Keo - Hält den Ast beim Schnitt!

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Keo - kompakter Problemlöser für den Garten 1 Kommentar
Vom 29.04.12 Geändert 2012-04-29 20:12:54

Benutzer gelöscht

Zunächst vielen Dank für die Möglichkeit die Keo (oder den Keo?) zu testen. Da es eine Säge ist, entscheide ich mich mal für das "die". Die Keo-Akkusäge, der Problemlöser.

Das Unboxing ist unspektakulär:

Ein Karton mit der Säge, einem Ladestecker und einem Sägeblatt. Und natürlich ein vielsprachiges Handbuch, das mangels Koffer und durch seine Dicke doch einigen Platz in meinem Handbuch-Schubladen in Anspruch nimmt.

Spontan kommt mir beim Auspacken die Frage: Woran erinnert mich bloß der Stecker?

Lage überlegt: An den alten PS/2 Maus-/Tastaturanschluß am PC. Zum Einstecken ist er dann auch genauso fummelig... Warum wohl die Entscheidung gegen einen einfachen Stecker (wie z.B. bei der Uneo, Vergleich der Stecker siehe Bilder) und für dieses System gefallen ist?

Gut gefällt mir, dass der Anschluß abgedeckt ist und so bei der Arbeit nicht mit Erde oder Sägespänen verschmutzt wird. Wie lange die Gummibefestigung hält, das wird man sehen. Bisher erwies sich diese Art immer als robuster als man auf den ersten Blick glaubt.


Die Einsatzbedingungen

In unserem Garten sieht es stellenweise noch recht wüst und wucherig aus. Man merkt, dass die Vorbehauser nicht wirklich Ambitionen hatten. Nach und nach wirds und dabei haben wir mit der Keo einen praktischen neuen Helfer. Ich glaube nicht, dass wir sie nochmal hergeben.

Zum Testen gab es
  • einen wilden Verhau verschiedener Bäume und Büsche zu lichten,
  • zwei- bis mehrjährige Triebe eines abgesägten Baumes und eines Holunder"busches" zu kappen,
  • einen "nicht sehr" wachstumsfreudigen Birnbaum zu fällen (eher ein Bäumchen, der Stamm war recht genau 8 cm im Durchmesser ;-),
  • Pfosten abzulängen und überstehende Latten abzuschneiden.

Das Arbeiten mit der Keo

Wundert man sich beim Einschalten der Keo noch über das doch eher gemächlich anmutende Tempo des Sägeblattes, so ist man überrascht, wie die Keo an Power zulegt, wenn sie an den Ast gelassen wird. Ohne starken Druck arbeitet sich die Keo souverän und ohne Rückschläge durch alle Hölzer.

Der Haltebügel "A-Grip" ist eine wirkliche Unterstützung beim Sägen, er fixiert den Ast einwandfrei und ohne zweite Hand.

Die Vibrationen sind erträglich, wenngleich meine Frau doch fand, dass bei längerem Arbeiten die Hand ermüdet. Sicher eine Frage des Trainings ;-), man sollte es aber nicht unerwähnt lassen.

Eine enorme Arbeitserleichterung war die Keo beim Auslichten. Durch die kompakten Abmessungen und das recht geringe Gewicht kommt man gut an verzwickte Stellen. Auch dorthin, wo Bügelsägen keinen Platz mehr haben. Durch die Sägepower schlägt die Keo in solchen Situationen auch Revolver- oder andere kompakte Händsägen in der Handhabung und der Arbeitszeit.

Dünnere und flexiblere Äste lassen sich besser mit der guten Schere kürzen als mit der Keo. Die Vibrationen beim Sägen sorgen doch für ein arges Wackeln und für sehr ausgefranste Schnitte. Hier hilft auch der A-Grip nicht viel. Hält man den dünnen Ast mit der zweiten Hand auf Spannung (natürlich weit genug weg vom Sägeblatt), dann klappt es passabel.

Kappen und Kürzen geht mit der Keo gut und kräfteschonend, ein 70x70-Pfosten war keine Herausforderung. Zwar ist man mit einer guten Handsäge genauso schnell, aber es ist halt anstrengender. Natürlich hat für diese Art Sägearbeit der PFZ 500 E (elektrischer Fuchsschwanz) oder eine Säbelsäge mehr Power. Für das gelegentlichen Ablängen von stärkeren Pfosten (bis 80x80 lt Handbuch) reicht die Keo aber allemal.


