PSR 18 LI-2 -
jetzt noch kompakter!!

Mitglieder der 1-2-do.com stellen Bosch
Elektrowerkzeuge auf die Probe

Der Kraftzwerg 0 Kommentare
Vom 11.10.11 Geändert 2011-10-11 14:00:34
Da ist er also: ein PSR 18 Li-2!!

Als ich die Verpackung aufgemacht habe, war mein erster Eindruck... "ist der aber klein".
In der Hand ist er aber deutlich schwerer als man meint. Praktisch finde ich die geringe Tiefe des Geräts. So kann man auch in beengten Verhältnissen gut schrauben oder bohren. Als Vergleich habe ich meinen 12V Bosch (blau) Akkuschrauber daneben gelegt. Der mitgelieferte Koffer bietet ausreichend Platz (auch für einen Zweitakku) und sieht gefällig aus. Den kann man auch schon mal im Wohnzimmer stehen lassen, ohne dass es nach Werkstatt aussieht.

Was habe ich mit dem Akkuschrauber gemacht?

... das, was er kann - schrauben und bohren.

Schrauben
:

Man kann sehr feinfühlig Schrauben ins Holz drehen. Natürlich habe ich mir die Marketingvideos angeschaut und wollte wissen, ob das Versenken der Schrauben immer gleich bleibt, wenn man die Drehmomentstufe richtig eingestellt hat. Unfassbar, aber es geht tatsächlich.
In meinem Test habe ich 10 Schrauben (5x60) in einen Fichtebalken eingedreht. Nachdem ich die erste Schraube versenkt hatte, habe ich die Drehmomentstufe auf das letzte Maximum eingestellt und dann die anderen Schrauben versenkt. Fast alle Schrauben waren gleich tief im Holz versenkt, obwohl das Holz nicht durchgehend homogen war. Der Schrauber hat keine Rutschkupplung sondern, hört einfach auf, sich zu drehen. Kleiner Tipp bei dieser Verfahrensweise: sollte doch ein Schraubenkopf noch ein wenig überstehen, dann einfach noch mal ansetzen (oder auf der Schraube verbleiben) und bei gleicher Drehmomentstufe nochmal "Gas" geben. Dadurch dreht sich die Schraube um eine Vierteldrehung – meist genug, um den Kopf bündig zu versenken.

Kleine Schrauben sind sicher kein Problem für jeden Akkuschrauber, deswegen musste was „erwachsenes“ her: 6x140 mit Sternantrieb. Kein Vorbohren, kein Fräsgewinde.
Die Leistung war beeindruckend.


Bohren
:

Klein bohren kann ja jeder, dachte ich mir. Also habe ich den größten Bohrer mit einem 10mm Schaft gewählt. Wie man auf den Bildern erkennen kann, sieht es zunächst aus wie ein ungleicher Kampf. Der Bohrer hat die Größe des Schraubers. Trotzdem hatte der Akkuschrauber keine Mühe die Bohrer ordentlich zu versenken.
Zarte Handgelenke sollten bei den auftretenden Momenten vorsichtig sein.

Mein nächster Versuch galt dem Forstnerbohrer. Bei kleinen Durchmessern war das erwartungsgemäß kein Problem. Damit lassen sich prima Topfscharniere (26mm oder 35mm) einlassen.
Mein größter Bohrer hat einen Durchmesser von 40mm. Sowas findet man häufiger, wenn man ein Sackloch bei einer Holzkonstruktion bohren möchte. Wie man im Video sehen kann, hat der Akkubohrer mit diesen Formaten kein Problem.

Noch ein Wort zur Präzision: Natürlich ist der Akkuschrauber keine Tischbohrmaschine mit einer Laufgenauigkeit von wenigen hundertstel Millimetern. Für den alltäglichen Gebrauch ist er völlig ausreichend. Meist zentriert sich der Bohrer auf dem Material selbst. Die Leistung: Wer bis hierher gelesen hat, wird verstehen, dass dieses Gerät in einer anderen, als der sonst üblichen Baumarktliga mitspielt. Ich habe zu keiner Zeit den Eindruck gehabt, dass es dem „Zwerg“ an Kraft fehlt.

