29.04.12 Geändert 2012-04-29 20:29:19
Vorwort

So sehr ich mich auch auf meinen ersten Produkttest gefreut habe, so kommt der Keobericht irgendwie ungünstig – nämlich mitten in unsere Umzugs- und finale Renovierungsphase. Momentan mangelt es an Zeit für die Grünpflege, denn bevor es in die eigenen vier Wände gehen kann, müssen die Wände und deren Inhalt noch ordentlich aufgemöbelt werden. Aber laut der Produktbeschreibung ist der Keo ja auch hierfür bestens geeignet. Ich freue mich auf jeden Fall riesig auf den Test und möchte an dieser Stelle ein ganz großes Danke ans Bosch-Team richten. Vielleicht hat mein Testbericht ja einen etwas besonderen Informationsgehalt, weil der Keo von mir eben nicht nur in seiner „natürlichen Umgebung“ getestet wurde.


Hurra, hurra, der Keo ist da


Der Postbote hat ein Päckchen abgeworfen – fast wie Weihnachten. Der Keo präsentiert sich in einem Pappkarton. Das trübt die Freude ein wenig, denn ich stelle mir vor, wie der wohl in ein bis zwei Jahren aussehen wird, wenn der mal ein wenig „Morgentau“ gesehen hat. Hier wäre ein Koffer deutlich besser.

Die Produkttester von Bosch haben in der Beta-Testphase wohl ordentlich Holz gesägt, denn dieses hat man gleich zu einem 27-sprachigen Handbuch verarbeitet, welches dem Keo beiliegt. Für die Schnellstarter hängt am Griff des Keos eine farbige Kurzanleitung, die die wichtigsten Funktionen kurz in Bildern zeigt. Dafür gibt es ein dickes Lob. Denn ich glaube, dass kaum jemand das „dicke“ Handbuch liest (immerhin fasst das 135 Seiten starke Handbuch ganze 5 Seiten auf Deutsch).

Etwas ungläubig fällt mein Blick auf das Ladegerät, welches den Keo mit Lebensenergie versorgen soll – das Teil wirkt nicht wertig, das Kabel sehr dünn und empfindlich und die Steckverbindung will passgenau in die Ladebuchse des Keos geführt werden. Derartige Steckverbindungen sind für den „Schreibtisch“ vielleicht ok – aber für ein Werkzeug meines Erachtens ungeeignet, da hier über kurz oder lang wohl mit Verschleiß zu rechnen ist. Eine Ladeschale (vielleicht mit Sägeblatthalterung) wäre viel besser – dann könnte ich auch auf den Koffer verzichten.

Der Keo selbst liegt sehr gut in der Hand und ist, wie die Werbung verspricht, sehr ausgewogen. Er wirkt wie eine Verlängerung der Hand und die ersten Trockenübungen versprechen viel. Mehr dazu aber gleich…


Zähne zeigen

Bevor mit dem Keo gearbeitet werden kann, muss das Sägeblatt eingesetzt werden. Das geht völlig ohne Werkzeug, mit einem Spannring – ähnlich der Stichsäge. Die Montage des A-Grip, des „Asthalters“, hingegen erfordert ein wenig Übung und ist zunächst ein wenig hakelig. Nach kurzer Zeit, hat man aber den Dreh raus und die Montage/Demontage geht reibungslos von der Hand.
Für meine Zwecke habe ich mir noch ein Metallsägeblatt im Bauhaus besorgt (die führen leider kein Bosch-Zubehör, so dass ich hier mit der Hausmarke vorlieb nehmen musste).


Die erste Bewährungsprobe

Eher spontan konnte der Keo seine Fähigkeiten bei meinem ersten Test unter Beweis stellen. Im Keller galt es Kunststoffrohre für die Verlegung von Telefonkabeln zu montieren. Die zwei Meter langen Rohre mussten entsprechend gekürzt werden. Mit dem Metall-Sägeblatt ging´s ans Werk…

Wow! Das macht Spaß! Der erste Anlauf war zwar etwas hakelig, aber wenn man darauf achtet, dass das Material an den beiden Schienen (neben dem Sägeblatt) anliegen, arbeitet der Keo völlig ruckfrei in einer Wahnsinnsgeschwindigkeit. Die Schnittkannten könnten sauberer nicht sein. Test mit Bravour bestanden! Kleiner Nachtrag: mittlerweile habe ich auch HT-Rohre mit ihm geschnitten - geht wunderbar!