Ausdauer

Was uns direkt zur Akkuleistung bringt. Erstaunlich leistungsfähig, es ist schon beachtlich, was inzwischen mit 10,8V-Akkus möglich ist. Trotzdem würde ich für einen Wechselakku plädieren. Die Ladedauer beträgt die angegebenen 3 Stunden, was doch für lange Kaffeepausen sorgt. Nicht, dass diese zu verachten wären, aber noch besser schmeckt der Kaffee nach erledigter Arbeit.

Die oben beschriebenen Arbeiten sind nun keine exakte Testreihe. Ob die angegebenen theoretischen Werte von 30 bis 190 Äste erreicht werden, das kann ich so nicht sagen. Wir haben etwa 50 bis 60 Äste mit einer Akkuladung geschafft, allerdings waren da sehr viele dickere zwischen 4 und 8 cm dabei.

Fängt die Anzeige des Akkufüllstandes zu blinken an (ab unter 35 % lt. Handbuch) und blinkt es irgendwann rot (ab unter 15 % lt. Handbuch), dann sollte man sich seine restlichen Arbeiten einteilen. Ab dem roten Blinklicht geht es dann schon recht schnell und die Sägepower lässt auch etwas nach.


Einige Handhabungsaspekte

Oben hatte ich schon etwas zum Stecker geschrieben. Ebenfalls fummelig ist die Montage des abnehmbaren Haltebügels A-Grip.

Man muß den Bügel leicht zusammendrücken und die Nasen in den vorgesehenen Vertiefungen der Keo platzieren. Dann den hinteren Halteschieber einschnappen lassen. Unten gibt es Bilder, die einen Eindruck davon geben sollen. Mit Handschuhen habe ich entnervt aufgegeben und auch ohne ist es viel Übung, bis man das halbwegs sicher beherrscht. Zumindest bei meiner Frau und mir ;-).

Nach einigen Ästen fällt auf, dass sich Sägespäne am Übergang der Sägestange in die Keo sammeln. Das birgt die Gefahr, dass sich feinere Späne in das Gehäuse arbeiten. Ob das tatsächlich eine Gefahr für die Lebensdauer des Gerätes ist, ähnlich wie z. B. eindringender Staub für einen Winkelschleifer, das wird sich im Gebrauch zeigen.

Leider findet sich im Handbuch kein Hinweis dazu, ob es ratsam ist, ab und an etwas Fett an die Schnittstelle zu geben (nur für die Sägeblattaufnahme wird ein Hinweis gegeben).
Auf jeden Fall ist das eine Stelle, die nach der Arbeit zu reinigen ist. Auspusten schafft nicht alles. Ein Wattestäbchen ist hilfreich und gehört ab sofort zur Standardausstattung im Gartenhaus und der Werkstatt.

Die wesentlichen Plus- und Minuspunkte im Überblick:

- Erreichbarkeit des Einschalters für Damenhände ist nicht optimal
- Stecker ist, genauso wie das...
- ...Aufstecken des Aufsatzes, etwas fummelig.
- Ladezeit des Akkus sorgt für lange Ruhepausen bei umfangreichen Arbeiten.

+ Gerade in engen Verhältnissen und im dichten Gehölz ist die Keo ideal.
+ Das gute Sägeblatt und die Sägepower sorgt für ordentliche Schnittflächen
+ Der Aufsatz zum Fixieren der Äste ist eine super Hilfe für einhändiges Arbeiten.
+ Ordentliche Sägepower, die angegebenen Astdicken sind problemlos machbar.

Meine wichtigsten Verbesserungswünsche:

  1. Ein Wechselakku der 10,8V-Serie, am besten mit Schnell-Ladegerät, würde der Keo sehr gut zu Gesicht stehen. Dann wäre sie auch für sehr umfangreiche Arbeiten gerüstet.
  2. Einfachere Montage des „A-Grip“-Bügels.
  3. Optimierung der Platzierung des Einschaltknopfes für alle Handgrößen (also die Quadratur des Kreises...).

Fazit

Die obigen Minuspunkte sind Details in der Handhabung. Ihre Aufgabe verrichtet die Keo sehr gut. Sie bewährt sich insbesondere als Problemlöser für Sägearbeiten an unzugänglicheren, schwierigen Stellen und hat genügend Reserven für die meisten anfallenden Sägearbeiten in Garten und Werkstatt im Rahmen der vorgegebenen Materialstärken.
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...mit der Keo ohne A-Grip...
2/14 ...mit der Keo ohne A-Grip...
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Hallo Zusammen,

den Thread zur Diskussion über diesen Testbericht findet Ihr unter http://www.1-2-do.com/forum/showthread.php?p= 192868#post192868.
2012-05-30 14:36:33

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