Für alle die, die wie ich einen Akkuschrauber mit NiMh oder sogar NiCd Akkus haben, ist es eine Überraschung, dass der Li-Ionen Schrauber keine Leistungseinbrüche bei schwächer werdendem Akku hat. Er hört einfach auf und will geladen werden. Damit das nicht zu plötzlich passiert wird man durch die Ladeanzeige vorgewarnt.
Das Laden geht zügig, jedoch nimmt die Ladestation schon recht viel Platz weg.

Die Handhabung:


Beim Betrieb sind mir wenige, aber dennoch ärgerliche Kleinigkeiten aufgefallen. An keiner Stelle hat man eine Möglichkeit einen zusätzlichen Schrauberbit fest zu machen. Das kann die blaue Serie besser. Eine einfache, gummierte Klemme wäre schon hilfreich.

Neben dem relativ (zur Leistung) geringem Gewicht fällt auf, dass der Schwerpunkt recht gut angebracht ist. Die Hand kann den Griff gut umfassen und es fühlt sich angenehm kontrollierbar an. Kleines Manko: der Umschaltknopf (re/li) ist für meine Hand zu weit nach vorne gerutscht. Ich muss immer den Akkuschrauber anders greifen, um hier schnell die Drehrichtung wechseln zu können.
Bei meinen beiden „blauen“ muss ich das nicht. Hier ist der Knopf 5-8 mm weiter zum Handinneren versetzt, was das Umschalten sehr leicht gestaltet ohne den Griff auch nur einmal zu verändern.
Man muss sich auch daran gewöhnen, dass die Drehmomenteinstellung nur im langsamen Schraubmodus funktioniert. Ich vermute, dass dies dem Umstand geschuldet ist, dass keine Rutschkupplung verbaut ist.
Manchmal möchte man Schrauben einfach etwas schneller eindrehen und dennoch das Drehmoment begrenzen. Die Drehzahlsteuerung per Knopf ist feinfühlig und man bekommt sofort eine Rückmeldung über die verrichtete Arbeit.

Falls man den Akkuschrauber an seine Grenzen bringt, bleibt er einfach stehen und es fließt offenbar auch kein Strom mehr vom Akku. Diese Strombegrenzung habe ich bei meinen blauen Boschschraubern schon manchmal vermisst. Da roch es schon mal verdächtig nach durchgebranntem Epoxy – allerdings ohne nennenswerten Schaden anzurichten. Das passiert dem PSR 18 Li-2 nicht.

Arbeitsergebnisse:

Wie bereits erwähnt ist die Präzision völlig ausreichend und hat das Niveau von Handbohrmaschinen. Die gebotenen Drehzahlen decken das normale Anwenderspektrum mehr als ausreichend ab.
Das Drehmoment ist für den Umgang mit Holz sehr gut
.
Verbesserungsvorschläge:

Ein Fach für einen zusätzlichen Bit wäre sehr empfehlenswert.
Das Bohrfutter könnte eine bessere Griffigkeit haben.
Es sind nur sehr flache, breite Nuten im Kunststoff, die nur sehr wenig Halt bieten. Ein paar Nuten mehr, evtl. auch tiefer würden dem Aussehen nicht schaden und man hätte ein besseres Gefühl beim Zudrehen oder Lösen des Bohrers/Bits.

Auf ein Gimmick kann ich verzichten: die Laufrichtungsanzeige. Jeder, der schon mehr als 2 Schrauben ein- oder ausgedreht hat, wird wissen, in welche Richtung der Schrauber zu drehen hat. Die Kosten für die LED und Elektronik könnte man sich sparen. Ich habe kein einziges Mal auf die Anzeige geschaut.

Fazit:


Ein gelungener Akkuschrauber der mittleren Leistungsklasse, der 99% des täglichen Bedarfs abdecken wird. Man muss sich schon anstrengen, um an die Grenzen seiner Leistung zu kommen. Präzision, Handhabung sind gut und man kann den 18V-Akku im Boschsystem auch für andere Geräte einsetzen. Note 1(-)


P.S.: Es wäre schön, wenn man die Testberichte ähnlich wie eine Baubeschreibung mit Unterkapiteln erstellen könnte. So ist es nur Text und nur Bild/Video.
Sorry für die etwas schlechtere Videoqualität. Ich musste einhändig vorführen und filmen. Die Videos sind in der Vorschau nicht zu sehen (sevenload) ... ich hoffe, dass sie trotzdem da sind.
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