Mut zur Lücke
Seinen zweiten Einsatz hatte der Keo eher zufällig. Als ich meine alten Holz-Rollo-Wellen ausbauen wollte, stand ich bei einigen Rollokästen vor dem Problem, dass die Welle wegen des vorgesetzten Stucks nicht am Stück aus dem Kasten konnte (s. hierzu mein Projekt). Die einzige Möglichkeit ohne großen Schaden anzurichten war, die Welle im Kasten zu trennen. Der Einsatz eines Fuchsschwanzes ist wegen der begrenzten Platzverhältnisse nahezu unmöglich – aber der Keo passt in den Rollokasten. Die Konstant-Electronic sorgt dafür, dass der Keo erst bei Kontakt mit dem zu sägenden Material (leichter Druck) Vollgas gibt. Dieses Verhalten ist leider nicht im Handbuch beschrieben, was wohl nicht nur bei mir kurzzeitig für Verwirrung sorgte. Die Holzwelle ist ein leichtes Opfer – auch hier geht der Keo wie durch Butter. Größter Minuspunkt, den ich an dieser Stelle aber doch anbringen muss ist, dass die Holzblätter von Bosch kein Metall schneiden können. Denn einer der Holzwellen hatte zu meiner (und des Keos) Verwunderung einen Stahldorn im Inneren der Holzwelle, so dass der Tiger schnell zahnlos wurde. Vielleicht aber auch ein Anwenderfehler ;-)


Eisenbeißer

Nachdem der Keo alles ihm bis dato vorgelegte gnadenlos entzwei geteilt hat, habe ich es auf einen Härtetest angelegt. Mit dem Metall-Sägeblatt bewaffnet habe ich ihn gegen eine SW60-Rollowelle antreten lassen. Sobald das Sägeblatt leichten Druck verspürt, gibt die Säge Schub und geht erstaunlich gut durch das Metall – bis das Blatt auf den Knick der Welle trifft. Hier verkantet sich das Blatt und der Keo stellt sich augenblicklich tot. Erst das Loslassen des Gashahns und ein erneutes Drücken im Leerauf erwecken ihn wieder zum Leben – wohl ein Sicherheitsmechanismus. Er ist nicht im Handbuch beschrieben, lässt sich aber reproduzieren. Der Keo ist hierfür sicherlich nicht gebaut, daher will ich ihn in dieser Disziplin nicht bewerten. Aber für kleine Abläng-Arbeiten mit Blechen ist er sicherlich gut geeignet.


Hunger

Der Keo hat bisher zahlreiche Kunststoffrohre, Porotonsteine (ja, auch die hat er zerteilt), 5 Holz-Rollowellen und zwei SW60-Stahlwellen zerteilt – jetzt hat er Hunger. Sobald man das Ladegerät an den Keo gefummelt hat (fummeln ist hier das richtige Wort, denn man muss auf die kleinen Nippel im Stecker achten!), lädt der Keo. Ich habe dabei nie genau auf die Uhr geschaut, aber nach drei bis vier Stunden, scheint er satt und zu neuen Arbeiten bereit zu sein.


Ab ins Grüne

Selbstverständlich wollte ich den Keo auch in seiner natürlichen Umgebung testen. Als Testobjekt mussten unsere Obstbäume herhalten. Wie erwartet hat der Keo hiermit keine Schwierigkeiten. Alles, was ihm vors Sägeblatt kommt, zerteilt er. Hier kann jetzt auch der A-Grip seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gerade, wenn man an ungünstigen Stellen die zweite Hand zum Festhalten (z. B. auf einer Leiter oder in der Baumkrone) braucht, ist er eine große Hilfe. Denn er hält den Ast fest, während der Keo durch das Holz gleitet. Das Einzige was mir hier fehlt, ist ein Gürtelclip (ähnliches gibt es z. B. bei Akku-Schraubern), mit dem man den Keo „am Mann“ tragen kann. Das ist besonders dann praktisch, wenn man mal beide Hände braucht und den Keo nirgends ablegen kann.


Fazit

Der Keo ist ein praktischer Helfer, der nicht nur im Garten eingesetzt werden kann. Gerade auch in der Werkstatt und rund ums Haus finden sich viele Aufgaben, die er sehr gut meistert. Einige Dinge (Koffer, Ladegerät, Halteclip) können sicherlich noch verbessert/ergänzt werden. Aber umfassend betrachtet, ist er ein wertvoller Helfer, den ich nicht mehr missen möchte!
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 192868#post192868.
2012-05-30 14:36:41

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